E-Scooter erfreuen sich nicht nur in Gladbeck seit einigen Jahren einer immer größeren Beliebtheit: klein, wendig, mobil – und das ohne Kraftaufwand. Diese Entwicklung hat aber auch eine zweite Seite. Seit einigen Jahren steigt die Zahl der Unfälle, in die Menschen auf E-Scootern verwickelt sind. Beschwerden aus der Bevölkerung über deren Fahrverhalten nehmen zu. Das Polizeipräsidium Recklinghausen zieht für seinen Einzugsbereich eine aktuelle Bilanz und erklärt, wie es die Unfallzahlen senken will.

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Ein Vorfall ereignete sich zum Beispiel am 11. Februar in Gladbeck. Es kam laut Bericht auf der Straße „Am Allhagen“ zu einem Zusammenstoß zwischen einem E-Scooter und einem achtjährigen Kind als Fußgänger.

In Gladbeck wurde ein Kind bei einem Unfall verletzt

„Auf dem E-Scooter waren zwei jugendliche Frauen unterwegs. Alle Beteiligten stürzten. Die Jugendlichen auf dem E-Scooter flüchteten. Das Kind wurde leicht verletzt“, so die Polizei.

Dieses Ereignis stehe beispielhaft für Unfälle in Verbindung mit E-Scootern. „Aktuell nehmen die Unfallzahlen mit E-Scooter-Fahrenden im Kreis Recklinghausen und der Stadt Bottrop zu“, stellt die Recklinghäuser Behörde fest. Im Jahr 2025 ereigneten sich 184 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von E-Scootern. In 155 Fällen wurden dabei Menschen verletzt. Davon waren 144 Betroffene selber mit dem E-Scooter unterwegs. In 19 Fällen verletzten sich E-Scooter-Fahrer sogar schwer.

Polizei rechnet mit einer weiteren Steigerung der Unfallzahlen

Zudem sei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, da bei Alleinunfällen mutmaßlich die Polizei nicht gerufen werde. Die Behörde berichtet: „Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 mit 82 Unfällen kann im weiteren Verlauf des Jahres 2026 mit einer weiteren Steigerung der Unfallzahlen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Recklinghausen gerechnet werden.“

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An den genannten 184 Verkehrsunfällen im Jahr 2025 waren 81 Kinder oder Jugendliche (unter 18 Jahren) beteiligt.

„Kleine Räder, tiefer Schwerpunkt, lange Lenkstange und zügige Geschwindigkeit – im Gegensatz zu Fahrrädern sind E-Scooter deutlich instabiler, Fahrfehler verzeiht das Kraftfahrzeug deutlich seltener“, heißt es. Das führe zu Stürzen und schweren Verletzungen, auch weil keine Schutzausrüstung, wie beispielsweise ein Helm, gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Polizei empfehle sie.

Die Polizei empfiehlt Schutzausrüstung

Die Liste der gängigen und immer wieder festgestellten Verstöße in Verbindung mit E-Scootern ist lang. Dazu zählen das Fahren zu zweit auf einem E-Scooter, die Nutzung des Smartphones, Befahren von Gehwegen (auch als „Geisterfahrer“), rücksichtloses Fahrverhalten, Fahrten unter Alkoholeinfluss – hier gelten die Promillegrenzen wie beim Autofahren –, das Fahren ohne Versicherungsschutz und Manipulationen, um die maximal zugelassene Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern überschreiten zu können.

Daher mein Aufruf an alle Verkehrsteilnehmende, sich an die Verkehrsregeln zu halten und gegenseitig Rücksicht zu nehmen

Friederike Zurhausen, Polizeipräsidentin Recklinghausen

„Die Kombination aus vergleichsweiser hoher Geschwindigkeit, oft fehlender Schutzkleidung und der Bauweise von E-Scootern begünstigt eine schwere Unfallfolge. Die Fahrzeuge sind klein und schnell, das führt dazu, dass sie im Straßenverkehr übersehen werden können“, stellt die Polizei fest. Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen: „Daher mein Aufruf an alle Verkehrsteilnehmende, sich an die Verkehrsregeln zu halten und gegenseitig Rücksicht zu nehmen.“

Für E-Scooter gelten Voraussetzungen

E-Scooter sind versicherungspflichtig. Das entsprechende Versicherungskennzeichen muss jährlich erneuert werden. Sie dürfen ab einem Alter von 14 Jahren und nur von einer Person gefahren werden. Bei Unfällen und deren Folgen können Eltern für die Haftung herangezogen werden.

Die Präsenzkonzeption ,Leichtmobilität im Fokus‘ soll dafür sorgen, dass das Sicherheitsbewusstsein bei den E-Scooter-Fahrenden erhöht wird und die Unfallzahlen gesenkt werden

Polizeipräsidium Recklinghausen

Vorgeschrieben sind außerdem eine ABE-Nummer, zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen, Vorder- und Rücklicht sowie eine Klingel.

Das Polizeipräsidium Recklinghausen plant während der Präsenzkonzeption „Leichtmobilität im Fokus“ im laufenden Jahr zusätzlich zu allgemeinen Kontrollen insgesamt drei Aktionswochen. Außerdem gibt es immer wieder Schwerpunktkontrollen im gesamten Einzugsgebiet der Behörde. Das Präsenzkonzept stelle die Sicherheit für alle Beteiligten und das respektvolle Miteinander in den Mittelpunkt. Es soll bewirken, dass das Sicherheitsbewusstsein bei den E-Scooter-Nutzern erhöht wird und die Unfallzahlen gesenkt werden.

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Ebenfalls liegt hierbei ein Schwerpunkt auf der Förderung der Akzeptanz von Schutzausrüstung. Denn: „Ein Helm kann das Leben retten!“