Es ist nicht lange her, da stieß Kuboshow-Veranstalter Holger Wennrich auf Instagram auf Rod Penner. Der Kanadier malt Szenen von amerikanischen Kleinstädten im fotorealistischen Stil. Vielleicht ein Kandidat für Wennrichs Kunstmesse, die am Samstag, 7., und Sonntag, 8. November, in den Flottmann-Hallen stattfindet? Nein! Einerseits bewegen sich Penners Preise jenseits des Kuboshow-Rahmens, der bis etwa 5000 Euro reicht. Andererseits tut die Digitalisierung ihr Übriges.

Trend: Künstler vermarkten ihre Werke direkt auf Instagram & Co.
Der Grund: Wennrich hat in der jüngeren Vergangenheit einen Trend zur „Direktvermarktung“ festgestellt. Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Werke auf Plattformen wie Instagram oder TikTok und verkaufen sie über diese Kanäle auch gleich. Wennrich kennt Beispiele von Malern, die früher zu Gast bei der Kuboshow waren, sich inzwischen aber ausschließlich in den sozialen Netzwerken tummeln und dort ihre Werke anbieten. Erfolgreiche Künstler würden teilweise sechsstellige Summen im Jahr umsetzen. Für potenzielle Käuferinnen und Käufer habe diese Art der Sammelei allerdings den Nachteil, dass sie das Gemälde oder die Skulptur vor dem Kauf nie „live“ gesehen hätten.
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Das ist bei der Kuboshow selbstverständlich völlig anders. Bei der Messe sind wieder rund 1500 Werke von 75 Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. Und das Publikum kann mit ihnen ins Gespräch kommen. Der direkte Austausch ist nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal der Kunstmesse. In den Flottmann-Hallen sind es nicht Galerien, die die Werke anbieten, sondern die Künstler selbst.
Kuboshow ist eine wichtige Station für Nachwuchskünstler
Angesichts der „Konkurrenz“ von Insta und Co. sei es schwieriger geworden, Künstler zu finden, die ins Kuboshow-Raster passen. Dass Wennrich bei seiner Suche immer noch erfolgreich ist, offenbaren die Zahlen. Seine Veranstaltung habe sich eben in der jungen Kunstszene etabliert. Die Messe in den Flottmann-Hallen zeigt zum großen Teil Studenten und Absolventen deutscher und internationaler Kunstakademien. Herne könne für junge Künstler eine wichtige Station in ihrer Karriere sein. Er spreche mit jeder Künstlerin und jedem Künstler im Vorfeld der Messe, so Wennrich. Zum internationalen Charakter trägt erneut eine Gruppe von Letten bei, die Verbindung ins Baltikum besteht bereits seit einigen Jahren.

Zu den Stammgästen bei den Künstlern zählt Klaus Sievers aus Essen. Er war schon dabei, als die Messe noch Kunstbombe hieß, seine Kunstakademiezeiten sind also lange vorbei. Sievers bestätigt Wennrich: Toll an der Kuboshow sei, dass man als Künstler einen direkten Kontakt zum Publikum finden könne. Gerade die Menschen des Ruhrgebiets würden direkt sagen, was sie denken. Längst ist die Kuboshow für Sievers ein fester Termin im Kalender und „ein Höhepunkt im Jahr“.
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Auch wenn der Hauptteil des Publikums aus dem Ruhrgebiet kommt, nehmen zahlreiche Besucherinnen und Besucher auch deutlich längere Anfahrtswege auf sich. Die Gäste kommen längst nicht nur aus Herne und dem Ruhrgebiet, sondern aus ganz NRW und darüber hinaus. Wennrich: „Manche Künstler haben in Herne eine echte Fanbase, die Kunden kommen, um hier die neuen Werke zu sehen. Ich habe aber auch jedes Jahr jemanden, der vorher noch nie von der Kuboshow gehört hatte und überrascht ist, dass so eine Veranstaltung in Herne stattfindet.“ Das zeige, dass die Kuboshow Bedeutung für den Ruf der Stadt habe.

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Zur Messe erscheint ein digitaler kostenfreier Katalog mit rund 500 Abbildungen. Kuboshow Kunstmesse: 7. und 8. November, jeweils 10 bis 18 Uhr, der Eintritt kostet acht Euro. Informationen im Netz: www.kuboshow.de




