Rainer Schild meldet sich mit deutlichen Worten. Der frühere Grünen-Bezirksvertreter in Sterkrade und Bauingenieur mit nach eigener Aussage jahrzehntelanger Erfahrung im Fernstraßenbau widerspricht dem Anfang Februar veröffentlichten Interview mit dem neuen Sterkrader Bezirksbürgermeister Albin Bajric. Dieser hatte sich für den Ausbau des Autobahnkreuzes A2/A3/A516 eingesetzt, schon alleine aus Lärmschutzgründen für die Sterkrader Anwohner.

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Schild kritisiert die Aussagen des CDU‑Politikers zur Erweiterung des Kreuzes Oberhausen und legt eine Gegenanalyse vor. Für ihn steht fest: Neue Fahrspuren lösen keinen Stau, sondern erzeugen zusätzlichen Verkehr. „Das bestehende Verkehrsnetz im regionalen Umfeld ist ohnehin nicht in der Lage, zusätzliche Verkehrsströme dauerhaft aufzunehmen. Staus werden nicht beseitigt, sondern nur räumlich verlagert.“ Der Ausbau greife in wertvolle Waldflächen ein und widerspreche Klima‑ und Verkehrszielen.
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Schild fordert eine klare Prioritätensetzung: Ausbau der Schiene, moderne Verkehrssteuerung, mehr Lkw‑Parkplätze und eine starke S‑Bahn‑Achse. „Wir schlagen vor, eine durchgehende S-Bahn-Verbindung Duisburg–Oberhausen–Wesel–Emmerich einzurichten und zusätzliche Haltepunkte (Barmingholten, Hiesfeld) zu schaffen.“ Öffentliche Mittel seien jedenfalls im öffentlichen Nahverkehr besser investiert als in neue Autobahnspuren.
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Bisher würden sogar notwendige Verkehrsanalysen für den Ausbau fehlen. „Vor einer Entscheidung sind umfassende Verkehrserhebungen im gesamten Einzugsgebiet notwendig, differenziert nach Ziel-, Quell- und Durchgangsverkehr. Solche Untersuchungen kosten nur einen Bruchteil der Baukosten, liefern aber die entscheidende Grundlage für nachhaltige Infrastrukturplanung“, schreibt Schild in seiner Stellungnahme an die Redaktion.
Im Interview hatte Bajric erklärt, warum er den Ausbau des Autobahnkreuzes für notwendig hält. Er verwies auf Stauwurzeln auf der A3, steigende Unfallzahlen und Prognosen, die einen deutlichen Zuwachs des Lkw‑Verkehrs bis 2030 zeigen. Für ihn ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: Umbau, um Stau zu reduzieren, Emissionen zu senken und innerstädtischen Ausweichverkehr bei Staus auf der Autobahn zu reduzieren. Neue Lärmschutzwände sollen Anwohner entlasten.
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Für den Grünen-Politiker Schild sind diese Argumente nicht stichhaltig. Er sieht keinen nachhaltigen Nutzen im Ausbau: „Das Ergebnis wären enorme Kosten bei begrenztem verkehrlichen Nutzen.“ Der Verkehrssektor sei zudem einer der größten Verursacher von Kohlendioxid-Emissionen: „Nachhaltige Mobilität ist ohne zusätzliche Autobahnen möglich – mit einer starken Bahn realistisch erreichbar.“ Der Ausbau des Kreuzes bei Verlust zahlreicher Bäume im Sterkrader Wald sei daher verkehrspolitisch, ökologisch und klimapolitisch falsch.








