Beim Stadtcheck der WAZ Gladbeck haben Menschen aus der Stadt die Chance gehabt, ihre Meinung zu vielen verschiedenen Themengebieten abzugeben. Dabei wurde klar: Etliche Gladbecker erkennen viel Gutes in ihrer Heimat, vor allem wurde aber jede Menge Kritik laut.

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Im Vorfeld der Kommunalwahl hat die Redaktion die im Rat der Stadt vertretenen Parteien gebeten, Fragen zu den zwölf Themengebieten (Kommunalpolitik, Sicherheit, Sauberkeit, Nahverkehr, Parkplätze, Medizinische Versorgung, Kinderfreundlichkeit, Einkaufen, Gastronomie, Freizeit, Gemeinschaft und Integration) zu beantworten. So können sich die Wählerinnen und Wähler in Vorbereitung auf die Kommunalwahl am 14. September schnell einen Überblick über die Positionen der einzelnen Parteien verschaffen. Die WAZ hat die Parteien zudem gebeten, sich in ihren Antworten auf 500 Zeichen zu beschränken – so können die Leser zumindest einen groben, ersten Eindruck gewinnen.

Wie können Vereine unterstützt werden – besonders finanziell?

In den kommenden Tagen und Wochen – bis zur Kommunalwahl – veröffentlicht die Redaktion die weiteren Stücke mit den Antworten der Parteien zu den einzelnen Themengebieten aus dem Stadtcheck. Heute: Gemeinschaft.

Die Frage lautete: „Vereine und Gruppen wie die Siedlergemeinschaften oder Sportvereine spielen eine wichtige Rolle für das Gemeinschaftsgefühl. Welche Unterstützung bieten Sie diesen Vereinen, insbesondere finanziell, um deren Engagement zu fördern und stabil zu halten?“

Das sind die Antworten der Parteien beziehungsweise ihrer Bürgermeisterkandidaten:

  • SPD: „Die Vereine und Organisationen sind das Rückgrat unserer Stadt. Sie sind die Basis für das friedliche Zusammenleben. Wir unterstützen dieses Vereinsleben, ob kulturell oder sportlich. Dazu gehört in Gladbeck beispielsweise die kostenlose Nutzung von Sportanlagen, die kostengünstige Nutzung städtischer Gebäude oder des Cafés DreiEck für Jugendliche. Wir werden diese Angebote erhalten und nach Kräften ausbauen. Zudem wird auf Antrag der SPD für alle Erstklässler das erste Jahr im Verein bezahlt.“
  • CDU: „Die finanziellen Ressourcen Gladbecks sind sehr beschränkt, daher können wir eher auf den Ebenen Logistik, Organisation, Genehmigungsverfahren, Flächenbereitstellung oder vielleicht noch Bereitstellung von Räumlichkeiten unterstützen. Dies müssen wir von Fall zu Fall individuell gemeinsam mit unseren Vereinen und Verbänden besprechen, planen und umsetzen.“
  • AfD: „Wir erkennen den unschätzbaren Wert ehrenamtlicher Arbeit. Wir fordern daher eine deutlich höhere Vereinsförderung, den vergünstigten Zugang zu städtischen Räumen für Trainings und Veranstaltungen sowie den Abbau bürokratischer Auflagen. Wer sich für unsere Gemeinschaft engagiert, verdient keine Hürden, sondern Rückhalt und echte Wertschätzung durch die Politik.“
  • Grüne: „Vereine sind das Rückgrat unserer Stadtgesellschaft und schaffen Begegnung für alle Generationen. Wir wollen Ehrenamt entlasten, z. B. durch Unterstützung bei Mitgliederverwaltung, Räume für Austausch und mehr Sichtbarkeit. Gemeinsam mit den Vereinen klären wir den Bedarf und schaffen verlässliche Strukturen. So fördern wir nachhaltiges Engagement, denn eine lebendige Stadt lebt vom Mitmachen.“
  • Linke: „Vereine und Gemeinschaftsinitiativen sind das Rückgrat des sozialen Zusammenhalts – sie schaffen Begegnung, stärken das Miteinander und geben Menschen einen Platz in der Stadtgesellschaft. Dieses Engagement verdient aktive kommunale Unterstützung. Wir fordern: mehr kostenlose oder günstige Räume für Vereine; transparente, niedrigschwellige Förderprogramme für ehrenamtliches Engagement; und langfristige finanzielle Planungssicherheit für Vereine statt befristeter Projektmittel.“
  • FDP: „Ehrenamt ist uns wichtig. Vereine und Initiativen prägen das Leben entscheidend mit, deshalb ist es die Aufgabe der Kommunen, dieses bürgerschaftliche Engagement zu stärken und zu unterstützen. Mit Blick auf die OGS fordert die FDP eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen. Das wäre eine Win-win-Situation für beide Seiten, die Kinder kommen in Bewegung und die Vereine erhalten Nachwuchs.“
  • ABI: „Ich will eine städtische Ehrenamtsstelle schaffen, die Vereine berät, bei Förderanträgen hilft und Räume vermittelt. Über ein „Engagement-Budget“ können Zuschüsse für Material, Transport oder Platzpflege beantragt werden. Zusätzlich: Vereinspatenschaften durch lokale Betriebe, begleitet durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit.“
  • BIG: „Vereine haben wir in Gladbeck reichlich. Und alle machen großartige Aktionen. Sei es im Bereich Sport oder im kulturellen Bereich. Förderungen, seitens der Stadt, sind für Vereine unumgänglich. Preisgelder wie beim Ehrenamt sind schon etabliert und sollten ausgebaut werden. Die Verwaltung muss wissen, wo für welchen Verein Fördergelder zu beantragen sind und bei der Beschaffung an der Seite stehen und unterstützen.“
  • DKP: „Die Sportvereine stellen für den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft und für die Integration einen wichtigen Faktor dar. Um die Vereine finanziell zu stärken, wird vorgeschlagen, die Nutzungsgebühren, die die Vereine für die Nutzung der städtischen Sportanlageanlagen zahlen müssen, abzuschaffen.“