• In Mülheim leiden viele Bäume unter der anhaltenden Trockenheit, weil es seit Wochen kaum geregnet hat.
  • Die Stadt bittet die Bürger, besonders Jung- und Altbäume regelmäßig zu gießen und dabei einige Tipps zu beachten.
  • Anwohnende und Vereine organisieren bereits eigene Aktionen, um das Stadtgrün gemeinsam zu retten.

Auch wenn der kurze Regen am Mittwochvormittag manchen überraschte: Er war nur der Tropfen auf den heißen Stein für Mülheims Stadtbäume. Seit Wochen müssen die allermeisten in großer Hitze ohne Wasser auskommen, weil der Segen von oben ausgeblieben ist und die Stadt selbst sie kaum versorgt. Stattdessen hofft die Verwaltung auf die Mithilfe ihrer Bürgerinnen und Bürger. Allerdings gilt es dabei manches zu beachten.

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Während in Mülheims Wäldern laut Stadt zunächst hauptsächlich die Altbuchen von der Trockenheit betroffen seien, seien im Stadtgebiet die Jungbäume besonders auf Unterstützung angewiesen, heißt es aus der Verwaltung. Zwar werden sie bis zu ihrem fünften Standjahr von der Stadt versorgt, das aber reicht bei starker Dürre oft nicht aus. Daher bittet die Stadt die Mülheimerinnen und Mülheimer um zusätzliche Unterstützung. Zu erkennen sind die Jungbäume übrigens an ihrer Holzverankerung (Dreibock), einem schützenden Weißanstrich oder einem Kunststoff-Gießring.

Stadt Mülheim: So sollten Bäume begossen werden

Baumfällung Lessingstraße in Mülheim an der Ruhr
An der Lessingstraße ließ die Stadt Mülheim vor kurzem elf Bäume fällen, weil sie - laut Angaben der Stadt - aufgrund der Hitze keine Kraft hatten, einen schädlichen Pilz im Inneren zu bekämpfen. © FUNKE Foto Services | Martin Möller

Die älteren Bäume allerdings werden so nicht bedacht. Hier sind Bürgerinnen und Bürger besonders gefragt, die Baumscheibe einmal pro Woche mit wenigstens 100 Litern Wasser langsam und gleichmäßig zu wässern. Das Grünflächenamt rät zudem, das Wasser aus geringer Höhe zu gießen, damit es nach und nach in den Boden einsickern kann. Wenn der Boden bereits stark ausgetrocknet ist, sollte zunächst mit kleineren Wassermengen vorgewässert und anschließend nachgegossen werden. So soll verhindert werden, dass das Wasser oberflächlich abfließt.

Außerdem sollte man beachten: Bei älteren Bäumen wird das Wasser zu einem geringen Teil unmittelbar am Stamm oder innerhalb einer Baumscheibe aufgenommen. Die Feinwurzeln dagegen befinden sich überwiegend im äußeren Bereich des Wurzelraums.

Bürgerinnen und Bürger haben angefangen, das Gießen selbst zu organisieren

In der Saarnberg-Siedlung etwa haben Anwohner bereits auf die Trockenheit von sich aus reagiert und einen „Gießkannen-Dienstag“ ins Leben gerufen, um fünf alte Linden am Pferdedenkmal der Gartenstadt zu unterstützen. Mit Schubkarren und langen Schläuchen bringen sie einmal in der Woche Wasser an den Ort. „Die Linden sind die wichtigste Schattenquelle am Platz. Wir hoffen, dass wir sie damit erhalten können und sie die Trockenheit durchstehen“, heißt es aus der Siedlergemeinschaft.

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Und auch der Verein „Wilde Biene“ ruft die Mülheimer Stadtgesellschaft dazu auf, „die Bewässerung von Bäumen und ökologisch wertvollen Grünflächen auch kurzfristig zu organisieren“. Er empfiehlt, täglich morgens oder abends wenigstens 10 Liter pro Baum zu gießen. „Jeder Baum, der heute durch Wassermangel verloren geht, benötigt Jahrzehnte, um seine ökologischen Leistungen wieder zu erreichen, die wir de facto nicht haben“, mahnt Vereinsgründerin Melanie Wolters.

Wer sich übrigens dauerhaft fürs Stadtgrün engagieren möchte, kann die Pflege einer Baumscheibe übernehmen. Beim Amt für Grünflächenmanagement wird dazu ein Pflegevertrag abgeschlossen. Interessierte wenden sich an: amt67@muelheim-ruhr.de.