„Besetzte Leben“ heißt eine Foto-Ausstellung des Mülheimer Künstlers Heiner Schmitz, die vom 31. Mai bis 28. Juni in der Cubus Kunsthalle in Duisburg (Kantpark, Friedrich-Wilhelm-Str. 64) zu sehen ist. Seit 1997 beschäftigt sich der ehemalige FH-Professor fotografisch mit der Situation in Israel/Palästina. Auf zwei längeren Reisen hat er sich 2017 mit den Lebensbedingungen der palästinensischen Beduinen im westlichen Jordantal befasst, die 1947 nach der Staatsgründung Israels aus der Negev-Wüste in die Westbank geflohen sind und heute in der sogenannten Zone C leben (die unter israelischer Militärkontrolle steht).

Interviews mit 16 Beduinen-Familien ergänzen Fotos des Mülheimer Künstlers

Die Interviews, die ein arabischer Freund mit 16 Familien führte, beschreiben sehr eindrucksvoll, welchen ständigen Repressalien in einer inzwischen 57-jährigen Besatzungszeit die Menschen ausgesetzt sind. „Ein Leben unter Kontrollen und Schikanen des Militärs und der Zerstörungswut militanter israelischer Siedler“, sagt Heiner Schmitz. Die Vorstellung eines scheinbar romantischen Beduinenlebens wird durch die Texte, die fester Bestandteil der Arbeit sind, konterkariert.

Die Arbeit ist 2017 entstanden, habe aber an Aktualität gewonnen. „Die Situation für die palästinensische Bevölkerung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert“, so der Künstler. Zur Eröffnung am 31. Mai um 15 Uhr sprechen Dr. Ribhi Yousef von der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft und Heiner Schmitz selbst. Der Fotograf bietet am 21. und 28. Juni jeweils um 15 Uhr auch Gesprächsnachmittage an.