• Die Feuerwehr Mülheim wirbt rund um den landesweiten Warntag für bessere Krisen- und Katastrophenvorsorge.
  • Empfohlen werden Vorräte für zehn Tage mit Wasser, Lebensmitteln und Hygieneartikeln sowie ein gepackter Notfallrucksack.
  • Viele Bürger haben laut Umfrage noch keine persönliche Notfallvorsorge getroffen.

Sandra Schrenner, Florian Lappe und ihre Kollegen sind in den vergangenen Tagen viel in Mülheim herumgekommen: Apotheken haben sie unter anderem besucht, Kultureinrichtungen, die Krankenhäuser und das Bürgeramt. Im Gepäck hatte das Team der Feuerwehr dabei 15.000 Flyer der Stadtverwaltung und ebensoviele Exemplare einer Broschüre des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Täglich (außer Samstag)

Mülheim-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!

Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Den landesweiten Warntag am Donnerstag, 12. März, nimmt die Mülheimer Feuerwehr zum Anlass, um intensiv für die Vorsorge im Katastrophenfall zu werben. Dabei ist Florian Lappe eines ganz wichtig: „Es geht nicht um Angstmacherei.“ Doch angesichts der vielen Krisen in der Welt, sollten sich die Menschen im sicheren Deutschland mehr Gedanken darüber machen, wie sie sich auf Extremsituationen vorbereiten können. Stichwort: Selbstschutz. Denn vor einem flächendeckenden Stromausfall oder einem verheerenden Hochwasser ist auch Mülheim nicht hundertprozentig gefeit.

Notfallvorsorge: Am besten hat man Vorräte für zehn Tage

Beim Pressetermin in der Broicher Wache haben Sandra Schrenner, Sachgebietsleiterin Zivil- und Katastrophenschutz, und Feuerwehrmann Florian Lappe zwei Tische aufgebaut. Sie sollen verdeutlichen, worauf es im Extremfall ankommt. Auf dem ersten Tisch liegen etwa Zahnbürsten, Medikamente, eine Packung Windeln und lange haltbare Lebensmittel. Es sind beispielhafte Vorräte, die nach den Empfehlungen des BBK jeder in seinem Keller oder der Vorratskammer lagern sollte.

Sandra Schrenner und Florian Lappe von der Feuerwehr Mülheim rufen die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, Vorsorge für den Ernstfall zu betreiben.
Sandra Schrenner und Florian Lappe von der Feuerwehr Mülheim rufen die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, Vorsorge für den Ernstfall zu betreiben.© WAZ | Robin Brand

In der kürzlich neuaufgelegten Vorsorgebroschüre, die von der Feuerwehr in Mülheim jetzt großflächig in der Stadt verteilt wurde, heißt es unter anderem: „Alle Haushalte sollten sich möglichst zehn Tage selbst versorgen können. Das bedeutet: Wasser und Essen, medizinische Versorgung und Hygiene für den Notfall sicherzustellen.“

Was gehört in den Vorratsschrank für den Extremfall? Das hängt natürlich von den persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben ab – ein Veganer wird kaum eine Truthahnpastete einlagern wollen, auch auf Allergien sollte man selbstverständlich achten.

Vorräte schrittweise aufbauen und regelmäßig austauschen

Grundsätzlich raten die Bundesbehörde und die Mülheimer Feuerwehr dazu, möglichst lange haltbare und einfach zu verarbeitende Lebensmittel bereitzuhalten – das kann etwa eine Dose Ravioli oder eine Dose mit Trockenpflaumen sein. Ganz wichtig: ausreichend Wasser. Das BBK nimmt für eine dreiköpfige Familie einen Bedarf von 60 Litern für zehn Tage an.

„Man muss und sollte die Vorräte nicht alle auf einmal kaufen, sondern kann sie nach und nach aufbauen und austauschen“, sagt Florian Lappe. So verhindert man auch, dass selbst lange haltbare Konserven irgendwann verderben. Die Notfallrationen für zehn Tage sind zudem nur der Idealfall, ein Vorrat für drei Tage helfe schon sehr, beruhigt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Zivil- und Katastrophenschutz in Mülheim: Lesen Sie auch

Neben dem vollen Vorratsschrank setzen die Experten auf eine zweite Vorbereitungsmaßnahme – einen fertig gepackten Notfallrucksack. Auch dessen Inhalte haben die Vertreter der Mülheimer Feuerwehr auf einem Tisch ausgebreitet: Bargeld liegt da zum Beispiel, eine Packung Müsliriegel, eine voll aufgeladene Powerbank oder ein Kurbelradio, das ohne Strom funktioniert und im extremen Krisenfall zur einzigen Informationsquelle werden könnte. Kleidung gehöre ebenso in diesen Rucksack.

Die Feuerwehr rät dazu, einen fertig gepackten Rucksack für den Notfall zu Hause zu haben – da sollte auch Bargeld rein.
Die Feuerwehr rät dazu, einen fertig gepackten Rucksack für den Notfall zu Hause zu haben – da sollte auch Bargeld rein.© WAZ | Robin Brand

„Ein Notfallrucksack macht nicht nur im Katastrophenfall Sinn“, sagt Feuerwehrmann Lappe. „Auch bei Bränden kann es sehr sinnvoll sein, eine Tasche mit dem Nötigsten griffbereit zu haben.“ Wie schnell eine Evakuierung aus dem eigenen Zuhause notwendig sein kann, hat sich erst am vergangenen Wochenende beim Großbrand in Saarn gezeigt.

Die Feuerwehr nutzt die Woche des landesweiten Warntages dafür, intensiv für ihr Anliegen zu trommeln. Nicht nur per Flyer und Broschüre, sondern auch über die sozialen Netzwerke und die Medien. Am Donnerstag sendet Radio Mülheim live aus dem Notfallradiostudio in der Feuerwache und beim Thementag geht es schwerpunktmäßig um die Katastrophenvorsorge. Dass hier noch Bedarf besteht, zeigte zuletzt auch eine Umfrage des BBK: Rund 53 Prozent der Befragten in Deutschland haben noch keine gezielte Vorsorge betrieben.

Weitere Informationen

Der Vorsorgeratgeber für Krisen und Katastrophen vom BBK liegt derzeit nicht nur an zahlreichen öffentlichen Anlaufstellen in Mülheim auf, sondern ist auch online unter www.bbk.bund.de abrufbar. Dort finden sich auch zahlreiche weitere Informationen zu diesem Thema. Auch den Krisenratgeber der Stadt Mülheim hat die Feuerwehr jetzt in großer Stückzahl verteilt. Der Flyer informiert unter anderem über die 16 sogenannten Notruf- und Informationspunkte (NIP) im Stadtgebiet. Er ist auf der Internetseite der Stadt unter www.muelheim.ruhr/krisenratgeber abrufbar.