Beim Stadtcheck der WAZ Gladbeck haben Menschen aus der Stadt die Chance gehabt, ihre Meinung zu vielen verschiedenen Themengebieten abzugeben. Dabei wurde klar: Etliche Gladbecker erkennen viel Gutes in ihrer Heimat, vor allem wurde aber jede Menge Kritik laut.

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Im Vorfeld der Kommunalwahl hat die Redaktion die im Rat der Stadt vertretenen Parteien gebeten, Fragen zu den zwölf Themengebieten (Kommunalpolitik, Sicherheit, Sauberkeit, Nahverkehr, Parkplätze, Medizinische Versorgung, Kinderfreundlichkeit, Einkaufen, Gastronomie, Freizeit, Gemeinschaft und Integration) zu beantworten. So können sich die Wählerinnen und Wähler in Vorbereitung auf die Kommunalwahl am 14. September schnell einen Überblick über die Positionen der einzelnen Parteien verschaffen. Die WAZ hat die Parteien zudem gebeten, sich in ihren Antworten auf 500 Zeichen zu beschränken – so können die Leser zumindest einen groben, ersten Eindruck gewinnen.
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Wie können Lücken im Freizeitangebot in Gladbeck geschlossen werden?
In den kommenden Tagen und Wochen – bis zur Kommunalwahl – veröffentlicht die Redaktion die weiteren Stücke mit den Antworten der Parteien zu den einzelnen Themengebieten aus dem Stadtcheck. Heute: Freizeit.
Die Frage lautete: „Trotz dem offensichtlichen Wunsch der Bürger nach einem Kino oder Theater fehlen größere kulturelle Einrichtungen in Gladbeck. Welche konkreten Pläne hat Ihre Partei, um diese Lücke im Freizeitangebot zu schließen, und warum wurde hier bislang nichts umgesetzt?“
Das sind die Antworten der Parteien beziehungsweise ihrer Bürgermeisterkandidaten:
- SPD: „Als Stadt können wir Betreibern von Kinos oder Theatern nicht nach Gladbeck zwingen. Und trotzdem: Wir haben ein vielfältiges kulturelles Angebot. Von kleinsten Veranstaltungen, der Galerie für hochwertige Kunst, bis zur Stadthalle als großem Theater. Und nicht zu vergessen ist die Gladbecker Musikschule, die mit ganz vielen Veranstaltungen Gladbeck bereichert. Zudem befinden wir uns in der Metropole Ruhr mit rund 5,3 Millionen Einwohnern, die im weiteren Umfeld ungemein viel zu bieten hat.“
- CDU: „Das würden wir uns auch wünschen. Allerdings scheint die Nachfrage zu fehlen, die eine Wirtschaftlichkeit möglich macht. Hier kann es aufgrund der Größe unserer Stadt nur eine Kooperation mit den größeren Nachbarstädten geben, da wir „nur“ Mittelzentrum und nicht Oberzentrum sind. Somit können wir langfristig nichts versprechen, was unter Umständen nicht einhaltbar ist. Kino: Vielleicht wäre es bei ausreichender Beteiligung eine Möglichkeit, eine Kinogenossenschaft zu gründen.“
- AfD: „Wir wollen das kulturelle Leben unserer Stadt stärken, ohne ideologische Projekte und Steuergeldverschwendung. Wir fordern die Nutzung leerstehender städtischer Gebäude für bürgernahe Kulturangebote, den Erhalt traditioneller Feste und Bräuche sowie die gezielte Förderung von Musik- und Jugendkultur. Kultur muss wieder identitätsstiftend wirken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.“
- Grüne: „Gladbeck bietet viele Kulturangebote und profitiert von der Metropole Ruhr mit Kino und Theater, z.B. der Schauburg in Buer. Wichtig ist, dass Gladbecker auch abends mobil bleiben. Für Jugendliche schaffen wir Freiräume wie den Skaterpark Butendorf, legale Sprayer-Flächen und offene Orte zum Treffen und Mitgestalten. Gemeinsam mit dem Jugendrat entwickeln wir Formate für junge Menschen, denn lebendige Städte brauchen Raum für Kreativität und Teilhabe.“
- Linke: „Kultur ist kein Luxus, sondern Teil gesellschaftlicher Teilhabe. Kino, Theater oder Konzerte dürfen nicht eine Frage von Auto, Geldbeutel oder Wohnort sein. Deshalb fordern wir: einen städtisch unterstützten Programmkino-Saal; mehr kulturelle Zwischennutzungen leerstehender Räume; mobile Kulturformate (Open-Air-Kino, Theater im Park, Musik im Quartier); gezielte Jugendkulturförderung, auch jenseits von Vereinsstrukturen; und eine bessere ÖPNV-Anbindung an regionale Kulturorte, besonders abends und am Wochenende.“
- FDP: „Die FDP ist davon überzeugt, dass das eher kleine Gladbeck viel zu bieten hat, besonders viel davon geht erfreulicherweise auf private Initiativen zurück. Das neue Kulturprofil, das nach der Sommerpause beschlossen werden soll, wird für weiteren Schwung sorgen. Zudem will die FDP das Bürgerhaus Ost als Standort erhalten und sich für ein Kuturfest für alle einsetzen.“
- ABI: „Gladbeck hat Potenzial – aber es fehlt eine Kulturstrategie. Ich werde eine Machbarkeitsstudie beauftragen: Kleines Kino oder Kleintheater in bestehenden Gebäuden wie Bürgerhäusern oder leerstehenden Läden. Kultur schafft Begegnung – und wir fördern gemeinsam, was Gladbeck lebendig macht.“
- BIG: „Ein Kino ist sicherlich ein großes Plus für Gladbeck. Auch hier gab es mal einige Kinos in Gladbeck. Wir leben in der Zeit von Netflix und Co, wo es schwer ist, die Menschen ins Kino zu bekommen. Preislich zum einen und aus Bequemlichkeit ebenso. Wir sind trotzdem der Meinung – für Gladbeck wäre es sinnvoll. Ob das alte Rex-Kino zu reaktivieren ist? Schön wäre es. Bauliche und gesetzliche Vorgaben sind dabei einzuhalten. Es benötigt Investoren und Menschen, die daran glauben.“
- DKP: „Der Verlust des Bonhoeffer-Hauses und die Umfunktionierung des vormaligen Festplatzes haben eine bis heute nicht geschlossene Lücke hinterlassen. Die Schaffung eines Kulturhauses mit Angeboten für alle Generationen wäre erstrebenswert.“




