Über vier Millionen Euro sollte der Umbau von Gladbecks Willy-Brandt-Platz kosten. Mit Fördermitteln von Land, Bund und EU plus einem zehnprozentigen Eigenanteil der Kommune sollte das große Projekt gestemmt werden. Allerdings: Jetzt wollen SPD und CDU die Pläne erstmal auf Eis legen. Und auch im Rathaus ist man nun der Meinung, dass es Dringenderes zu tun gibt in Gladbeck, um das sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im seit Jahren unterbesetzten Ingenieuramt federführend kümmern sollten.

Es gibt wichtigere Baustellen in Gladbeck als einen Platzumbau

Und die Gladbecker? Die scheinen nicht wirklich betrübt darüber zu sein, vorerst weiter mit dem alten Brandt-Platz vorlieb nehmen zu müssen. Den Eindruck gewinnt man zumindest, wenn man sich die Kommentare dazu auf der Facebookseite der Gladbecker Lokalredaktion anschaut.

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„Der Rathausplatz sieht gut aus so wie er ist“, heißt es da in einem Kommentar. Der Schreiber ist der Meinung, dass es in Gladbeck genügend Baustellen gibt, die dringender in Angriff genommen werden müssten. Straßen, Schulen, diverse Ampelanlagen, Spielplätze und das Wasserschloss Wittringen listet er auf. In einer Antwort auf diesen Kommentar wird dann noch die seit acht Jahren gesperrte Brücke an der Winkelstraße in Zweckel genannt.

Auch viele Schulen müssten dringend saniert werden

Ähnlich äußert sich auch diese Kommentarschreiberin: „Wir haben so viele defekte Brücken. Gehwege, die kaum noch nutzbar sind vor lauter fehlender Platten, Baumwurzeln etc.. .“ Auch den maroden Busbahnhof und den schlechten Zustand vom Bahnhof Ost listet sie auf. Orte und Stellen, in deren Sanierung man auf jeden Fall dringender investieren sollte.

In einem weiteren Kommentar geht es um die Schulen in der Stadt, von denen einige ebenfalls dringend renoviert werden müssten. Eine Investition, die sinnvoller sei als der Umbau des Willy-Brandt-Platzes, heißt es weiter. In einem weiteren Beitrag wird einfach nur die Frage gestellt, ob sich eventuell zu viele Bürger beschwert hätten über die Pläne für den Platz vorm Rathaus.

Gebaut wurde der Willy-Brandt-Platt in den frühen 1990er Jahren

In zwei Punkten sind sich einige Kommentar-Schreiber einig: Ist eine Stadt so knapp bei Kasse wie Gladbeck, dann sollte man sich lieber darauf beschränken, die marode Infrastruktur in den Fokus zu nehmen. Und: Der Willy-Brandt-Platz sei doch schön, so wie er ist.

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Der Willy-Brandt-Platz ist in den frühen 1990er Jahren gebaut worden. „Seit dem Umbau 2006 mit dem Neuen Rathaus ist er städtebaulich sehr schön geworden“, hatte auch Stadtbaurat Volker Kreuzer noch im April 2024 in einem Gespräch mit der Redaktion über die weiteren Umbaupläne erklärt. Und jetzt bleibt Gladbecks zentraler Punkt in der Innenstadt also wohl erst einmal so wie er ist.

An der Beliebtheit wird sich dadurch wohl auch nichts ändern. Und gefeiert werden kann auch weiterhin auf dem Willy-Brandt-Platz. Weder der Feierabendmarkt, „Gladbeck karibisch“, die Street-Food-Festivals, das große Appeltatenfest und auch nicht der Nikolausmarkt müssen in den kommenden Jahren einer Großbaustelle weichen.