„Jetzt erst recht!“, findet das Team des Theaters an der Ruhr und startet am 3. Juli eine dritte Spielinsel, die dem Thema „Utopie“ gewidmet ist. Denn Zuversicht braucht es mehr denn je: „Seit wir angefangen haben, uns mit dem Thema Utopie auseinanderzusetzen, ist die Welt nicht gerade utopischer geworden. Im Gegenteil: Kriege und Konflikte haben zugenommen, ebenso Ängste und Vorurteile – der Blick auf die Gegenwart und erst recht in die Zukunft ist vielleicht so sorgenvoll wie lange nicht. Wir wollen nicht aufhören, gegen eine zunehmende Hoffnungslosigkeit zu arbeiten, wollen weiterhin mit den Mitteln des Theaters Räume der Begegnung, des Austauschs und der Verbindung schaffen“, so die Theaterleute.

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Ihre Sommer-Spielinsel mit vielen Open-Air-Veranstaltungen ist daher „Utopie 3“ überschrieben. Sie präsentiert zwei Premieren, zwei Wiederaufnahmen und eine Vielzahl an spannenden Kulturveranstaltungen – von der Tanzperformance über Konzerte oder Diskussionen bis hin zum gemeinsamen Fußballgucken. Eröffnet wird das Festival von Prof. Ferdi Schüth vom Max-Plank-Institut für Kohlenforschung am Freitag, 3. Juli, um 19.30 Uhr. Er spricht über den Klimawandel „zwischen Wissenschaft und Verschwörungstheorien“. Um 20.30 Uhr wird dann „Circus Oresteia“ von Thomas Köck auf der Open-Air-Bühne im Raffelbergpark uraufgeführt (Regie: Philipp Preuss).
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Tanzbegeisterte Laien aus Mülheim machen bei Performance mit
Thomas Köck hat die antike „Orestie“ des Aischylos modern und „wuchtig überschrieben“. Der Fluch der Atriden wird bei ihm zum Fluch des ewigen Wachstums, dem wir alle unterliegen – Klimawandel, Waldbrände, Dürre inklusive. Die Ausgangslage: Die Gier beherrscht die Menschen. Ihrer Sucht nach Erdöl fällt alles zum Opfer. König Agamemnon und sein Heer ziehen auf der Suche nach immer weiteren Energiequellen kriegstreibend durch die Welt und dringen auf der Suche nach Öl immer tiefer in den Leib von Gaia, der Erdgöttin, ein. Doch das ist nur der Anfang..
„Everybody Dance now #Mülheim“ lautet der Titel der zweiten Uraufführung bei „Utopie 3“. In der Tanzperformance von Nir de Volff laden professionelle Tänzerinnen und Tänzer und tanzbegeisterte Laien aus der Stadt das Publikum dazu ein, einem getanzten Parcours vom Theater bis in den Raffelbergpark zu folgen und sich als Teil des Ganzen zu verstehen. Verbindende Kraft ist dabei der Atem. Der sinnliche Abend soll im Zeichen der Hoffnung und Verbundenheit stehen. Premiere ist am Samstag, 4. Juli, um 19 Uhr. Beide Uraufführungen werden bis zum 26. Juli mehrfach wiederholt.
Familientag am Sonntag (5. Juli) lockt mit Tanz-Workshop und Kinder-Rap-Konzert
Zum Familientag hat das Theaterteam den 5. Juli erklärt. Ab 14 Uhr gibt es viele spannende Aktionen für Kinder und ihre Eltern. Ein Tanzworkshop für Kids, ein Kinder-Konzert mit der Rapperin Sukini, Hörbuch- und Theateraufführungen von Mülheimer Grundschülern sowie freies Spiel am AWO-Spielmobil stehen unter anderem auf dem Programm.

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Und was bieten die folgenden vier langen Wochenenden? Wiederaufgeführt werden „Über die Dörfer“ von Peter Handke (Regie: Roberto Ciulli, 26. Juli) und „Wie Küsse, wie Schnee. Die Zukunft vorbereiten“ (zu Lobgesängen von Hildegard von Bingen) von der Gruppe Anagoor (11. und 12. Juli). Zu Konzerten werden der Klangkünstler Mauro Martinuz (10. Juli), das Transorient Orchestra (17. Juli) sowie das Trio Filips/Tröger/Rinck (26. Juli) erwartet. Der Journalist und Buchautor Korbinian Frenzel wird zu einer Diskussion über „besseres Streiten“ anreisen (11. Juli), Kabarettist und Autor Frank Goosen will mit Interessierten über die Männer-Fußball-WM als Gemeinschaftsevent und als „Kommerzmaschine“ diskutieren (9. Juli). Zum gemeinsamen Fußballgucken im Park sind alle Fans am 9., 11., 18. und 19. Juli eingeladen.

Prachtkäfer präsentieren utopische Mode in Mülheimer Park
Die Ausstellung „#Metamorphium“ - ein Entdeckungsparcours durch Theater und Park - versammelt Werke verschiedener Künstler, die den menschengemachten Klimawandel anprangern. Die meisten Arbeiten laden dabei zum spielerischen Mitagieren ein. An manchen Tagen flanieren auch Prachtkäfer, Regenwolken oder Korallenriffe durch den Park: Gezeigt wird „utopische Mode“, die zu neuen Lebensrealitäten passt..
„Utopie 3“ lädt außerdem wieder zu mehreren Workshops ein: „Line Dance“ (Tanzschule Ritter, 19. Juli), „Glück to go“ mit Katharina Meier (12. Juli) und ein „Mut-Muskel-Workshop“ am 18. Juli (Aktionskunst, Empowerment, politische Bildung) sind geplant. Es wird es auch einen Parkspaziergang mit den Erfindern der Berliner „Organismendemokratie“ geben (24. Juli) geben, audiovisuelle Handkarren für urbane Interventionen werden am 25. Juli vorgestellt. Am letzten Tag (26. Juli) sollen in einem Gespräch „Rechte für die Ruhr!“ formuliert werden.
Kunstmuseum kooperiert mit Theater - Ausstellung „Glaube, Liebe,Hoffnung“
Die drei Specials des Sommer-Festivals: An ausgewählten Tagen laden Zelal Kisin und Oleg Zhukov ins Utopie-Zelt ein - zu unverhofften Begegnungen und Gesprächen. Im Kunstmuseum Mülheim kann die Ausstellung „Liebe- Glaube-Hoffnung“ besucht werden. Das TaR kooperiert zudem mit dem „Manifesta“-Projekt in Mülheim. Die ungenutzte Kirche St. Engelbert in Eppinghofen wird am 15. Juli als Ort des Zuhörens eröffnet. An den folgenden Tagen werden dort alte und neue Formen von Gemeinschaft in den Fokus gestellt - es geht also auch hier um Utopien.
Das gesamte Programm von „Utopie 3“ mit allen Terminen findet man auf theateranderruhr.de. Flyer liegen an vielen öffentlichen Orten aus. Theatertickets kosten 20/erm. 10 Euro (inklusive Konzerte, Partys, Diskurse, Installationen, Aktionen). Karten unter tickets@theateranderruhr.de oder Tel. 0208 5990188 oder theateranderruhr.de










