Dass das Grundwasser im Bereich der Sandstraße in Gladbeck belastet sein könnte, ist beim Kreis Recklinghausen schon länger bekannt. Bereits 2010 hatten Mitarbeiter der Unteren Bodenschutzbehörde vom Kreis Recklinghausen bei der Probenentnahme aus Brauchwasserbrunnen (Gartenbrunnen) chlorierte Kohlenwasserstoffe nachgewiesen. Sie gelten als sehr umweltschädlich. Jetzt wird die Behörde erneut aktiv.

Die „Schadstoffquellen“ auf den Betriebsgeländen von Malorny und van Beusekom in Gladbeck sind bereits saniert worden

Wo heute viele Wohnhäuser stehen, waren vor etlichen Jahren die Betriebsgrundstücke der chemischen Großreinigung Malorny und der Metallwarenfabrik van Beusekom. Jüngere Gladbeckerinnen und Gladbecker haben wahrscheinlich von beiden Betrieben noch nie etwas gehört. Doch ihre „Hinterlassenschaften“ im Boden beschäftigen bereits seit etlichen Jahren die Stadt sowie die zuständigen Stellen beim Kreis. Das gilt vor allem für die Reinigung Malorny.

Die Schadstoffquellen auf den Betriebsgeländen wurden bereits saniert. Allerdings waren zu dem Zeitpunkt schon größere Mengen an Schadstoffen in das Grundwasser gelangt, so der Kreis. Vor 16 Jahren schon wurden die Anwohner in dem Gebiet zwischen Bottroper Straße und Friedenstraße gebeten, dem Kreis Recklinghausen Brauchwasserbrunnen zu melden, damit diese beprobt werden konnten.

Aus fünf Brunnen wurden 2010 Proben entnommen

Fünf Brauchwasserbrunnen wurden damals gemeldet. Aus allen wurden Proben genommen. Dabei stellten die Experten in einem Brunnen Schadstoffe fest. Die Nutzung des Wassers wurde daraufhin untersagt.

Bei der Probenentnahme 2010 hatte der Kreis in einem Brunnen in einem Garten im Umfeld der Sandstraße in Gladbeck Schadstoffe festgestellt (Symbolbild).
Bei der Probenentnahme 2010 hatte der Kreis in einem Brunnen in einem Garten im Umfeld der Sandstraße in Gladbeck Schadstoffe festgestellt (Symbolbild).© FUNKE Foto Services | Lutz von Staegmann

Zwischenzeitlich haben sich die Erkenntnisse über die Verunreinigung des Bodens in diesem Gebiet vergrößert, heißt es in der aktuellen Mitteilung des Kreises. Deshalb soll es in Kürze eine erneute Brunnenabfrage für diesen Bereich der Innenstadt geben – diesmal in einem noch größeren Gebiet.

Jetzt will der Kreis erneut Proben aus Gartenbrunnen nehmen

Aus den gemeldeten Brunnen sollen dann kostenlos Proben genommen werden. Die Ergebnisse mit Empfehlungen zum Umgang mit dem Wasser werden im Anschluss den Besitzern mitgeteilt, so der Kreis. Anwohner in den betroffenen Bereichen werden von der Kreisverwaltung persönlich angeschrieben und um Erlaubnis der Brauchwasserbrunnen-Beprobung gebeten.

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Die Grundwasserbelastung, heißt es weiter, wird durch ein zweijährliches Monitoring überwacht, die Entwicklung beobachtet. Eine vollständige Entfernung der Schadstoffe bis in 40 Meter Tiefe sei mit den momentan zur Verfügung stehenden technischen und wirtschaftlichen Mitteln nicht möglich.

Bei der Großreinigung Malorny sind chlorierte Kohlenwasserstoffe im Boden versickert

Die Bodenbelastungen auf dem Grundstück der ehemaligen chemischen Großreinigung Malorny wurden mittels einer Bodenluftabsaugung saniert. Das Grundwasser wurde „im direkten Abstrom von 2011 bis 2013 mittels einer Grundwassersanierungsanlage erheblich entfrachtet“.

Über Jahrzehnte waren auf dem Firmengelände an der Sandstraße chlorierte Kohlenwasserstoffe versickert und ins Grundwasser gelangt. Ein Vorgang, der bis in die 1980er Jahre hinein auch nicht verboten war. Erst später mussten Betriebe, die solche Stoffe als Reinigungsmittel einsetzen, auf umweltfreundliche Alternativen ausweichen.

Auf dem Gelände von van Beusekom steht heute ein Lidl-Markt

Die Stadt hatte als Grundstückseigentümerin das ehemalige Betriebsgelände sanieren lassen. Doch schon bei der ersten Brunnen-Beprobung 2010 war eben nicht klar, wie weit sich die Altlast im Boden da schon ausgebreitet hatte. Vom Kreis hieß es damals, das Grundwasser könne gering belastet sein. Eine Gefahr, mit den Schadstoffen in Kontakt zu kommen – zum Beispiel beim Spielen in den Gärten oder auch das Essen von angepflanztem Obst und Gemüse – bestehe aber nicht. Dazu sei das Grundwasser zu tief in der Erde.

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Auf dem ehemaligen Gelände der Firma van Beusekom fand 2006 eine Sanierung des Geländes durch Bodenaustausch statt. Im Anschluss wurde dort ein Lidl-Markt gebaut. Der ist mittlerweile abgerissen und durch einen Neubau des Discounters ersetzt worden.