Zusammenfassung
- Viele Jugendliche in Gladbeck verbringen immer mehr Zeit in sozialen Medien und fühlen sich dadurch oft einsam und isoliert.
- Die Stadt reagiert darauf mit neuen Maßnahmen.
- Eltern, Schulen, Vereine und Politik sollen gemeinsam dafür sorgen, dass junge Menschen nicht nur digital, sondern auch emotional verbunden aufwachsen.
Ina ist 13 Jahre alt, Freunde hat sie nicht wirklich. Nach der Schule verzieht sie sich meist in ihr Zimmer – und taucht ab ins Internet. Instagram, TikTok, Snapchat, BeReal sind dann für Stunden ihre Begleiter. Und je mehr Bilder und Videos sich Ina anschaut, desto unzulänglicher und bedeutungsloser fühlt sich ihr eigenes Leben an, desto mehr kapselt sich die 13-Jährige von Gleichaltrigen ab.
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Inas Geschichte ist frei erfunden. Doch so oder ähnlich spielt es sich wohl täglich in vielen Familien ab. Einsamkeit ist längst zu einem großen Problem geworden bei Kindern und Jugendlichen. Die Experten in der Stadtverwaltung sprechen von einer „wachsenden gesellschaftliche Herausforderung – auch in Gladbeck“. Digitale Kommunikation ersetze keine echte Begegnung; sie könne im Gegenteil emotionale Distanz fördern, wenn sie unreflektiert bleibt. Studien zeigten, dass Jugendliche in Deutschland heute im Durchschnitt über 3,5 Stunden täglich online sind.
Der Gladbecker Jugendhilfeausschuss beschäftigt sich mit der Einsamkeit
Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen wird deshalb ein Thema in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Dienstag (3. Februar) sein. Ralph Kalveram wird als zuständiger Beigeordneter berichten. Darüber hinaus soll die Stadtbildungskonferenz 2026 unter dem Leitthema „Junge Menschen und Einsamkeit“ stehen. Das Thema soll hervorgehoben und bei Bildungsangeboten, Jugendhilfe und stadtgesellschaftlichen Themen integriert werden.
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Langfristig, das ist den Experten im Rathaus klar, „braucht es jedoch eine gemeinsame Verantwortung: Eltern, Schulen, Vereine, Fachkräfte und Politik müssen Hand in Hand arbeiten, um Jugendlichen Halt und Orientierung zu geben“. Nur so lasse sich erreichen, dass junge Menschen in Gladbeck nicht nur digital vernetzt, sondern auch emotional verbunden aufwachsen. Denn feststehe: Digitale Kommunikation ersetzt keine echte Begegnung.
Symptome: Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Rückzug von Freunden
Das „Paradox der modernen Jugendkultur“ zeige sich darin, dass eine fast unbegrenzte Online-Erreichbarkeit keineswegs automatisch zu sozialer Nähe führt. Vielmehr könne das ständige Vergleichen mit anderen, das Erleben von Ablehnung in sozialen Netzwerken oder das Gefühl, „nicht dazuzugehören“, Vereinsamung sogar verstärken.
Erschwerend komme hinzu, dass Einsamkeit bei jungen Menschen meist gar nicht sofort erkennbar sei. Die Folgen jedoch seien vielschichtig, reichten von emotionalen Belastungen bis hin zu schweren psychischen Erkrankungen. Bei vielen Betroffenen zeigten sich zunächst unauffällige Symptome: Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Gereiztheit oder der Rückzug aus Freundeskreisen. Hinter diesen Verhaltensweisen stehe jedoch häufig ein tieferliegendes Gefühl der inneren Leere.
In Gladbeck sollen Hilfs- und Beratungsangebote geschaffen werden
In Gladbeck will man das Problem nun von zwei Seiten aus angehen. Einmal soll es darum gehen, präventive Strukturen zu schaffen, „die Jugendliche frühzeitig stärken, ihre soziale Kompetenz fördern und sie befähigen, Einsamkeit zu erkennen und zu benennen“.

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Der zweite Ansatzpunkt: Hilfs- und Beratungsangebote müssen niedrigschwellig zugänglich sein, um betroffene junge Menschen rechtzeitig aufzufangen. Nur durch ein Zusammenspiel von Prävention, Aufklärung und Vernetzung könne der zunehmenden Vereinsamung wirksam begegnet werden.
Wie man der Vereinsamung junger Menschen vorbeugen kann
Doch wie kann man der Vereinsamung von Kindern und Jugendlichen vorbeugen? Beispielsweise, indem man ihnen Räume bietet, in denen sie sich mit Gleichaltrigen treffen und austauschen können – jenseits von Bildschirmen und Online-Profilen. Solche Angebote gibt es in Gladbeck auch schon, hier ein von der Stadtverwaltung zusammengestellter Überblick:
- Das Jugendcafé 3Eck an der Friedrich-Ebert-Straße 10, das nicht nur Freizeitangebote bereitstellt, sondern auch Platz für den Jugendrat und Projekte für Kinder und Jugendliche bietet.
- Die Offene Kinder- und Jugendarbeit in den Stadtteilen – die Freizeittreffs also – , die Begegnung, Freizeitgestaltung und niedrigschwellige Hilfeangebote verbindet, von Kreativwerkstätten bis hin zu individuellen Beratungsangeboten.
- Schulsozialarbeit und Bildungsprojekte, die Jugendlichen niedrigschwellig Unterstützung bei Konflikten, Leistungsdruck und psychischen Belastungen bieten.
- Vereine und Jugendverbände, die Sport, Musik oder ehrenamtliches Engagement fördern. Laut Ausschussvorlage „allesamt bewährte Wege, um Isolation zu vermeiden“.
Von der Problemstellung, über Ursachen, Auswirkungen, Maßnahmen, die gesellschaftliche Dimension des Problems bis hin zu Fazit und Ausblick: In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses will man sich intensiv mit dem Phänomen der Vereinsamung junger Menschen beschäftigen. Damit junge Menschen wie Ina Hilfe und Unterstützung erfahren.
Die Sitzung des Jugendhilfeausschusses findet am Dienstag, 3. Februar, ab 16 Uhr im Ratssaal der Stadt im Alten Rathaus statt. Die Einsamkeit bei jungen Menschen ist Punkt 6 im öffentlichen Teil der Sitzung.





