Zusammenfassung

  • Am 19. April 2026 entscheiden die Bürger in Oberhausen per Briefabstimmung, ob sich ihre Stadt an der Olympia-Bewerbung der Region Rhein-Ruhr beteiligt.
  • Die Abstimmung ist bindend und betrifft rund 155.000 wahlberechtigte Oberhausener ab 16 Jahren.
  • Das Ergebnis wird noch am Abend der Abstimmung bekanntgegeben, die Durchführung kostet die Stadt etwa 60.000 Euro.

Soll Oberhausen Teil der Olympischen Sommerspiele werden? Darüber stimmen die Menschen der Stadt am Sonntag, 19. April 2026, ab. Oberhausen ist eine von 17 NRW-Kommunen, in denen an diesem Tag über einen sogenannten „Ratsbürgerentscheid“ abgestimmt wird. Das ist eine Abstimmung der Bürger über ein Thema, die von der Mehrheit des Stadtrates beschlossen worden ist.

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Mehr als vier Millionen Menschen können darüber entscheiden, ob sich die Region Rhein-Ruhr offiziell um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben soll. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Olympia-Entscheid in Oberhausen.

PARIS - OLYMPISCHE SPIELE 2024 - ABSCHLUSSVERANSTALTUNG - CLOSING CEREMONY
Olympische Spiele sind das Highlight im Kalender eines jeden Sportfans. Das Bild zeigt die Abschlussveranstaltung der Olympischen Spiele in Paris 2024.© FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

Olympia-Entscheid Oberhausen: Wer darf abstimmen?

Alle Personen, die ihren Hauptwohnsitz in Oberhausen haben, mindestens 16 Jahre alt sind und die Staatsbürgerschaft eines EU-Landes besitzen, dürfen beim Olympia-Entscheid ihre Stimme abgeben. In Oberhausen trifft das auf etwa 155.000 Menschen zu.

Olympia-Entscheid: Worüber wird abgestimmt?

Während bei politischen Wahlen die Auswahl an Parteien und Wählergemeinschaften recht groß ausfallen kann, geht es beim Bürgerentscheid nur um ein klares „Ja“ oder ein deutliches „Nein“. Die zur Abstimmung stehende Frage lautet: „Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Oberhausen an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein-Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele beteiligt, die entweder im Jahr 2036, im Jahr 2040 oder im Jahr 2044 stattfinden sollen?“

Olympia Rhein-Ruhr: Wann wird wo angestimmt?

Am Sonntag, 19. April 2026, entscheiden die Abstimmungsberechtigten in Oberhausen darüber, ob die Stadt Teil der regionalen Olympia-Bewerbung ist. Der Entscheid wird ausschließlich als Briefabstimmung durchgeführt; eine Stimmabgabe in einem Wahllokal ist nicht möglich.

Sachstand der Olympiabewerbung des Ruhrgebiets
Christoph Niessen, Vorstandsvorsitzender des Landessportbundes NRW, gab Anfang März im Oberhausener Sportausschuss einen Überblick über die geplante Olympia-Bewerbung.© FUNKE Foto Services | Alexandra Roth

Olympia-Entscheid: Wie gebe ich meine Stimme ab?

Die Stadt Oberhausen lässt die Benachrichtigungen zum Entscheid im Laufe der vierten März-Woche. Die Stimmbriefe müssen bis Sonntag, 19. April, 16 Uhr vorliegen. Wer den Brief per Post zurücksenden möchte, sollte dies bis allerspätestens Mittwoch, 15. April, tun. Der Versand ist kostenlos. Bürger können die Stimmbriefe aber auch in den Rathäusern Alt-Oberhausen (Schwartzstraße 72), Osterfeld (Bottroper Straße 183) oder Sterkrade (Bahnhofstraße 66) abgeben. Wichtig: Die Briefkästen werden am frühen Freitagmorgen, 17. April, geleert. Briefe, die später eingeworfen werden, können nicht mehr berücksichtigt werden.

Bürgerentscheid zur Olympiabewerbung: Wann kommen die Unterlagen?

Die Deutsche Post liefert ab Mittwoch, 25. März 2026, rund 155.000 Abstimmungsunterlagen für den Ratsbürgerentscheid an die Wahlberechtigten in Oberhausen aus. Die Deutsche Post stellt seit dem 1. Januar 2025 Briefe in der Regel bis zum zweiten Werktag nach der Einlieferung zu. Die Standortleiterin des Zustellstützpunktes in Oberhausen an der Friedrich-Karl-Straße 1-7, Sabrina Schneider, versichert: „Mitbestimmung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Demokratie! Wir stellen stets sicher, dass die Zustellung von Wahl- und Abstimmungsunterlagen unter höchsten Qualitäts- und Datenschutzstandards erfolgt. Unser Betrieb läuft derzeit auf Hochtouren. Wir sind startklar, alle Unterlagen termingerecht und zuverlässig zuzustellen.“

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Die Stadt Oberhausen wird keine eigene werbende Kampagne für eine bestimmte Beteiligungsentscheidung veröffentlichen. Die Rathaus-Presseabteilung begründet dies mit „der besonderen Berücksichtigung der Rolle der Stadt als neutraler Träger des Bürgerentscheids“. Unterstützt werden allerdings die Werbeinitiativen der Staatskanzlei und des Landessportbundes. Zudem könnten andere Akteure des Geschehens eigene Kommunikationsideen verwirklichen.

Viel zu tun für die Postboten: Zusteller Dominic Borauke und Chefin Jennifer Schrader mit den Abstimmungsunterlagen für den Olympia-Bürgerentscheid bei der Deutschen Post an der Friedrich-Karl-Straße in Oberhausen.
Viel zu tun für die Postboten: Zusteller Dominic Borauke und Chefin Jennifer Schrader mit den Abstimmungsunterlagen für den Olympia-Bürgerentscheid bei der Deutschen Post an der Friedrich-Karl-Straße in Oberhausen.© Deutsche Post | Marco Stepniak

Ziel der Stadt ist es nach eigenen Angaben, die Bürgerinnen und Bürger sachlich über Gegenstand, Ablauf und Rahmenbedingungen des Bürgerentscheids zu informieren und so eine fundierte Meinungsbildung zu ermöglichen. Deshalb hat die Stadt auf ihrem Webportal www.oberhausen.de eine eigene Seite zu den Olympischen Spielen eingerichtet – unter dem Titel „Oberhausen Rhein-Ruhr. Unsere Städte. Unsere Spiele.“: https://www.oberhausen.de/de/index/tourismus-freizeit/buergerentscheid_zur_olympia_bewerbung.php.

Oberhausen entscheidet über Olympia-Bewerbung: Wann steht das Ergebnis fest?

Die Auszählung der Stimmen zum Olympia-Entscheid beginnt am Sonntag, 19. April, um 18 Uhr in der Fasia-Jansen-Gesamtschule. Für die Auszählung stehen nach Angaben der Stadt 29 Briefabstimmungsvorstände mit 320 Helferinnen und Helfern bereit. Zudem ist noch Sonderpersonal im Einsatz (25 Personen). Mit ersten Ergebnissen rechnet die Stadt gegen 19 Uhr.

Olympia-Entscheid: Wie geht es nach der Abstimmung weiter?

Der Bürgerentscheid ist bindend. Stimmt Oberhausen mit Ja, ist die Stadt Teil der regionalen Bewerbung um die Olympischen Spiele. Das notwendige Quorum ist erfüllt, wenn mindestens zehn Prozent der Stimmberechtigten ihre Stimme auch tatsächlich abgeben. Wird das Quorum, also die Mindestbeteiligungsanzahl an Stimmberechtigten, verfehlt, ist der Bürgerentscheid ungültig – die Vorlage gilt als abgelehnt. Lehnt Oberhausen die Teilnahme ab, kann sich die Region dennoch bewerben – nur Oberhausen wäre dann als möglicher Austragungsort olympischer Wettbewerbe aus dem Spiel.

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Sollten sich neben Oberhausen genügend andere Städte für die Olympia-Bewerbung aussprechen, heißt das nicht, dass die Spiele tatsächlich an Rhein und Ruhr stattfinden werden. Allein in Deutschland haben auch Berlin, Hamburg und München ihren Hut in den Ring geworfen. Aus diesen vier Kandidaten wählt zunächst der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) voraussichtlich im Herbst dieses Jahres den offiziellen Olympia-Bewerber, der mit internationalen Konkurrenten ins Rennen gehen wird. Über die tatsächliche Vergabe entscheidet letztlich das Internationale Olympische Komitee (IOC).

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Wie teuer ist der Olympia-Entscheid für die Stadt Oberhausen?

Um den Bürgerentscheid durchzuführen, muss die Stadt etwa 60.000 Euro aus eigener Tasche zahlen – ohne Zuschüsse aus der Landeskasse wären es 400.000 Euro. Das Land NRW schätzt die gesamten Kosten der Entscheide in allen 17 Kommunen auf 11,2 Millionen Euro. 85 Prozent, also rund 9,5 Millionen Euro, übernimmt das Land.