Zusammenfassung

  • Die Stadt Mülheim hat ein Public Viewing in der Innenstadt zur Fußball-WM aus Lärmschutzgründen abgelehnt.
  • Die Grünen fordern nun, alternative Standorte zu prüfen und schnell eine Lösung für ein gemeinsames Fußballerlebnis zu finden. Die Partei reagiert auch mit Spott.
  • Mehrere mögliche Orte für ein neues Public Viewing werden diskutiert, darunter die Alte Dreherei und der Stadthallen-Parkplatz.

Nach dem Veto der Stadtverwaltung gegen ein Public Viewing zur Fußball-WM im Sommer auf der Schleuseninsel machen die Grünen Druck auf OB Marc Buchholz als Verwaltungschef.

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Bekanntlich hatte die Verwaltung einem Public Viewing zur WM (11. Juni bis 19. Juli) auf der Schleuseninsel, anders als noch zur EM vor zwei Jahren, eine Absage erteilt. Nach Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern hatte die Stadt unlängst kundgetan, dass sie weder auf der Schleuseninsel noch in der Müga oder in der Innenstadt Fan-Feste mit Public Viewing genehmigen werde. Als Begründung hatte sie den Lärmschutz angeführt und auf die mitunter späten Anstoßzeiten bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko hingewiesen.

Mülheims Grüne: Verwaltung soll proaktiv alternative Standorte prüfen

Die Grünen haben nun Initiative ergriffen und wollen die Verwaltung mit einem Antrag für den Sportausschuss dazu zwingen, proaktiv daran mitzuwirken, alternative Standorte für ein Public Viewing zu finden, die hinsichtlich Lärmschutz, Sicherheitsanforderungen und vorhandener Infrastruktur geeignet erscheinen.

Public Viewing bei der Fußball-EM in Mülheim an der Ruhr
So war es bei der Fußball-EM 2024 in Mülheim: Auf der Schleuseninsel gab es ein Public Viewing. Das hat die Stadt für die WM in diesem Jahr untersagt.© FUNKE Foto Services | Martin Möller

Die Grünen nennen auch schon potenzielle Orte, die sie geprüft sehen wollen, so das Gelände der Alten Dreherei in Broich, die Fläche vor dem Ringlokschuppen, den Parkplatz an den leergezogenen Hallen der Friedrich-Wilhelms-Hütte (an der Konrad-Adenauer-Brücke) und den Stadthallen-Parkplatz. Die Verwaltung sei aufzufordern, zügig „eine tragfähige Lösung zu entwickeln, damit die Menschen in Mülheim die Fußball-Weltmeisterschaft auch gemeinsam in ihrer Stadt erleben können“, so die Grünen.

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Grüner spottet: „Will der Oberbürgermeister auch das Tragen der Deutschlandfahne verbieten?“

„Ein gemeinsames Public Viewing ist weit mehr als nur Fußballschauen – es schafft Begegnung, stärkt den Zusammenhalt in unserer Stadt und bietet vielen Menschen die Möglichkeit, große Sportereignisse gemeinsam zu erleben“, erklärt dazu der Fraktionsvorsitzende Timo Spors. „Gerade deshalb brauchen wir jetzt schnell Klarheit, welche Standorte realistisch und genehmigungsfähig sind.“ Ziel sei es, einen zentral gelegenen, gut erreichbaren Ort zu finden, der sowohl eine sichere Durchführung ermöglicht als auch die Interessen der Anwohnerschaft berücksichtigt.

„Natürlich müssen berechtigte Interessen des Lärmschutzes berücksichtigt werden. Aber es stellt sich schon die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Will der Oberbürgermeister als Nächstes auch das Tragen der Deutschlandfahne verbieten? Oder wie laut ich auf den Videoschiri schimpfen darf? Dazu habe ich nämlich auch noch keine Erlasse gesehen“, spottet der Parteivorsitzende Björn Maue. 

Unternehmer Nenad Azizovic, der nach 2024 das Public Viewing auf der Schleuseninsel zum zweiten Mal aufziehen wollte, hatte zuletzt angekündigt, sich auch nach alternativen Standorten umschauen zu wollen. Er hatte die Westenergie-Sporthalle oder den Flughafen ins Spiel gebracht.