Angesichts eines anhaltenden „Apothekensterbens“ schlagen die Apotheken in Mülheim Alarm – und rufen die Bevölkerung zur Unterstützung einer bundesweiten Online-Petition auf. Ziel der von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) initiierten Kampagne sei es, die Bundesregierung an ihre Zusage aus dem Koalitionsvertrag zu erinnern und die „angekündigte wirtschaftliche Stärkung der Vor-Ort-Apotheken unverzüglich umzusetzen“.

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„Die wirtschaftliche Basis vieler Apotheken ist dauerhaft nicht mehr auskömmlich“, erklärt Peter Lamberti, Sprecher der Apotheken in Mülheim. Das gesetzliche Honorar für verschreibungspflichtige Medikamente, das rund 85 Prozent des Umsatzes ausmache, sei seit 2013 nicht mehr angepasst worden. Gleichzeitig stünden dem aber Betriebskostensteigerungen von etwa 65 Prozent für Personal, Energie und Miete gegenüber.
Apothekenschwund gefährdet Versorgung auch in Mülheim
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Diese Finanzierungslücke, so Lamberti, gefährde die wohnortnahe, schnelle und sichere Versorgung von Patientinnen und Patienten. Bundesweit hätten seit 2013 „nahezu 20 Prozent“ aller Apotheken schließen müssen, eine Entwicklung, die längst nicht mehr nur den ländlichen Raum betreffe. In Mülheim sank die Zahl der Apotheken im Jahr 2025 von 34 auf 32 Betriebe.
Eine aktuelle Studie der Apothekerkammern Nordrhein und Westfalen-Lippe bestätigt diesen Trend und zeichnet ein insgesamt düsteres Bild für Nordrhein-Westfalen: Demnach ist die Zahl der Apotheken im Land seit 2010 um rund ein Viertel auf nur noch 3510 Betriebe gesunken. Allein im Jahr 2025 kamen auf 97 Schließungen lediglich zwölf Neueröffnungen.
Die wirtschaftliche Basis vieler Apotheken ist dauerhaft nicht mehr auskömmlich.
Peter Lamberti, Sprecher der Apotheken in Mülheim
Zahl der Ein-Apotheken-Kommunen steigt landesweit um 80 Prozent
Besonders besorgniserregend sei dabei die Zunahme von Kommunen mit nur noch einer einzigen Apotheke um fast 80 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Wie Stefan Derix, Hauptgeschäftsführer der Apothekerkammer Nordrhein, betont, legen die Kammern auf diese sogenannten Solitär-Apotheken ein besonderes Augenmerk, da sie eine „überdurchschnittliche Versorgungs- und Notdienstfunktion“ schultern und zugleich besonders anfällig für wirtschaftliche Belastungen sind.
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Auch die Apothekerinnen und Apotheker in Mülheim betonen, dass ihre Rolle weit über die reine Medikamentenabgabe hinausgehe. Durch Nacht- und Notdienste, individuelle Beratung und die Begleitung chronisch Kranker stellten die Betriebe eine Versorgung rund um die Uhr sicher und entlasteten zugleich Arztpraxen und Kliniken, so Lamberti. Die Petition sei deshalb ein klares Signal an die Politik: „Es geht nicht um Einzelbetriebe, sondern um die Sicherung einer leistungsfähigen Gesundheitsversorgung für unsere gesamte Region.“
Die Online-Petition ist unter www.openpetition.de/!fgpmn zu finden.








