Der Pullover hängt mit den Ärmeln locker über den Schultern. „Die dicke Jacke haben wir doch lange genug getragen, oder?“, ruft ein älterer Herr herüber. Aber sicher doch! Es ist Tanz in den Mai - und die Gäste in der Oberhausener Innenstadt proben schon für den Sommer. Auch als sich die Sonne schließlich verabschiedet, kündigen laue Temperaturen keinen baldigen Feierabend an.

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Sie sitzen in der Außengastronomie. Am „Uerige Treff“ am Friedensplatz, vor dem „Extrablatt“ und „La Maddalena“ an der Marktstraße: Die Musik spielt aber vor allem am Altmarkt. „Der Tanz in den Mai ist für uns auch immer eine Uraufführung“, sagt „Gdanska“-Wirt Czeslaw Golebiewski im lockeren schwarzen Hemd und dem markanten Melonen-Hut auf dem Kopf. „Wir öffnen zu dieser Zeit immer unseren großen Biergarten.“

Tanz in den Mai: Kult-Kneipe „Gdanska“ eröffnet am Altmarkt den großen Biergarten

Und die Open-Air-Saison nehmen sie hier wörtlich. Alle Sitzplätze sind belegt. Mehrere hundert Menschen prosten sich zu. Und es gibt diesmal verblüffende Mai-Trends: „Es wird viel alkoholfreies Bier bestellt - fast schon wie im Sommer“, hat Wirtsfrau Maria Golebiewski beobachtet. Frühlingsgefühle? Vielleicht haben Neujahrsvorsätze beim ein oder anderen aber einfach noch nie so lange durchgehalten.

Vor der eigenen Haustür gibt es oft die beste Musik.

Czeslaw Golebiewski, „Gdanska“-Wirt

Vorne an der Bühne wippt ein Herr mit den Füßen. Viele erleben eine Superzeit. Ein Gefühlszustand, der kaum verwundert: Schließlich bringt die gleichnamige Musik-Band gerade feine Songnoten aus den 1970er-Jahren unter die Zuhörerschaft. Der Duft von Krakauerwürstchen vom Grill mischt sich leichten Songhäppchen. Genießerherz, was willst du mehr?

Die Musik-Gruppe „Superzeit“ hatte mit Songs aus den 1970er-Jahren zum Tanz in den Mai auf dem Oberhausener Altmarkt leichtes Spiel.
Die Musik-Gruppe „Superzeit“ hatte mit Songs aus den 1970er-Jahren zum Tanz in den Mai auf dem Oberhausener Altmarkt leichtes Spiel.© Dirk Hein

Während „Superzeit“, die E-Gitarre, Bass und Schlagzeug bedienen und für die ebenfalls angesagten Musikkollegen von „Basement“ den Weg bereiten, erklären die Gastgeber ihre Philosophie. „Bei uns spielen zum Tanz in den Mai fast immer Gruppen aus der nahen Umgebung“, sagt Czeslaw Golebiewski. Dies soll die Verbundenheit mit der Region symbolisieren. „Vor der eigenen Haustür gibt es oft die beste Musik.“

Tanz in den Mai: „Superzeit“ musiziert bei lauen Temperaturen dem Sommer entgegen

Die Wirtsleute gehen von Tisch zu Tisch. Im Biergarten wird getuschelt. Denn im Sommer wird es eine weitere Sause am Altmarkt geben, die es in dieser Form noch bisher nicht gab. Das deutsch-polnische Kulturkneipen-Institut jongliert heuer seit stolzen 25 Jahren zwischen Kulinarik und internationaler Verständigung. Einige Gäste spekulieren daher auf ein „großes Hallo“ zum Jubiläum.

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Dass Gäste und Bürger teilhaben können, ist offenbar gesichert. Auch wenn die Details erst in den kommenden Wochen festgezurrt werden. „Wir werden nach dem Tanz in den Mai einen Tanz in den Sommer wagen“, lässt Maria Golebiewski immerhin mit einem Augenzwinkern durchblicken.