Regina Konstantinidis hat ihre traumatischen Kindheitserfahrungen aufgeschrieben und damit ein langjähriges Tabu gebrochen: Am Freitag, 24. April, um 19 Uhr liest die Autorin in der Evangelischen Familienbildungsstätte Mülheim am Scharpenberg 1b aus ihrem Buch „Verschickt, verdrängt, vergessen“.

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Das Buch behandelt die sogenannten Kinderverschickungen – ein dunkles Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte. Zwischen den 1950er- und 1990er-Jahren schickten Ärzte, Krankenkassen und Behörden Millionen Kinder zu Kur- und Erholungsaufenthalten in Heime.
Was als Gesundheitsmaßnahme gedacht war, wurde für viele Kinder zum Albtraum. Betroffene berichten heute von systematischen Demütigungen, körperlicher und psychischer Gewalt sowie nachhaltigen seelischen Schäden. Die Kinder waren oft wochenlang von ihren Familien getrennt und den Zuständen in den Heimen hilflos ausgeliefert.
Kinderverschickungen NRW: Betroffene fordern Aufarbeitung und Hilfe
Regina Konstantinidis aus Essen verarbeitet in ihrem Werk eigene schmerzhafte Erinnerungen. Sie verbindet diese mit umfangreichen Recherchen und den Stimmen weiterer Betroffener. Das Buch soll nicht nur individuelle Schicksale dokumentieren, sondern auch die systematischen Strukturen aufzeigen, die die Missstände ermöglichten.
Als aktive Mitstreiterin im Verein Aufarbeitung Kinderverschickungen NRW kämpft Konstantinidis seit Jahren für die Anerkennung des erlittenen Unrechts. Der Verein fordert eine unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung und psychosoziale Unterstützung für die Betroffenen.
Das Thema rückt zunehmend in den Fokus von Öffentlichkeit und Politik. In Nordrhein-Westfalen arbeitet bereits ein Runder Tisch an der systematischen Aufarbeitung der Verschickungen.
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Nach der Lesung haben Besucher die Gelegenheit zum direkten Gespräch mit der Autorin. Bastian Tebarth, Leiter des Citizen-Science-Projektes Kinderverschickungen NRW, moderiert die Diskussion. Das Projekt erforscht die Kinderverschickungen unter Beteiligung der Betroffenen selbst.
Der Eintritt zu der Lesung ist frei. Um Anmeldung per E-Mail an projekt@akv-nrw.de wird gebeten.








