Wenn die Mitglieder des evangelischen Kirchenkreises Herne zu ihren turnusmäßigen Synoden zusammenkommen, steht das Thema Finanzen seit einigen Jahren immer auf der Tagesordnung. Und mit jedem Jahr rückt es in der Dringlichkeit immer weiter nach oben. Wie angespannt die Lage inzwischen ist, offenbarte die Synode am vergangenen Samstag. Und: Bei den Kindertagesstätten sind Sparbemühungen offensichtlich seit Jahren verschleppt worden.

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Rückblende: Die Kreissynode hatte bei ihrer Tagung im November 2025 eine strategische Ausrichtung des Kirchenkreises Herne bis 2030 beschlossen. In diesem Zusammenhang erinnerte Superintendentin Claudia Reifenberger an die Ausgangslage – das erstmalige Haushaltsdefizit, die weiter zu erwartende Verringerung der zur Verfügung stehenden Ressourcen und die Erfordernis, die Ausgaben bis 2030 um 2,4 Millionen Euro (von 9,3 auf 6,9 Millionen Euro) zu reduzieren.

Superintendentin Claudia Reifenberger.
Superintendentin Claudia Reifenberger hat bei der Kreissynode noch einmal eindringlich auf die Sparziele hingewiesen.© FUNKE Foto Services | Ralf Rottmann

Die Konsequenz: Gemeinden und Referatsleitungen müssen nun für jedes Handlungsfeld konkrete Maßnahmen und einen Zeitplan vorlegen, wie verabredete Einsparziele erreicht werden sollen – und regelmäßig über Fortschritte berichten.

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Superintendentin Reifenberger nahm in diesem Zusammenhang besonders die Kindergartengemeinschaft und das Schulreferat des Kirchenkreises in den Blick – und das aus gutem Grund: Die Synode hatte bereits im Jahr 2011 – also vor 15 Jahren – den Grundsatzbeschluss gefasst, dass maximal eine Million Euro pro Jahr in die Kindergartengemeinschaft fließen. Doch die Realität sieht laut Reifenberger völlig anders aus: Denn diese Grenze sei nie eingehalten worden. „Im Kindergartenjahr 2024/2025 lag die Finanzierung 38 Prozent über dem verabredeten Betrag, Tendenz seitdem steigend“, so Reifenberger.

„Überdies gibt es die Gebäude betreffend einen Sanierungsstau in Höhe von nahezu acht Millionen Euro“, ergänzte Verwaltungsleiterin Carrie Bettenhausen in ihren Erläuterungen zum Haushaltssicherungskonzept, das die Verwaltung erstellen muss, weil der Mehraufwand derzeit nur durch Rücklagenentnahmen gedeckt werden kann. Im Ergebnis übersteigen die Kosten für die Kindergartengemeinschaft die finanziellen Möglichkeiten des Kirchenkreises deutlich. Deshalb werde derzeit ein Wechsel zu einem anderen kirchlichen Träger in Betracht gezogen – eine entsprechende Prüfung laufe. „Weil der Trägerwechsel nicht sicher ist, arbeiten wir derzeit daran, kleinere oder ineffiziente Kita-Standorte zu bündeln und größere, stabile Einheiten zu schaffen – immer im Dialog mit den Kommunen“, so Bettenhausen. Aufgrund der großen Bedeutung der Kindergartenarbeit wird sich die Kreissynode am Freitag, 25. September, auf einer Sondertagung mit der Zukunft ihrer Kindergartengemeinschaft auseinandersetzen.