Nach 17 Jahren als Abgeordneter im Düsseldorfer Landtag wird SPD-Politiker Stefan Zimkeit nicht erneut für ein Mandat kandidieren. Das gab der 61-Jährige am Freitag in den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram bekannt.

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Auf Nachfrage bestätigte Zimkeit seinen Plan, bei der NRW-Landtagswahl 2027 nicht mehr anzutreten. Er habe zwar noch große Lust an der Politik, aber eine weitere volle Wahlperiode von fünf Jahren sei ihm zu lang. „Am Ende wäre ich 68 Jahre alt, da könnte es irgendwann an Motivation und Leistungsfähigkeit mangeln.“

Die Jungen brauchen keinen Altvorderen, der ihnen die Welt erklärt.

Stefan Zimkeit
Stefan Zimkeit, SPD-Landtagsabgeordneter in NRW

Feste Pläne für die Zeit nach der Landtagspolitik hat der Finanzexperte nicht. Einzelne Projekte, etwa für die Demokratie, möchte er gerne unterstützen. „Ob haupt- oder ehrenamtlich, steht noch nicht fest.“ Auch bei der Oberhausener SPD werde er weiter zu sehen sein, Ämter oder Funktionen möchte er aber nicht mehr übernehmen. „Die Jungen brauchen keinen Altvorderen, der ihnen die Welt erklärt.“

Die vergangenen 17 Jahre im Landtag seien von „spannenden Debatten und dem gemeinsamen Einsatz für soziale Gerechtigkeit und gleiche Bildungschancen“ geprägt gewesen, schreibt Zimkeit in den sozialen Medien. „Es war mir eine große Freude, die Interessen der Menschen in Dinslaken und Oberhausen zu vertreten.“ Nun wolle er Platz machen „für neuen Elan und frische Energie.“

Zimkeit ist ein Oberhausener SPD-Urgestein: Er trat 1983 der SPD bei, leitete die Oberhausener Jusos und gehörte viele Jahre dem Rat der Stadt und der Bezirksvertretung Osterfeld (beide bis 2018) an, ehe er sich auf sein Landtagsmandat konzentrierte. In der NRW-SPD-Fraktion übte er von 2015 bis 2023 die Funktion des SPD-Sprechers im Haushalts- und Finanzausschuss aus. Seinen Wahlkreis Sterkrade und Dinslaken holte er zuletzt im Jahre 2022 mit 39,8 Prozent der Stimmen; früher kam er allerdings auf bis zu 54,2 Prozent der Erststimmen (2012).

Viel Zuspruch in den sozialen Medien

Erste Reaktionen gibt es bereits: „Für Demokratie und antifaschistische Haltung sowie für die politische Kultur in Oberhausen ist das schade“, schreibt etwa Dirk Paasch, „Demokratie Leben“ Oberhausen, bei Facebook. Joachim Deterding, Superintendent der evangelischen Kirche in Oberhausen, bedankt sich öffentlich bei Zimkeit, „für deinen Einsatz für unsere Stadt, für die Demokratie, für die Menschen hier.“

Dieter Hillebrand (früherer DGB-Chef für Essen, Mülheim und Oberhausen): „Danke für unsere tolle Zusammenarbeit in der ganzen Zeit. Du machst es richtig. Selbst bestimmen, wann aufgehört wird.“ Zimkeit habe „viel bewegt“, meint auch Ex-Verdi-Chefin Henrike Eickholt.