Mit Blick auf den Anti-Belästigungs-Tag von Frauen im öffentlichen Raum hat die Gleichstellungsstelle der Stadt Oberhausen dazu aufgerufen, sexualisierte Sprüche, Hinterherpfeifereien, Schnalzereien, Kussgeräusche oder entwürdigendes Feixen zu melden. Weltweit hat sich der Fachbegriff „Catcalling“ (wörtlich „Katzen-Rufen“) für solche unerwünschten sexuellen Belästigungen durchgesetzt.

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An jedem zweiten Freitag im Juni begeht Deutschland jährlich den „Anti-Catcalling-Tag“, dieses Mal am 12. Juni 2026. Er dient dazu, die Menschen zu sensibilisieren, um zu zeigen, dass die große Mehrheit der Frauen ein solches Verhalten als eklig, beschämend und entwürdigend betrachtet – und eben nicht als Kompliment, wie manche Männer noch immer glauben. Deshalb verwenden die Akteurinnen am Aktionstag den Hashtag #keinKompliment.

Gleichstellungsstelle sammelt schon seit Längerem Meldungen

Die Oberhausener Gleichstellungsstelle sammelt schon seit Längerem Meldungen zu Catcalling und sexualisierten Übergriffen in der Öffentlichkeit. Üble Erfahrungen können per E-Mail an keinkompliment@oberhausen.de gesendet werden. Hilfreich sind nach Angaben der städtischen Expertinnen Angaben zu Ort, Datum, Uhrzeit und Art des Vorfalls. „Alle Meldungen werden vertraulich und datenschutzkonform behandelt“, versichert die Gleichstellungsstelle. Zusätzlich könnten Erfahrungen anonymisiert über Instagram unter @catcallsofob geteilt werden.

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Fast jede Frau kennt nach Darstellung der Gleichstellungsbeauftragten Situationen wie aufdringliche Blicke, sexualisierte Kommentare, Pfeifgeräusche oder anzügliche Sprüche auf der Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Einkaufen. „Oft werden solche Aussagen und Geräusche als harmlos oder sogar als Kompliment dargestellt. Für Betroffene fühlen sie sich jedoch häufig übergriffig, einschüchternd oder bedrohlich an“, schreibt die Stadt Oberhausen. „Besonders betroffen sind Mädchen, junge Frauen und queere Menschen. Viele berichten von Angst, Unsicherheit und dem Gefühl, öffentliche Räume nicht frei und sicher nutzen zu können.“

Ausstellung zu Catcalling auf dem Museumsbahnsteig

Catcalling sei eben keine freundliche Aufmerksamkeit. „Das ist eine Grenzüberschreitung und Ausdruck von Macht und Respektlosigkeit“, analysiert das Team der städtischen Gleichstellungsstelle. Am Aktionstag, dem 12. Juni, ab 11 Uhr, eröffnet am Museumsbahnsteig mitten im Hauptbahnhof die Ausstellung „Catcalls of Oberhausen“. Jugendliche haben sich kreativ mit dem Thema auseinandergesetzt. Entstanden sind künstlerische Arbeiten in Form von Masken sowie eine Toninstallation, die Erfahrungen mit sexualisierter Belästigung hörbar macht. Der Eintritt dazu ist frei.