Seit einigen Jahren betätigt sich die Stadtsparkasse Oberhausen als Bau-Investor von Mietwohnungen – und greift damit in die Stadtplanung ein. Sogar Grundstücke, vor denen private Investoren mangels dicker Gewinnaussichten kapitulierten, hat die Sparkasse angepackt – wie im Sterkrader Zentrum an der Steinbrinkstraße 213/Bahnhofstraße 60 das frühere Areal des Kaiser&Ganz-Kaufhauses.

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Das neueste Projekt ist das Grundstück an der Gutenbergstraße 12 am Gdanska nahe dem Altmarkt. Hier lässt die Sparkasse ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten in einer Baulücke bauen. Für zwei Millionen Euro Baukosten entstehen Wohnungen mit Mietpreisen von 12 Euro Kaltmiete im Schnitt. Hinzu kommen 1,50 Euro pro Quadratmeter für Heizung, Warmwasser, Kaltwasser und Abwasser. 13,50 Euro an Mietpreis hält die Linke Liste für viel zu teuer, die Sparkasse argumentiert dagegen, es seien keine niedrigeren Mieten mit Blick auf die nötigen Baustandards und stark gestiegenen Baukosten möglich.
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Doch die Linke bewertet solche Mietneubauten für alle Mieter in der Oberhausener Innenstadt, die bekanntlich meist nicht über besonders hohe Einkünfte verfügen, äußerst negativ. Denn jede neu vermietete Mietwohnung zu hohen Preisen habe Folgen für den gesamten Mietspiegel einer Stadt, nach dem Vermieter die Mieten von langjährigen Mietern erhöhen dürfen.
Linke: Sparkasse treibt die Mieten im gesamten Oberhausener Zentrum nach oben
„Wieder ist es ausgerechnet die Stadtsparkasse, die mit ihren Mietpreisen den Mietspiegel für das Zentrum Oberhausens nach oben treibt“, stellt Linken-Ratspolitikerin Heike Hansen fest. „Dadurch steigen die Mieten für die Menschen, die schon lange im Viertel wohnen. Sie müssen also immer mehr ihres verfügbaren Einkommens in die Miete stecken.“
Dadurch steigen die Mieten für die Menschen, die schon lange im Viertel wohnen
Heike Hansen, Ratspolitikerin der Linken Liste in Oberhausen
Hansen befürchtet, dass einige Bewohner der Innenstadt durch die steigenden Mieten ihre Wohnungen in Zukunft aufgeben müssen. „Manche werden verdrängt, weil sie sich ihre Wohnung nicht mehr leisten können. Es grenzt schon an Zynismus, ein solches Vorgehen mit ‚Aufwertung des Viertels‘ zu umschreiben. Aus unserer Sicht besteht ein lebendiges und lebenswertes Stadtviertel aus Vielfalt, aus Menschen mit verschiedenen Lebensstilen und Hintergründen.“
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Die Linken fordern deshalb bereits seit Jahren, dass die Stadt eine eigene kommunale Wohnungsgesellschaft ohne Rendite-Interessen gründet, die neue Wohnhäuser zu günstigen Mieten errichten soll.
Die Sparkassen-Vorstände Oliver Mebus und Thomas Gäng beteuern allerdings, dass sie mit neuen Miethäusern nur moderate Gewinne erzielen. „Eines ist klar: Wir können und dürfen keine Investitionen tätigen, die uns Verluste bescheren. In Sterkrade an der Bahnhofstraße sind wir mit null Rendite herausgekommen, doch das können wir nicht immer so machen“, sagt Mebus.
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