Rund 1200 Erdkröten konnten die vielbefahrene Hofstraße an der Grenze zu Gelsenkirchen sicher überqueren – auf ihrem Weg zum Laichgebiet neben dem Tierheim Herne-Wanne. Zwischen Ende Februar und Ende April sorgten dafür etwa 20 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Darüber berichtet Monika Siemann, Organisatorin der Krötenrettung.

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Fast 700 Tiere wanderten anschließend zurück und querten ein zweites Mal sicher die Hofstraße. Für die Freiwilligen bedeutete das über 700 Stunden geopferte Freizeit und viele Kilometer zu Fuß auf und ab entlang der Hofstraße. Ein großes Ärgernis für die Tierretter: die Autofahrerinnen und Autofahrer, die sich nicht an das nächtliche Fahrverbot halten.

Freiwillige retten Hunderte Kröten bei nächtlichen Einsätzen

Die Hernerin Monika Siemann koordiniert seit ein paar Jahren die Freiwilligen, die im Frühling bei Einbruch der Dunkelheit ein paar Stunden lang die Krötenzäune abwandern, Eimer leeren, Kröten einsammeln und auf der anderen Straßenseite absetzen. Eine zweite Schicht kontrolliert dann am frühen Morgen die Eimer auf Kröten, die spät nachts noch unterwegs waren.

Hochsaison war dieses Jahr schon Ende Februar, als die warmen Temperaturen die Kröten ungewöhnlich früh aus dem Winterversteck trieben. An einem Tag wurden morgens und abends zusammen fast 170 Tiere aufgesammelt, berichtet Siemann. Auch eine regnerische, warme Samstagnacht im April ist in Erinnerung geblieben, als die Freiwilligen über 200 Erdkröten einsammelten.

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Die Zahl der Erdkröten, die ins Laichgebiet wandern, sei in den vergangenen drei Jahren ungefähr gleichgeblieben. Dieses Jahr seien allerdings deutlich mehr Tiere nach dem Laichen auf anderen Wegen in ihr Sommerquartier gewandert oder in der Nähe der Teiche geblieben, so Siemann.

Autofahrer ignorieren Sperrung – Mehr tote Kröten als 2025

Februar bis April vom Röhlinghauser Friedhof an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen bis zum Reiterhof von 18 Uhr bis 4 Uhr für den Autoverkehr gesperrt. Nur der Linienbus darf fahren. „Trotzdem zählen die Naturfreunde während ihrer Patrouillen Abend für Abend mindestens 20 Fahrzeuge, die zum Teil mit hoher Geschwindigkeit durch die Hofstraße brettern“, heißt es weiter.

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Zur Bilanz des Frühlings gehören laut den Krötenrettern deshalb auch 33 überfahrene Kröten, deutlich mehr als voriges Jahr. Sie fordern deshalb, die Straße ab dem Kreisel Ostpreußenstraße/Hofstraße auf Gelsenkirchener Gebiet bis wenigstens zum Tierheim im Frühling ganz zu sperren. Siemann: „Helfen würde es aber auch, wenn die Polizei häufig und nachdrücklich das Fahrverbot überprüfen würde.“