Die Jungsozialisten (Jusos) in Oberhausen wollen der immer weiter wachsenden Zahl von Spielhallen im Stadtgebiet Einhalt gebieten. Das sei eine dringende Aufgabe für die lokale Politik. Die Jusos sehen hier ihre Mutterpartei, die SPD, in der Pflicht, sich mit diesem Thema zu befassen. Beim Parteitag des SPD-Unterbezirks am Montag, 11. Mai, bringt der SPD-Nachwuchs dazu einen Antrag ein.

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Die Jusos fordern, dass die Oberhausener SPD „das Thema Glücksspiel und dessen Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche dauerhaft in ihre politische Arbeit aufnimmt und öffentlich sichtbar behandelt“. Die SPD-Ratsfraktion wird aufgefordert, die Glücksspielproblematik aufzugreifen und konkrete Kontakte zu Suchtberatungen, Jugendhilfe und Fachstellen zu knüpfen. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen müsse bei allen Entscheidungen rund um das Glücksspiel Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben.

Kinder kämen mit Glücksspiel nicht erst in Berührung, wenn sie volljährig seien oder sich ihm entziehen könnten, so die Jusos, die erklären: „Sie begegnen dem Glücksspiel auf dem Schulweg, auf dem Weg zur Haltestelle, beim Gang durch die Innenstadt. Glücksspiel ist in Oberhausen kein Randthema, sondern Teil des Stadtbildes. Spielhallen und Wettbüros prägen Straßenzüge. Leuchtende Schriftzüge, verdunkelte Fenster, Versprechen vom schnellen Gewinn – all das sehen Kinder und Jugendliche täglich. Nicht freiwillig, sondern weil sie in dieser Stadt leben.“

Höchste Dichte von Spielhallen

Oberhausen gehöre zu den Städten mit der höchsten Spielhallendichte in NRW. Nach Angaben der Landesregierung gibt es im Stadtgebiet 55 erlaubte Spielhallen. Bei 213.600 Einwohnerinnen und Einwohnern bedeute das eine Dichte von rund 26 Spielhallen pro 100.000 Einwohner. Die Jusos unterstreichen: „Dieser Wert liegt deutlich über dem vieler anderer Großstädte in NRW.“

Fachstellen würden seit Jahren davor warnen, dass frühe Berührungspunkte mit Glücksspiel das Risiko späterer Abhängigkeit massiv erhöhen würden. Die Landesfachstelle Glücksspielsucht NRW weist darauf hin, dass die ständige Sichtbarkeit von Glücksspiel im öffentlichen Raum zur Normalisierung beiträgt, selbst dann, wenn Minderjährigen der Zutritt formal verboten sei. „Der Jugendschutz beginnt nicht an der Tür einer Spielhalle. Er beginnt dort, wo Kinder und Jugendliche ihren Alltag verbringen“, meinen die Jusos.

Überlastete Beratungsstellen

Nordrhein-Westfalen nehme jedes Jahr Milliarden Euro durch Glücksspiel ein. Gleichzeitig würden in NRW nur rund sieben Cent pro Einwohner in die Spielsucht-Prävention fließen. In anderen Bundesländern liege dieser Wert deutlich höher. Die Folgen würden Städte wie Oberhausen tragen: „Überlastete Beratungsstellen, Familien, die zerbrechen, Kinder, die in Haushalten mit Spielsucht aufwachsen.“