Die zehntägige Vollsperrung der A40 stellt nicht nur Pendlerinnen und Pendler in großen Teilen des Ruhrgebietes vor Herausforderungen – auch in Mülheim droht spätestens mit dem Beginn des Berufsverkehrs am Montag (15. Juni) ein innerstädtisches Verkehrschaos auf den Ausweichrouten.

Täglich (außer Samstag)

Mülheim-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!

Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Von der kurzfristig angekündigten Sperrung der A40 (13. bis 22. Juni) durch die Autobahn GmbH ist auch die Mülheimer Stadtverwaltung überrascht worden. Nach Angaben des bundeseigenen Unternehmens lag die Kurzfristigkeit darin begründet, dass die zuständige Bezirksregierung ebenfalls erst jetzt signalisiert habe, mit der Suche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg am Freitag beginnen zu können. Denn die routinemäßigen Kampfmittelsondierungen sind der Grund für die Sperrpause – weil dafür die Fahrbahn auf einem Stück der Autobahn abgerissen und später wiederhergestellt werden muss, plant die Autobahn GmbH mit dem langen Zeitraum von zehn Tagen für die Sperrung.

Gesperrte A40 im Ruhrgebiet belastet die Straßen in Mülheim

Während das Bundesunternehmen sich um die Einrichtung der weiträumigen Umfahrung und den Abfluss des Verkehrs von der Autobahn (über Essen-Haarzopf und die Aktienstraße) vor dem gesperrten Bereich jeweils in Richtung Duisburg (über die Velauerstraße) oder Essen (über die Aktienstraße) kümmert, ist Mülheims Stadtverwaltung für den innerstädtischen Verkehr zuständig. Sie hat ebenfalls mehrere Maßnahmen ergriffen, um das drohende Chaos zumindest einzudämmen.

Hier herrscht ab Freitagabend Stillstand: Die A40 in Mülheim wird zwischen Winkhausen (im Bild) und Heißen für zehn Tage komplett gesperrt.
Hier herrscht ab Freitagabend Stillstand: Die A40 in Mülheim wird zwischen Winkhausen (im Bild) und Heißen für zehn Tage komplett gesperrt.© FUNKE Foto Services | Martin Möller

So rechnet die Stadt schon ab Freitag mit einer noch stärkeren Nutzung der Verbindung Freiherr-vom-Stein-Straße und „An der Seilfahrt“. Aus diesem Grund werden für die Seitenstreifen Halteverbote ausgeschildert. Sie dienen dazu, dem Verkehr Ausweichmöglichkeiten zu bieten, wenn die Feuerwehr oder Rettungswagen vorbei müssen. Wer dennoch dort parkt, wird kostenpflichtig abgeschleppt.

Stadt Mülheim will während A40-Sperrung die Ampelschaltungen optimieren

Damit der Straßenbahnverkehr an der Aktienstraße flüssig fahren kann, sollen die Gleistrassen vor allem auf der Aktienstraße an der Zufahrt Freiherr-vom-Stein-Straße freigehalten werden. Hinweisschilder machen darauf aufmerksam. Um den Verkehr weiter zu entlasten, will die Stadt Baumaßnahmen auf stärker belasteten Straßen verschieben und nach Möglichkeit auch die Ampelschaltungen weiter optimieren.

A40-Brücken in Mülheim: Lesen Sie hier mehr

Auch auf der Hardenbergstraße in Heißen und der Heinrich-Lemberg-Straße rechnet die Stadt mit großer Belastung. Ein besonderes Nadelöhr bilde zudem am Frohnhauser Weg die Auffahrt zur A40 in Richtung Bochum. Die Verwaltung bittet Autofahrer darum, an dieser Stelle beim Spurwechsel besonders aufzupassen. Um die Situation zu entschärfen, wird eine alternative Route ausgeschildert, um am Rhein-Ruhr-Zentrum (Anschlussstelle Heimaterde) in Richtung Bochum auf die A40 aufzufahren. 

A40-Sperrung: Droht auch auf Schleichwegen in Mülheim ein Chaos?

Kaum zu verhindern dürfte es sein, dass sich ortskundige Autofahrerinnen und Autofahrer ihre eigenen Ausweichrouten durch Mülheim suchen. Zum Problem könnte hier etwa die Hansbergstraße in Winkhausen werden. Hier dürfen zwar eigentlich nur Anlieger fahren, diese Vorgabe wird aber schon in normalen Zeiten oft ignoriert und die Straße als Schleichweg missbraucht.

Wenn die A40 (im Bild oben gesperrt ist), läuft der Bahnverkehr weiter – und auch der Radschnellweg RS1 bleibt befahrbar.
Wenn die A40 (im Bild oben gesperrt ist), läuft der Bahnverkehr weiter – und auch der Radschnellweg RS1 bleibt befahrbar.© FUNKE Foto Services | Martin Möller

Weil es hier über den Frohnhauser Weg weiter in Richtung A40-Auffahrt am Rhein-Ruhr-Zentrum geht, droht dieses Szenario nun in massiverer Form. Zum Engpass könnte dabei die Bahnunterführung an der Reuterstraße werden. Noch enger und unübersichtlicher sind die Tunnel an der Heißener Straße auf Essener Stadtgebiet – auch diese Straße wird gerne als Abkürzung genutzt und hier könnten schon wenige Autos für Chaos sorgen. Für die Überwachung ist die Polizei zuständig, so Stadtsprecherin Tanja Schwarze.

Wer in Heißen aus Essen kommend von der A40 abfährt und weiter nach Duisburg möchte, wird offiziell über die Velauer Straße nach Haarzopf und weiter zur A52 geleitet. Viel genutzt werden dürfte aber vor allem auch die B1 über Holthausen, Saarn und Selbeck zum Kreuz Breitscheid, sodass auch auf dieser Mülheimer Ausweichroute mit Staus zu rechnen ist.