8.15 Uhr an der Haltestelle Heißen Kirche in Mülheim: Normalerweise nehmen um diese Uhrzeit hier dutzende Schülerinnen und Schüler und Pendler die Rolltreppe runter in die U-Bahn-Station, um mit der U18 zur Schule oder zur Arbeit zu fahren. Doch seit dieser Woche steht die Linie still, anstelle von Stadtbahnen fahren bis September nur Ersatzbusse, weil die Ruhrbahn größere Baumaßnahmen umsetzt.

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Zum Start müssen sich manche Fahrgäste offensichtlich noch an den Schienenersatzverkehr (SEV) gewöhnen: Immer wieder kommt die Frage aus verunsicherten Gesichtern an den Busfahrer, ob das hier wirklich der Bus für die U18 zum Mülheimer Hauptbahnhof ist?
Fahrgäste müssen sich auf längere Fahrzeiten und neue Ersatzhaltestellen einstellen
Während der Fahrt über den Hingberg, an der Christianstraße vorbei, blicken einige Passanten verwirrt auf die Beschriftung des Busses. Fahrgäste stehen teilweise an der falschen Seite oder kommen winkend angerannt, weil sie die Ersatzhaltestelle nicht finden. Im Berufsverkehr dauert die Fahrt außerdem länger als geplant: Statt der geplanten elf Minuten ist der Bus rund 20 unterwegs – mit der U-Bahn wären es normalerweise sechs Minuten.
Was sagen die Fahrgäste zum Start des SEV? Ein Mann, der am Rhein-Ruhr-Zentrum (RRZ) auf den Bus wartet, hätte sich mehr Informationen gewünscht – sowohl über die Positionen der Ersatzhaltestellen, als auch über die Gründe für die Sperrungen. Dagegen teilt eine Mülheimerin mit, dass sie die Haltestelle am Einkaufszentrum problemlos gefunden habe: Der nötige Umstieg sei in der U-Bahn angekündigt worden, zudem habe sie vorher über die Sperrung in der Zeitung gelesen.
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Ein 61-jähriger Heissener schwärmt sogar über seine Busfahrt von Heißen Kirche bis Mühlenfeld. Er könne die Station nun besser erreichen, weil er momentan in seiner Mobilität etwas eingeschränkt sei. „Alles hat super geklappt!“ , sagt er. Eine Mülheimerin, welche die U18 regelmäßig nutzt und mit dem SEV die komplette Strecke vom Hauptbahnhof bis zum RRZ fährt, verdreht hingegen die Augen: „Sehr nervig! 20 Minuten länger haben wir jetzt gebraucht.“
Die Ersatzhaltestellen befinden sich in der Nähe der regulären U-Bahnhaltestellen. Das sorgt allerdings teilweise für weitere Wege: Wer beispielsweise von Heißen Kirche bis zum Rhein-Ruhr-Zentrum fährt, muss herüber zum Marktplatz laufen. Am Fahrbahnrand der Hardenbergstraße kann man dann in den Bus einsteigen.

SEV-Busse fahren während der Schulzeit häufiger als die U-Bahn
Die genauen Abfahrtszeiten sind auf Fahrplänen an den Ersatzhaltestellen ausgehängt. Zumeist fahren die Busse alle 15 Minuten. Während der Schulzeiten zum Teil auch alle sieben Minuten – und damit häufiger als die U-Bahn. Alle Details sind online unter sev.ruhrbahn.de abrufbar.
Erstes Fazit: Gerade zu Stoßzeiten werden die Fahrgäste wohl immer wieder kleinere Verzögerungen einrechnen und sich auf volle Busse einstellen müssen. Wer den SEV das erste Mal nutzt, sollte sich bestenfalls im Vorhinein über die genauen Zeiten und Standorte der Ersatzfahrten informieren, um vor Ort nicht suchen zu müssen. Grundsätzlich scheint der Ersatzverkehr bislang aber zu funktionieren.







