Manchmal fehlt die Perspektive, um den Unmut zu verstehen. Wer keinen Hund hat, den interessiert es wenig, ob die Steuer wie in Oberhausen erhöht wird. Hundebesitzer indes haben buchstäblich die Schnauze voll und sehen nicht ein, warum sie mehr zahlen sollen, obwohl sie nicht mehr bekommen (wie Freilaufwiesen). Bei Kindern ist es ähnlich: Wer keine Kleinkinder hat, den beschäftigt die Frage wenig, ob es genügend Betreuungsplätze gibt.

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In letzterem Fall war die Not in den vergangenen Jahren groß. Eltern handelten sich Absagen ein und schalteten sogar Anwälte ein, um doch noch einen Betreuungsplatz zu bekommen. Der Bedarf an Kita-Plätzen ist hoch, daher ist es gut, dass an der Kirchhellener Straße ein Träger eine neue Kita in einer obendrein leerstehenden Gaststätte verwirklichen möchte.
Klage gegen Kindergarten in Oberhausen: Schlag ins Gesicht der Eltern
Dass nun eine Nachbarin den Umbau verhindern will, muss Eltern wie ein Schlag ins Gesicht vorkommen. Jetzt wird mal ein Kindergarten gebaut und dann könnte neue Betreuungsplätze doch noch durch die Interessen einer Einzelperson verhindert werden. Die sich auch noch über zu viel Verkehr und Lärm vor ihrer Haustür beschwert. Während Eltern bangen und hoffen, dass sie ihr Kind in einer Einrichtung unterkriegen.

Das letzte Wort hat das Verwaltungsgericht. Aber diesmal ist der Fall keine Frage der Perspektive. Die Interessen vieler müssen nach meiner Meinung hier über dem Einzelinteresse stehen. Mehr als hundert Kinder könnten einen Betreuungsplatz bekommen – mindestens 100 Väter und Mütter haben dann die dringend nötige Unterstützung im Alltag und einen Platz für ihr Kind, wo es die Förderung bekommt, die es verdient.
So bitter das im Einzelfall ist, so bitter es für die Nachbarin ist, die sich im Grünen wohlfühlte: Manchmal muss sich die Wohnumgebung verändern, um den Bedürfnissen vieler gerecht zu werden. Das nennt man Gemeinschaft.





