Der Arbeitsmarkt in Oberhausen zeigt im April 2026 praktisch keine Entlastung; er bleibt unter Druck. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt im Vergleich zum März 2026 ein wenig, steigt aber im Vorjahres-Monatsvergleich an. Zugleich melden Betriebe deutlich weniger neue Stellen. Die Oberhausener Arbeitslosenquote verharrt deshalb mit 11,5 Prozent auf hohem Niveau. 12.901 Menschen waren im April arbeitslos gemeldet. Das sind 30 weniger als im März. Im Jahresvergleich steigt die Zahl leicht um 51 Personen.

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Agenturchef Jürgen Koch verweist auf eine doppelte Entwicklung. „Im April konnten 555 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden und eine neue Erwerbstätigkeit aufnehmen. Das waren rund acht Prozent mehr als im März“, sagt Koch. Gleichzeitig meldeten sich 599 Menschen aus einer Beschäftigung arbeitslos. „Wir spüren die Unsicherheit der Betriebe aufgrund der gesamtwirtschaftlichen und politischen Lage. Das sieht man auch an dem Rückgang der gemeldeten Arbeitsstellen.“
Das Jobcenter betreut drei Viertel aller Arbeitslosen
Die meisten Arbeitslosen, nämlich fast 9800, betreut das Jobcenter, das hauptsächlich für die Grundsicherung (Bürgergeld) der Langzeitarbeitslosen zuständig ist. Das sind 76 Prozent aller Oberhausener Arbeitslosen.
Bei den unter 25‑Jährigen zählt die Arbeitsagentur 1013 Arbeitslose. Gegenüber März ändert sich nichts, gegenüber dem Vorjahr steigt die Zahl um 29 Personen. Die Quote liegt unverändert bei 9,5 Prozent.
Die Unterbeschäftigung umfasst 15.541 Personen. Sie sinkt gegenüber März leicht, steigt aber im Vergleich zum Vorjahr. Die Quote beträgt 13,5 Prozent. Unterbeschäftigung umfasst neben den registrierten Arbeitslosen auch Personen, die trotz Arbeitssuche nicht als arbeitslos gelten. Dazu zählen Teilnehmer von Maßnahmen der Arbeitsförderung (Qualifizierung), kurzfristig Erkrankte oder Personen in speziellen Arbeitsgelegenheiten.
Deutlich zeigt sich die Zurückhaltung der Betriebe bei den Stellenmeldungen. Nur 236 neue Jobs gingen im April ein – 215 weniger als im März und 185 weniger als vor einem Jahr. Der Stellenbestand schrumpft auf 2435 Angebote. Gesucht werden vor allem Kräfte im Baugewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, in wirtschaftlichen Dienstleistungen und im Handel.
Ausbildungsmarkt: Mehr Lehrstellensuchende als freie Lehrstellen
Auch der Ausbildungsmarkt sendet gemischte Signale. Seit Oktober 2025 haben sich 1210 Jugendliche bei der Berufsberatung gemeldet, weniger als vor einem Jahr. 750 suchen eine Lehrstelle, ein Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zu April 2025. Dem stehen nur 638 freie Stellen gegenüber – das ist im Vergleich zum Vorjahr ein spürbarer Rückgang von zehn Prozent.
Die Top 10 der gemeldeten Lehrstellen: Kaufmann im Einzelhandel, Verkäuferin, Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Anlagenmechanikerin, Elektroniker, Malerin/Lackiererin, Büromanagement, Fachwirt Handel, Medizinische Fachangestellte und Industriekauffrau.




