Simone Saftig wurde für ihr Stück „Herzkopfüber“ mit dem Mülheimer Kinderstückespreis 2026 ausgezeichnet. Der Preis wurde nach einer öffentlichen Debatte einstimmig von einer dreiköpfigen Jury vergeben.

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Mülheimer Kinderstückepreis 2026: Text mit außergewöhnlicher Sprachkunst

Die Uraufführung von „Herzkopfüber“ des Stadttheaters Gießen war bei den 51. Mülheimer Theatertagen zu sehen. Das Stück erzählt von Zizi, die mit der Krebserkrankung ihrer Mutter umgehen muss. Dabei lobte die Jury die besondere Sprachkraft des Textes. Die Sprache sei „außer Rand und Band“: frei, überbordend und nie Selbstzweck, heißt es in einer Pressemitteilung der Mülheimer Theatertage. Sie verbinde sich mit den Bedürfnissen der Figur Zizi und gebe ihr die Stärke, spielerisch mit der Situation zu leben. Es zeige eine vielschichtige, energiegeladene Hauptfigur.

15.000 Euro und ein klares Ja der drei Jurymitglieder für „Herzkopfüber“ von Simone Saftig bei den Kinderstücken in Mülheim.
15.000 Euro und ein klares Ja der drei Jurymitglieder für „Herzkopfüber“ von Simone Saftig bei den Kinderstücken in Mülheim.© Daniela Motzkus

Simone Saftig hat Germanistik sowie Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf studiert. Sie schreibt Theatertexte, arbeitet als Kulturjournalistin und forscht in der Literaturwissenschaft. Ihr erstes Stück „Modern Mermates“ gewann den Textflimmern-Preis am Theater Kiel – mit „Herzkopfüber“ gibt sie ihr Mülheim-Debüt.

Kinderstückepreis 2026: Dieses Stück kürte die Kinderjury

In diesem Jahr saßen Dora Schneider, Akın Emanuel Şipal und Lina Wölfel in der Jury. Dora Schneider arbeitet als freie Regisseurin und ist Professorin für Schauspiel an der MUK Wien. Akın Emanuel Şipal ist Autor für Theaterstücke und Drehbücher und Lina Wölfel Redakteurin bei Theater der Zeit.

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Erstmalig kürte eine Kinderjury ihr Lieblingsstück – in den Vorjahren war dies die Aufgabe einer Jugendjury. Jetzt entschieden sich die elf Kinder zwischen neun und zehn Jahren für „Schmetterball“ von Dorian Brunz. Sie überreichten dem Autor einen Pokal und einen selbstgebastelten Preis: einen bunt gestalteten Tischtennisschläger – passend zum Stück. Das Urteil der Kinder? Es sei ein „emotionales, tolles Stück – so toll wie ein Schmetterball eben“, heißt es weiter.