Die Turck GmbH mit Hauptsitz in Mülheim hat die Kurzarbeit an ihren deutschen Standorten beendet. Grund für die Entscheidung: Der Automatisierungsspezialist sieht im ersten Quartal 2025 eine moderate Erholung der Auftragslage, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

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„Das letzte Geschäftsjahr war geprägt von Handelshemmnissen, Kostendruck und schwacher Nachfrage. Seit Anfang dieses Jahres registrieren wir eine positive Tendenz bei Auftragseingang und Umsatz“, wird Geschäftsführer Christian Wolf in der Erklärung zitiert, er ist in der Turck Holding für Vertrieb und Marketing verantwortlich. „Von daher sind wir verhalten optimistisch für die weitere Entwicklung in diesem Geschäftsjahr.“

Das Unternehmen mit Sitz an der Witzlebenstraße in Mülheim habe die Krise genutzt, um Produkt­portfolios zu optimieren, Prozesse zu digitalisieren und Nachhaltig­keits­ziele fest in der Strategie zu verankern. „Allerdings bestehen für ein global aufgestelltes Unternehmen wie Turck nach wie vor große Unwägbarkeiten, vor allem hinsichtlich der unberechenbaren Zollpolitik des US-Präsidenten“, so Wolf weiter.

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Neben den deutschen Produktionsstandorten in Halver und Beierfeld produziert das Familienunternehmen in Polen, China, Mexiko und den USA. Zollanpassungen hätten daher einen unmittelbaren Einfluss auf die Kosten vieler Produkte. Um Zollrisiken zu minimieren, will die Firma deshalb ihre Strukturen anpassen und ihre Prozesse für die Märkte in Europa, Asien und Amerika beschleunigen. Weltweit hat Turck rund 5000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in 30 Ländern aktiv.

Am Stammsitz in Mülheim ist die Vertriebs- und Marketingzentrale des Familienunternehmens beheimatet. Mehr als 360 Angestellte sind hier beschäftigt. Während am Produktionsstandort in Halver auch Stellen abgebaut werden sollten, blieb es in Mülheim bei der Kurzarbeit – sie galt seit Anfang 2024.

Mülheimer Firma Turck will wieder investieren

Mit dem Ende der Kurzarbeit will die Unternehmensleitung wieder investieren – insbesondere in der Sensorik und in Systemlösungen, um zukünftiges Wachstum zu fördern. Turck wolle sich als ganzheitlicher Anbieter „vom Sensor bis zur Cloud positionieren“, heißt es.

Dieser Ansatz wird nach Aussagen der Geschäftsführung etwa durch nennenswerte Investitionen in die Digitalisierung der Geschäftsprozesse vorangetrieben. Dabei baue Turck auch auf die Unterstützung von künstlicher Intelligenz, unter anderem beim Kundenservice. Ein weiterer Wachstumstreiber für 2025 soll das Thema Nachhaltigkeit sein.

Die Firmenzentrale von Turck am Stammsitz in Mülheim-Heißen.
Die Firmenzentrale von Turck am Stammsitz in Mülheim-Heißen.© FUNKE Foto Services | Martin Möller

„Trotz konsequenter Kosteneffizienz haben wir durch die weitere digitale Transformation unserer Prozesse und die innovative Weiterentwicklung unseres Lösungsangebots wichtige Schritte vollzogen, um uns bestmöglich auf die anhaltenden weltwirtschaftlichen Herausforderungen einzustellen und wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren“, fasst Christian Wolf abschließend zusammen.