Zusammenfassung
- Zwei 15-jährige Jugendliche waren in Hattingen in eine Messerstecherei verwickelt, die eine Mordkommission untersucht.
- Gewalt gehört zu den häufigsten Straftaten von Jugendlichen im Ennepe-Ruhr-Kreis, mit Rohheitsdelikten an erster Stelle.
- Der tatverdächtige Deutsch-Türke wird einem Haftrichter vorgeführt, während die Ermittlungen der Hagener Mordkommission weiterlaufen.
Zwei Jugendliche waren in Hattingen in eine Messerstecherei verwickelt. Eine Mordkommission ermittelt. Polizei und Staatsanwaltschaft gaben zunächst nur wenige Informationen heraus. Inzwischen gibt es mehr Details.

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Am Sonntagabend gegen 19.50 Uhr hielt sich demnach ein 15-jähriger Iraker vor der Moschee an der Martin-Luther-Straße auf. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wird er von einem Gleichaltrigen mit deutsch-türkischer Nationalität aus bislang ungeklärter Ursache angegriffen und niedergestochen. Der Jugendliche schleppt sich schwer verletzt zur Esso-Tankstelle. Dort rufen Passanten sofort den Notarzt. In Lebensgefahr befindet sich das Opfer laut Polizei nicht. Der 15-Jährige wird aber weiter im Krankenhaus behandelt.

Der Bereich um die Esso-Tankstelle, nahe der Kreuzung zur August-Bebel-Straße, wo am Samstag eine Straßenbahn und ein Feuerwehrauto kollidiert waren, war am Abend weiträumig abgesperrt.
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Nach dem Tatverdächtigen leitete die Polizei noch am Abend eine Fahndung ein. Er konnte wenig später in einem Krankenhaus angetroffen werden, wie die zuständige Polizei Hagen mitteilt. Auch er, ebenfalls 15, war verletzt und blieb zur stationären Behandlung in der Klinik.
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Die Hattinger sind alarmiert: „Wir haben Angst um unsere Kinder“, meldet sich eine Mutter über Social Media. Schon im vergangenen Jahr hatte es innerhalb weniger Tage zwei Messerangriffe in Hattingen gegeben. An der Käthe-Kollwitz-Straße hatten Bauarbeiter einen Anwohner schwer verletzt, als der sich beschwerte. Ein Streit endete auf der oberen Heggerstraße blutig - auch da war unter anderem ein Jugendlicher beteiligt. In beiden Fällen gibt es inzwischen Gerichtsurteile.

Tatsächlich gehört Gewalt zu den häufigsten Straftaten, die Jugendliche im Ennepe-Ruhr-Kreis begehen. So geht es aus der Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr hervor. Demnach waren in 22,9 Prozent der Straftaten die Tatverdächtigen unter 21 Jahre alt.
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Die häufigsten Delikte der jungen Straftäter: sogenannte Rohheitsdelikte auf Platz 1. Dazu zählt unter anderem Körperverletzung, Raub, Freiheitsberaubung - also Straftaten, bei denen Gewalt im Spiel war. Auf Platz 2 folgt bei den jungen Straftätern Diebstahl, auf Platz 3 Fälschung. Im Zuständigkeitsbereich der Kreispolizei (alle Kreisstädte außer Witten) entfielen auf diese drei Hauptvorwürfe zuletzt 1002 Tatverdächtige unter 21 Jahren. 244 davon kommen aus Hattingen: Platz 1. Es ist allerdings auch die größte Stadt des Zuständigkeitsbereichs. Zum Vergleich: Aus Sprockhövel stammten im vergangenen Jahr 120 tatverdächtige Jugendliche.

Der Anteil der straftätigen Jugendlichen an den Tatverdächtigen insgesamt hat in den vergangenen zwei Jahren wieder abgenommen. Allerdings ist es ein stetiges Auf und Ab. Fast ein Viertel der Straftaten ging in der Hochzeit (2017 und 2022) auf das Konto von Jugendlichen.
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Im aktuellen Fall wird der tatverdächtige Deutsch-Türke auf Antrag der Staatsanwaltschaft Essen noch am Montag einem Haftrichter vorgeführt. Hintergründe und genaue Abläufe des Vorfalls sind Bestandteil der laufenden Ermittlungen einer Hagener Mordkommission. Kriminaltechniker hatten noch in der Nacht die Spuren gesichert.









