Stromausfall über mehrere Stunden, kein Telefon, kein Internet, Ampeln fallen aus, Züge fahren nicht mehr – ein Szenario, das für viele Menschen schwer vorstellbar ist. Doch genau das passierte Ende April, als ein Stromausfall Spanien und Portugal lahmlegte. Grund genug, nachzufragen: Wie sollten sich Hattinger vorbereiten? Und wo gibt es Anlaufstellen in Notlagen in der Stadt?

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Auf dem Wochenmarkt hatte die Stadt Hattingen einen Informationsstand zum Thema „Notfallvorsorge“ aufgebaut. Ziel: Die Bevölkerung sensibilisieren – mit praktischen Tipps, Informationsmaterial und einem Quiz rund um den Notfallrucksack. Dabei stellte sie auch die Notfall-Informationspunkte vor.

Lebensmittel, Aufwärmmöglichkeiten und Ähnliches gibt es dort nicht.

Jessica Krystek, Sprecherin Hattingen

Das Konzept der Notfall-Informationspunkte ist noch nicht alt. Entstanden ist es 2022 im Zuge des Ukraine-Krieges, weil befürchtet wurde, dass es zu einem Mangel an Gas kommen könnte. Sollte also die Energieversorgung ausfallen, wurden für Hattingen sieben Orte festgelegt, an denen die Bevölkerung Hilfe bekommen kann - vor allem dann, wenn der Notruf per Telefon nicht mehr funktioniert.

Stromausfall in der Wohnung, Mann leuchtet mit Feuerzeug und überprüft den Sicherungskasten. Elektrizität, Strom Ausfall, Blackout Konzept
Fällt der Strom längere Zeit aus, funktionieren auch viele Einrichtungen des täglichen Lebens nicht mehr.© picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer

„Für die Notfall-Informationspunkte wurden Feuerwehrhäuser ausgewählt, da davon ausgegangen wird, dass der Standort der Häuser allgemein bekannt ist“, erklärt Stadtsprecherin Jessica Krystek. Die Feuerwehrkräfte dort sind auch in der Lage, im Bedarfsfall Erste Hilfe zu leisten und zu einem Notfall auszurücken. Vor allem sollen es die Punkte aber möglich machen, Notfälle überhaupt zu melden und Informationen zu verbreiten, wenn es zu langanhaltenden Stromausfällen kommt, Mobilfunk und Internet lahmgelegt sind.

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Und hier befinden sich die Informationspunkte:

+++ Update +++

Die Stellen wurden 2026 verändert und befinden sich jetzt hier:

  • Niederwenigern: Feuerwehrhaus, Burgaltendorferstraße 4A
  • Winz-Baak: Grundschule Oberwinzerfeld, Regerstraße 33
  • Welper: Kinder und Jugendtreff, An der Hunsebeck 18
  • Welper: Gesamtschule Hattingen, Marxstraße 99
  • Innenstadt: Bürgerzentrum Holschentor, Talstraße 8
  • Holthausen: Schulzentrum, Lindstockstraße 2
  • Holthausen: Grundschule, Am Hagen 8
  • Südstadt: Hauptfeuerwache Hattingen, Wildhagen 2
  • Bredenscheid: Grundschule, Habichtstraße 24
  • Elfringhausen: Feuerwehrhaus, Felderbachstraße 5

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Sollte die Notlage länger anhalten, werden noch vier weitere Stellen eingerichtet, an denen Bürger Hilfe suchen können. Auch hierfür sind genaue Standorte festgelegt:

  • Innenstadt: Rathaus, Rathausplatz 1
  • Rauendahl: Kinder- und Jugendtreff, Mundscheidstraße 12a
  • Winz-Baak: Bürgertreff, Regerstraße 33 , Eingang Wagnerstraße
  • Oberstüter: Bürgertreff, Am Brunnen 27

Wichtig: Die Notfall-Informationsstellen sind nicht als Aufenthaltsorte in Krisenfällen gedacht. „Lebensmittel, Aufwärmmöglichkeiten und Ähnliches gibt es dort nicht“, betont die Stadtsprecherin. Für die Grundversorgung sollen die Bürger selbst vorsorgen. Wie, erklärte Marlon Mawick vom Kommunalen Krisenmanagement zwischen den Marktständen.

Vorräte stehen in einem Küchenschrank
Auf Notsituationen sollte sich jeder mit einem Vorrat an Lebensmittel und vor allem Trinkwasser vorbereiten.© Christin Klose/dpa-tmn | Christin Klose

Er beantwortet Fragen, verteilt Broschüren und – und macht deutlich, wie wichtig es ist, vorbereitet zu sein. „Wir möchten ein Bewusstsein dafür schaffen, dass auch in Deutschland kritische Situationen möglich sind – auch wenn ein Ausfall wie in Spanien oder Portugal hierzulande weniger wahrscheinlich ist“, sagt Mawick.

Kerzen, Wasser, Konserven – was jeder zu Hause haben sollte

Viele Passanten zeigen großes Interesse, manche machen spontan beim Notfallrucksack-Quiz mit. Gefragt wird: „Was gehört wirklich in einen Rucksack, wenn es plötzlich keinen Strom mehr gibt?“ Die richtige Antwort: Medikamente, Taschenlampe, Dosenöffner und zwölf weitere Gegenstände sollte jeder in seinem Rucksack haben.

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„Wasser ist in einem Notfall am wichtigsten“, erklärt Mawick. Empfohlen werden mindestens sechs Liter Wasser pro Person für drei Tage – ideal seien Vorräte für bis zu zehn Tage. Ein 72-Stunden Vorrat sei dabei gar nicht so groß, wie viele denken würden.

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Bei vielen fehle noch das Gespür für die Relevanz der Thematik, so der Krisenmanager. Es gehe dabei nicht um Panikmache, sondern um einfache, durchdachte Vorbereitung. So wie auch bei den zentralen Informationspunkten. Die kamen bisher übrigens noch nie zum Einsatz. „Ab wann die Notfallinformationspunkte im Katastrophenfall aufgesucht werden können, hängt maßgeblich von Art und Ausmaß der jeweiligen Lage ab. Fällt aber der Notruf 112 aus, greifen im Stadtgebiet sofort die festen Notfallinformationspunkte“, so Krystek.

Empfehlungen für den Notfall

Wer sich umfassend über Notfallvorsorge und empfohlene Vorräte informieren möchte, findet hilfreiche Hinweise und Materialien auf der Website der Stadt unter dem Menüpunkt Leben/ Verhalten in Notsituationen.

Die Stadt empfiehlt: Bereiten Sie sich vor, indem Sie Lebensmittel, Wasser, benötigte Medikamente, Bargeld, Kerzen/Taschenlampen, Power-Banks und ein batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio im Haus haben.

Außerdem gilt in Notsituationen folgendes:

Ruhe bewahren. Lage erfassen: Ist der Strom vielleicht nach wenigen Minuten wieder da? Radio einschalten, auf Lautsprecherdurchsagen achten. Falls tatsächlich ein flächendeckender, längerer Stromausfall vorliegt: Nach eventuell hilfsbedürftigen Nachbarn schauen. Keine Gas-Heizstrahler, Gas-Kocher, Gas- oder Kohlegrills in geschlossenen Räumen betreiben. Es besteht Lebensgefahr! Bei akuter Notlage Notfallinformationspunkte aufsuchen.

Notfalllager im klassischen Sinn - mit Lebensmitteln und anderen Dingen - gibt es derzeit übrigens nicht. Sie werden situationsabhängig aufgebaut. „Wir können eigentlich alles – aber jeder Krisenfall ist individuell und es gibt keine Musterlösung“, betont Mawick.