Zusammenfassung
- Der MuVi-Preis für das beste deutsche Musikvideo ist ein Highlight beim Kurzfilmfestival in Oberhausen, bei dem sowohl eine Jury als auch das Online-Publikum abstimmen.
- Für 2026 wurden elf künstlerisch gestaltete Musikvideos nominiert, die im Kino Lichtburg gezeigt werden.
- Die Preisverleihung steigt am 2. Mai in der Oberhausener Lichtburg. Tickets sind im Vorverkauf erhältlich.
Wenn der MuVi-Preis ruft, haben die Ticketkontrolleure der Lichtburg alle Hände voll zu tun. Der Wettbewerb für das beste deutsche Musikvideo gehört bei den Kurzfilmtagen in Oberhausen zu den beliebtesten Kategorien. Früher hockten Zuschauer bei der finalen Vorführung samt Preisvergabe sogar auf den Treppenstufen des Lichtspielhauses.
Auch interessant
Auch bei der 72. Ausgabe des weltweit renommierten Filmfestivals für kurze Filme spielen kunstvolle Clips zu Songs und Akustikbeiträgen erneut eine Hauptrolle. Zum 28. Mal gehört die Vergabe von drei Jurypreisen und einem Online-Publikumspreis zum Festivalprogramm.
Niedergang des Musikfernsehens beharrlich überdauert
Den Niedergang des Musikfernsehens hat der MuVi-Preis beharrlich überdauert. Auch die Clip-Wanderung auf eigene YouTube-Kanäle der Künstler hat den Wettbewerb kaum verändert. Bei der Premiere, Ende der 1990er-Jahre, waren die Oberhausener Kurzfilmtage das erste Filmfestival, das Musikvideos eine eigene Sparte spendierte.

Wenn am Samstag, 2. Mai 2026, den Besuchern wieder eine „gute Projektion“ gewünscht wird, spielt kommerzieller Erfolg keine Rolle. Was zählt, sind weder Verkaufszahlen von Tonträgern noch rekordverdächtige Streaming-Abrufe. Der MuVi-Preis kümmert sich stattdessen liebevoll um die künstlerische Gestaltung der Film-Quickies, um das Zusammenspiel aus Bild und Ton.
Auch interessant
Erlaubt ist vieles: Massenkompatibel wird es musikalisch selten, eher experimentell. Der Mainstream schafft es kaum in die finale MuVi-Auswahl. Auch handelsübliche dreiminütige Cliplängen sind kein Zwang. Das Musikvideo von Stefan Lampadius zum Song „Everybody“ der Hamburger House-Gruppe Egoexpress dauert etwa knapp sechseinhalb Minuten.
Weitere Veranstaltungen in Oberhausen
- Fronleichnamskirmes: Diese 23 Karussells und sieben Neuheiten sind dabei
- Centro Oberhausen: Großes Public Viewing zur WM 2026 zeigt Deutschland-Spiel
- Ruhrpott-Ikone berichtet in Oberhausen aus der Eckkneipe
- Neues Zinkwerk-Festival: Line-up fast komplett – Chance für Oberhausener Bands
- „Die Prinzen“ sagen in Oberhausen: „Tschüssi, macht’s gut“ – das kosten Tickets
- Oberhausen: US-Star plaudert vor 410 Fans – „Unser Tourbus ist nur ein Van“
- Wieder Schreck bei Unheilig: Konzert in Oberhausen unterbrochen
- Stranger Things in Oberhausen: Zweiter Star für großes Fantreffen angekündigt
- Turbinenhalle Oberhausen: Wendler bis 1986zig – zehn Konzerte bewegen Fans
211 Musikvideos haben Filmemacher für das Jahr 2025 eingereicht. Daraus hat eine Auswahlkommission elf Clips ausgesucht, die beim finalen Wettbewerb im Lichtburg-Kino gezeigt werden. Wichtig ist dabei, dass es sich um ein aktuelles Musikvideo und keine ältere Produktion handelt. Außerdem muss der Regisseur aus Deutschland stammen. Oder es muss sich um eine deutsche Produktion handeln.
Deutscher Regisseur dreht Musikvideo für die Pet Shop Boys
Internationale Musiker oder Filmemacher sind im Wettbewerb trotzdem üblich. So findet sich dieses Mal der Clip einer Pop-Legende beim MuVi-Preis wieder. Der Song „The Way Through The Woods“ stammt von den britischen Pop-Ikonen Pet Shop Boys. Das zweieinhalb Minuten lange Musikvideo wurde vom Berliner Filmemacher Toby Cornish in Szene gesetzt.
Auch interessant
Über die ersten drei Auszeichnungen befindet eine szenekundige Jury. In diesem Jahr sind es Jim Avignon aus Berlin, Nela Gluhak aus Zagreb und Tintin Patrone aus Hamburg. Den Gewinner des mit 500 Euro Preisgeld dotierten MuVi-Onlinepreises bestimmen dagegen ausschließlich die Fans.
Im Online-Wettbewerb für den MuVi-Preis 2026 stehen zur Wahl:
- All Glock No Cock (Ildikó) von Paula Kiermaier und Olga Ringleb
- Erst zahlen, dann malen! (Dj Babyoil) von Four Reasons
- Everybody (Egoexpress) von Stefan Lampadius
- Floating (Myr.) von Nikolas Müller
- Idlu (Tell a Vision) von Paulina Wetzel und Lars Zimmermann
- No Lube So Rude (Peaches) von Matt Lambert
- No more Roses (Donna Regina) von Graw Böckler
- Rentrer à la maison (Anadol & Marie Klock) von Timo Schierhorn
- Rote Süden (Set) von Max Hilsamer
- Sailing Away (Smoking Hand) von Christina Romano
- The Way Through The Woods (Pet Shop Boys) von Toby Cornish
Noch bis Samstag, 2. Mai 2026, darf man auf der Festival-Homepage der Kurzfilmtage Oberhausen (www.muvipreis.de) abstimmen. Wer bei der Preisverleihung ab 22 Uhr in der Lichtburg (Elsässer Straße 26) einen Hauch von „alternativen Oscars“ erleben möchte, kann sich vorab ein Ticket sichern (Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 5 Euro). Die Preisvergabe dauert mindestens 90 Minuten.
Die 72. Internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen locken von Dienstag, 28. April 2026, bis Sonntag, 3. Mai 2026, Hunderte Cineasten aus aller Welt in die Innenstadt.





