Eine ganz besondere Baustelle gibt es in diesem April im Oberhausener Stadtteil Lirich. Das ungewöhnliche Projekt hat einen direkten Bezug zur maroden Kanalbrücke an der Ulmenstraße.
Zusammenfassung
- In Lirich verlegt das Wasserwerk RWW eine neue Trinkwasserleitung unter dem Kanal.
- Dafür rückt nach Ostern eigens ein Transportschiff mit der Rohrleitung an.
- Der Ersatzbau für die marode Kanalbrücke Ulmenstraße erfolgt allerdings erst im Jahr 2028.
Die Brücke Ulmenstraße muss bekanntlich saniert werden. Seit vielen Jahren schon warten die Oberhausener darauf, dass sich hier etwas tut, damit der Stadtverkehr an dieser Stelle wieder problemlos fließen kann. Noch ist diese Sanierung nicht exakt terminiert. Doch jetzt gibt es Neues zu diesem Thema. Die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft (RWW) hat kurz vor Ostern eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der mit Blick auf den „geplanten Abriss der Kanalbrücke Ulmenstraße“ ein besonderes Vorhaben angekündigt wird. Eine dort vorhandene Trinkwasserleitung, die den Rhein-Herne-Kanal quert, müsse ersetzt werden, weil die alte Brücke verschwindet, erklärt das RWW.
Da die künftige Leitung unter dem Rhein-Herne-Kanal verlaufen wird, bietet die Liricher Baustelle ganz Besonderes: Unter dem Kanal muss ein so genannter Düker angelegt werden, in dem die neue Leitung auf einer Länge von 70 Metern die viel befahrene Wasserstraße unterqueren wird.
Neues Wasserrohr wird mit Transportschiff angeliefert
Spektakulär: Das Wasserrohr mit einem Durchmesser von rund 70 Zentimetern wird in voller Länge mit einem Transportschiff zum Einsatzort angeliefert und anschließend unter der Wasserstraße verlegt. Die Baugrube und die so genannte Rinne für den Düker sind bereits in den letzten Monaten sorgfältig für den Einsatz vorbereitet worden. Direkt nach Ostern soll nun die Verlegung der neuen Leitung erfolgen. Eine Fachfirma wird das übernehmen.

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Die Redaktion hat vor diesem Hintergrund beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) angefragt, ob der Abriss der alten Kanalbrücke Ulmenstraße nun bereits genau terminiert worden ist. Im vorigen Jahr hatte sich das WSA zuletzt zu diesem Thema geäußert: Sanierungsstart ist danach erst im Jahr 2028. Diese Jahreszahl hat das WSA jetzt nach neuerlicher Anfrage nochmals bestätigt.
Marode Liricher Kanalbrücke stammt aus dem Jahr 1954

Im Zuge der Ulmenstraße führt die Kanalbrücke mit der offiziellen Nummer 314 über den Rhein-Herne-Kanal, der dort die Oberhausener Stadtteile Lirich und Buschhausen voneinander trennt. Das Brückenbauwerk stellt somit eine wichtige städtische Nord-Süd-Verbindung über die Wasserstraße dar. Die Brücke stammt aus dem Jahre 1954 und weist irreparable Schäden auf, so dass ein Neubau unumgänglich ist. Teils sind bereits Brückenbauteile aus der Konstruktion entnommen worden. Schäden an seitlichen Gehwegplatten hatten dazu geführt, dass beidseitig einige Brückenteile komplett ausgebaut werden mussten. An den beiden Brückenrändern blickt man durch die Lücken der Trägerkonstruktion direkt hinunter auf das Kanalwasser.
Der kommende Komplett-Neubau wird dem Oberhausener Stadtverkehr voraussichtlich einige Probleme bereiten, denn: Damit die künftige Straßenüberführung entstehen kann, muss die Verbindung Ulmenstraße/Westmarkstraße voll gesperrt werden. Die Fachleute rechnen mit einer Bauzeit von rund 24 Monaten und voraussichtlichen Baukosten von mindestens zehn Millionen Euro. Geplant ist eine Stabbogen-Brücke aus Stahl. Die Durchfahrtshöhe für die Binnenschifffahrt wird im Zuge des Neubaus vergrößert und an die aktuell gültigen Regelungen angepasst. Deshalb wird das künftige Brückenbauwerk um 0,5 Meter höher liegen.




