Kunstfreunde können ihre Schuhe schnüren: Die Aktion „Kunst raus“ lockt wieder zu einem Spaziergang durch Saarn. 14 Mülheimer Künstlerinnen und Künstler stellen bis zum 27. September Open Air großformatige Bilder zum Thema „Brücken“ aus. Saarner Schülerinnen und Schüler steuern Skulpturen bei, die im Evangelischen Gemeindehaus an der Holunderstraße 5 zu sehen sind.

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Wer sich auf den Parcours begibt, kann sich vorher mit einem Katalog (samt Plan) ausrüsten. In der Dorfkirche, die mittwochs bis samstags von 10 bis 12 und 15 bis 17 Uhr sowie sonntags vormittags geöffnet ist, kann man ihn bekommen. Darin sind alle Kunstwerke aufgeführt, die diesmal am Wegesrand stehen. Man kann die Arbeiten aber auch ohne Erklärungen auf sich wirken lassen oder die Bildlegenden lesen und die QR-Codes nutzen, die an den Stellwänden angebracht sind.

13 Kunst-Stationen locken nach Mülheim-Saarn

Warum es diesmal um „Brücken“ geht? Das Thema lag nah, da sich die evangelischen Gemeinden rechts und links der Ruhr (Broich-Saarn und VEK) jüngst zusammengeschlossen haben und jetzt Evangelische Brückengemeinde heißen. „Unsere ursprünglichen Gemeindegebiete sind durch sieben Brücken miteinander verbunden. Nun kommt es darauf an, dass wir gut zusammenfinden und auch menschlich Brücken zueinander schlagen“, sagt Pfarrer Christoph Pfeiffer.

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Er hat die Kunst-Aktion wieder gemeinsam mit der AG Mülheimer Künstlerinnen und Künstler (AGMK) auf die Beine gestellt. Sponsoren unterstützen das Projekt. Die „Brücke“, so Pfeiffer, stehe auch gesellschaftlich und weltpolitisch im Fokus. „Gesellschaften fallen auseinander, es wird schwerer, Verbindungen herzustellen“, meint der Pfarrer. Und die vielen Kriege weltweit ermahnten dazu, Brücken über Grenzen hinweg zu bauen.

„Brückenreiche Gegend“: Kreuz Kaiserberg dient als Motiv

Die elf Künstlerinnen und Künstler sind auf unterschiedlichste Weise an die Themenstellung herangegangen: malerisch oder zeichnerisch, mit Grafiken, Collagen oder Fotografien. Karin Dörres Diptychon beispielsweise zeigt die Ruhrtalbrücke, „deren Zukunft in den Sternen steht“. Wulf Golz hat eine Art Bauplan geschaffen, der das Kreuz Kaiserberg „als brückenreiche Gegend“ ausweist. Peter Helmkes Fotografie zeigt einen Obdachlosen unter einer Brücke.

„Wir möchten mit unserer Kunst auch verdeutlichen, wie wichtig Verbundenheit, Verständigung oder auch Integration sind“

Tino Scherrer, Schüler der Gesamtschule Saarn

Eine digitale Fotocollage von Beata Lama soll auch ein wenig Zuversicht vermitteln: Bunte Menschen-Silhouetten laufen auf einer Brücke, die ins Ungewisse führt. Aber: Ein Lichtstreifen spannt sich über ihnen auf. Alle Arbeiten haben ihren Reiz, nicht alle können wir hier nennen. Vertreten sind in der Open-Air-Schau auch Imre Videk, Joachim Poths, Helmut Kottkamp, Heiner Schmitz, Atti Mülders, Wolfgang Kleinöder und Ursula Vehar.

Gesamtschule Saarn wurde in das Kunst-Projekt eingebunden

Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Saarn (7. und 11. Jahrgang) haben im Kunstunterricht ebenfalls assoziativ zum Thema „Brücken“ gearbeitet und stellen die Ergebnisse im Gemeindehaus an der Holunderstraße aus. Ihre dreidimensionalen Werke verknüpfen oft zwei Gegensätze miteinander - etwa eine Skulptur, die das verschmutzte und das saubere Meer gegenüberstellt. „Wir möchten mit unserer Kunst auch verdeutlichen, wie wichtig Verbundenheit, Verständigung oder auch Integration sind“, sagt Schüler Tino Scherrer.

„Kunst raus“ wird am Freitag, 8. Mai, um 17 Uhr im Gemeindehaus an der Holunderstraße 5 offiziell eröffnet. Jede/r ist herzlich eingeladen, vorbeizukommen. Im Juli gibt es zwei geführte Rundgänge, weitere Touren können mit den Künstlern vereinbart werden. Kontakt: AGMK Tel. 0171/5344917 oder Pfarrer Pfeiffer: Tel. 0208/43909274