Die Volksbank Niederrhein hat das vergangene Jahr mit einem sehr guten Ergebnis abgeschlossen. Das Kreditinstitut selbst spricht von Rekorden. „Wir blicken trotz der nachhaltigen Wirtschaftskrise in Deutschland auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Dem herausragenden Engagement unserer 272 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es zu verdanken, dass wir das Jahr mit einem erneuten Rekordgewinn abschließen konnten“, wird der Vorstandsvorsitzende Guido Lohmann lobend in einer Mitteilung an die Redaktion zitiert.

Täglich (außer Samstag)
Moers-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
So habe sich das Geldinstitut auch 2025 erfolgreich gegen die schlechten wirtschaftlichen Rahmendaten gestemmt. Das Geschäftsvolumen sei im abgelaufenen Jahr um knapp sechs Prozent auf eine neue Rekordhöhe von erstmals mehr als fünf Milliarden Euro gesteigert worden. In der Bilanz des Vorjahres waren es 4,95 Milliarden Euro und damit ein Plus von 7,4 Prozent im Vergleich zu 2023.
So sieht die Risikopolitik der Volksbank aus
„Wir sind auch 2025 unserem Geschäftsmodell als Volksbank treu geblieben und haben auf der einen Seite Spareinlagen unserer Kunden erfolgreich aufgenommen und diese auf der anderen Seite der heimischen Wirtschaft in Form von Krediten zur Verfügung gestellt“, sagt Lohmann.
Man habe in der Vergangenheit „stets die Finger von großvolumigen Immobiliengeschäften auf eigene Rechnung oder spekulativen Eigenanlagen am Kapitalmarkt gelassen“. Diese auf den ersten Blick etwas konservativ anmutende Haltung sorge dafür, dass die Bank auch in schwierigen Zeiten stets auf einem stabilen Fundament aufbauen könne. Lohmann: „Wir stehen für Sicherheit und Verlässlichkeit.“
Weitere aktuelle Nachrichten aus Moers, Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn:
- Händler verzweifeln an Dauerbaustelle in Moers: „Kurz davor, pleite zu gehen“
- Jubiläum: Felgenhof-Chef verrät Erfolgsrezept – „Gut zu kochen, reicht nicht“
- Finanzkrise in Neukirchen-Vluyn: „Steuererhöhungen lassen sich nicht vermeiden“
- Besonderer Klub für Frauen in Moers: „Unsere Älteste ist schon seit 1962 dabei“
- Und hier bekommen Sie alle News im Überblick.
Die Bank habe bei den Spareinlagen deutlich mehr als sieben Prozent zugelegt, heißt es weiter. Und sie habe den Kreditbestand um mehr als fünf Prozent ausweiten können, wobei sich das Wachstum zu etwa gleichen Teilen auf die private Baufinanzierung und das Firmen- und Gewerbekundengeschäft aufteile.
„Wir haben keine sogenannten Klumpenrisiken“, erläutert Lohmann die Risikopolitik der Bank; er spricht von einer über alle Branchen breit gestreuten Investition. Ferner habe der Provisionsüberschuss um gut sieben Prozent gegenüber 2024 ausgebaut werden können. Alles in allem verzeichnete die Volksbank Niederrhein für das Geschäftsjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung ihres Bilanzgewinnes um rund fünf Prozent.
Keine Nachrichten mehr aus Moers verpassen:
- Mit unserem Moers-Newsletter kommen die wichtigsten Artikel des Tages jeden Abend direkt ins Mail-Postfach. Hier geht’s zur kostenlosen Anmeldung!
- Folgt der Moerser Redaktion jetzt auch bei WhatsApp und Instagram!
Trotz aller den Banken auferlegten regulatorischen und bürokratischen Hemmnisse richte man die Kraft der gesamten Belegschaft auf die optimale Begleitung der Kunden durch die anhaltende Wirtschaftskrise.
Vorstand und Aufsichtsrat werden der Vertreterversammlung am 22. Juni eine Dividendenzahlung auf die Genossenschaftsanteile von vier Prozent plus einem Prozent Sonderdividende vorschlagen. „Mit einer Dividende von fünf Prozent wollen wir im Sinne unserer genossenschaftlichen Grundüberzeugung unsere Mitglieder, deren Zahl wir erstmals auf über 26.000 steigern konnten, angemessen an unserem Erfolg beteiligen“, kündigt Guido Lohmann an.
Personalien
Der Vorstandsvorsitzende Guido Lohmann hat seinen Dienstvertrag auf Wunsch des Aufsichtsrates vorzeitig bis zum 30. März 2031 verlängert. Das Vorstandsmitglied Dieter Hackstein wird im Sommer 2028 in den Ruhestand gehen. Und es gab eine Premiere: Vorstandsmitglied Jan Terlinden war erstmals bei einer Bilanz-Pressekonferenz dabei.
Im Zuge der Bilanz-Präsentation zeigt sich der Bankchef betroffen von der wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Lage: Die längste rezessive Phase in der Wirtschaft seit rund 80 Jahren erfordere mehr denn je entschiedenes Handeln. Lohmann: „Wir brauchen schnellstens eine echte Wirtschaftswende und die Bereitschaft, Wohlstand wieder zu erarbeiten, statt nur verteilen zu wollen.“ Der Ausblick auf 2026 fällt mithin nur verhalten positiv aus. Lohmann geht von einem Anstieg der Wirtschaft von knapp einem Prozent, einer Inflation um die zwei Prozent und eher stabilen langfristigen Zinsen aus.
Der Bankchef aus Moers spricht die geopolitische Lage an
Der Privatkonsum werde auch 2026 kaum Wachstumsimpulse setzen; die Wohnungsnot nehme insbesondere in großen Städten weiter zu. In der Folge sieht er weiter steigende Mieten, die sich „auch in unserer Region schon jetzt deutlich zeigen“ würden.
Die Szenarien beinhalteten noch nicht mögliche Verwerfungen, die durch eventuelle geopolitische Konflikte oder Eskalationen entstehen könnten. Weltweite Krisenherde und das „unfassbar egozentrische Vorgehen des US-Präsidenten Trump“ sieht Lohmann als eine permanent große Gefahr für die wirtschaftliche und politische Stabilität in Europa und auf der Welt. Für seine Bank bleibt er trotzdem auch 2026 optimistisch. Man sei gut aufgestellt und habe „eine klasse Mannschaft“.
sovo




