Nun passiert es also doch, wie befürchtet: Die Tafel in Gladbeck bekommt eine neue Struktur. Schon ab kommender Woche ändert sich die Ausgabe der Lebensmittel für bedürftige Menschen grundlegend. Eine weitere, bislang nie dagewesene Maßnahme, ergreift das lokale Deutsche Rote Kreuz (DRK), das den Tafelladen auf Rädern in Gladbeck auf die Straße bringt.

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Damit zieht die Hilfsorganisation die Reißleine. Wilhelm Walter, Vorsitzender des DRK-Präsidiums Gladbeck, hatte immer und immer wieder auf die Notlage der Tafel hingewiesen: sowohl in finanzieller als auch in personeller Hinsicht. Zwischenzeitlich bestand sogar die Gefahr, dass das Angebot knapp vor dem Aus steht.

Ressourcen der Gladbecker Tafel sind begrenzt

Finanzierung, ehrenamtliche Kräfte und Logistik stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Erst Anfang des Jahres hatte Wilhelm Walter, Kopf der Gladbecker Tafel, ein neues Konzept in Erwägung gezogen. Ausgaben und Einnahmen stehen in keinerlei Verhältnis. Und die Zahl der Bedürftigen, die sich an der Tafel wegen Lebensmittel anstellen, steigt kontinuierlich. Allein bei den Terminen auf dem Marktplatz in der Stadtmitte stehen jeweils bis zu 120 Menschen an.

Fast 2500 Menschen sind registriert. Für sie wurden die Gebühren bereits von drei auf fünf Euro erhöht. Steuerte das DRK-Tafelmobil bislang zu festen Zeiten die Stadtteile an, ist das vorbei. Wilhelm Walter hatte bereits ins Gespräch gebracht, die Lebensmittelausgabe zentral zu organisieren, beispielsweise am Sitz des DRK Gladbeck an der Europastraße.

Der Ort der Lebensmittelausgabe ändert sich

Diese Idee wird nun umgesetzt, allerdings an einer anderen Stelle, eher in Stadtmitte-Nähe. „Ab dem 22. Juni wird die Lebensmittelausgabe an einem zentralen Standort gebündelt“, teilt das DRK jetzt mit. Die Ausgabe erfolgt künftig ausschließlich am Festplatz an der Horster Straße.

Die Gladbecker Tafel versteht sich weiterhin als verlässliche Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Zugleich wird deutlich: Dieses Angebot lebt vom Engagement vieler Ehrenamtlicher, von Lebensmittelspenden, finanzieller Unterstützung und gesellschaftlicher Solidarität

Deutsches Rotes Kreuz Gladbeck

Die neuen Termine sind: mittwochs und donnerstags, 13 bis etwa 15 Uhr. Das bedeutet im Umkehrschluss: Die bisherigen Ausgabestellen in Brauck, Rentfort-Nord und Zweckel entfallen damit ab sofort.

Überwiegend Ehrenamtliche stemmen die Gladbecker Tafel

Das Deutsche Rote Kreuz Gladbeck erklärt: „Bisher wurden mehrere Ausgabestellen im Stadtgebiet mit dem Tafel-Mobil angefahren. Was über lange Zeit mit großem Engagement möglich gemacht wurde, ist organisatorisch, finanziell und personell inzwischen kaum noch zu stemmen.“ Jede zusätzliche Ausgabestelle bedeute Fahrten, Aufbau, Transport, Sortierung, Koordination und Nachbereitung – getragen überwiegend durch ehrenamtliche Kräfte.

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„Unsere Ehrenamtlichen geben alles, um die Versorgung bedürftiger Menschen in Gladbeck aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig müssen wir ehrlich sagen: Die Belastung ist hoch, die Kosten steigen, und die vorhandenen Ressourcen reichen nicht unbegrenzt“, so die Gladbecker Tafel, „mit der Bündelung der Ausgabe am Festplatz versuchen wir, die bestehenden Strukturen so gut wie möglich zu erhalten.“

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Die Entscheidung sei dem DRK nicht leichtgefallen. Den Verantwortlichen sei bewusst, „dass der Wegfall der bisherigen Ausgabestellen für viele Kundinnen und Kunden eine erhebliche Umstellung bedeutet“. Dennoch sei dieser Schritt notwendig, um die begrenzten personellen, organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten verantwortungsvoll einzusetzen. „Bereits seit einigen Tagen werden die Kundinnen und Kunden am Tafelmobil informiert“, heißt es.

Die Gladbecker Tafel auf Rädern steuerte bisher die einzelnen Stadtteile an. Foto: DRK Gladbeck
Die Gladbecker Tafel auf Rädern steuerte bisher die einzelnen Stadtteile an. Foto: DRK Gladbeck

Die Gladbecker Tafel verstehe sich weiterhin als verlässliche Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Zugleich werde deutlich: „Dieses Angebot lebt vom Engagement vieler Ehrenamtlicher, von Lebensmittelspenden, finanzieller Unterstützung und gesellschaftlicher Solidarität. Ohne diese Unterstützung geraten soziale Hilfsangebote wie die Tafel zunehmend unter Druck.“

Hinter jedem Ausgabetermin steckt ein riesiger Aufwand

Und noch eine einschneidende Änderung, die der Gladbecker DRK-Chef ebenfalls zu Jahresbeginn aufs Tapet gebracht hatte, steht an: Die Tafel legt vom 4. August bis einschließlich 1. September eine Sommerpause ein – ein Novum für das Gladbecker Angebot. Das heißt: In dieser Zeit werden keine Lebensmittel ausgegeben. „Die Pause dient vor allem dazu, den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern eine dringend benötigte Verschnaufpause zu ermöglichen.“

Jede Art von Unterstützung ist willkommen

Die erste Lebensmittelausgabe nach der Sommerpause erfolgt wieder im September zu den regulären Ausgabezeiten am Festplatz. Das Team: „Die Gladbecker Tafel bittet alle Kundinnen und Kunden um Beachtung der neuen Regelung und bedankt sich für ihr Verständnis.“

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Wer die Arbeit der Gladbecker Tafel unterstützen möchte, kann dies durch Lebensmittelspenden, Geldspenden oder ehrenamtliches Engagement tun: „.Jede Unterstützung hilft dabei, die Versorgung bedürftiger Menschen in Gladbeck weiterhin möglich zu machen.“