Beim Stadtcheck der WAZ Gladbeck haben Menschen aus der Stadt die Chance gehabt, ihre Meinung zu vielen verschiedenen Themengebieten abzugeben. Dabei wurde klar: Etliche Gladbecker erkennen viel Gutes in ihrer Heimat, vor allem wurde aber jede Menge Kritik laut.

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Im Vorfeld der Kommunalwahl hat die Redaktion die im Rat der Stadt vertretenen Parteien gebeten, Fragen zu den zwölf Themengebieten (Kommunalpolitik, Sicherheit, Sauberkeit, Nahverkehr, Parkplätze, Medizinische Versorgung, Kinderfreundlichkeit, Einkaufen, Gastronomie, Freizeit, Gemeinschaft und Integration) zu beantworten. So können sich die Wählerinnen und Wähler in Vorbereitung auf die Kommunalwahl am 14. September schnell einen Überblick über die Positionen der einzelnen Parteien verschaffen. Die WAZ hat die Parteien zudem gebeten, sich in ihren Antworten auf 500 Zeichen zu beschränken – so können die Leser zumindest einen groben, ersten Eindruck gewinnen.
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Tempo 30 und mehr Kontrollen: Das sind die Ideen der Parteien in Gladbeck
In den kommenden Tagen und Wochen – bis zur Kommunalwahl – veröffentlicht die Redaktion die weiteren Stücke mit den Antworten der Parteien zu den einzelnen Themengebieten aus dem Stadtcheck. Heute: Kinderfreundlichkeit.
Die Frage lautete: „Viele Eltern sehen die Schul- und Kitawege ihrer Kinder als unsicher an – sei es durch zu schnelle Autofahrer, mangelhafte Infrastruktur wie Zebrastreifen, Elterntaxis oder auch vernachlässigte Radwege. Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um ein sicheres Umfeld für Kinder zu schaffen?“
Das sind die Antworten der Parteien beziehungsweise ihrer Bürgermeisterkandidaten:
- SPD: „Die Schul- und Kitawege haben wir in den letzten Jahren in den Fokus gerückt. Genau aus diesem Grund wurden Panzerblitzer angeschafft und Straßen mit Tempo 30 ausgewiesen. An der Mosaikschule ist zudem eine erste Schulstraße eingerichtet worden, die zu den Stoßzeiten den Autoverkehr unterbindet. Diesen Weg wollen wir weitergehen und dafür sorgen, dass unsere Kinder eigenständig zur Schule kommen. Die Stadt Gladbeck wurde von der Landesregierung auch dafür als kinderfreundlich ausgezeichnet.“
- CDU: „Individuelle, objektive Lagebeurteilung, aber mit der Elternschaft gemeinsam. Priorisierte Schwerpunktkontrollen des Verkehrs in unangekündigter Art und Weise, Investitionen in die Geh- und Radweginfrastruktur, (Warn-) Beschilderung, Aufklärungsarbeit bei Autofahrern.“
- AfD: „Kinder sind unsere Zukunft. Deshalb fordern wir eine effektive Verkehrsberuhigung an Schul- und Kitawegen, etwa durch Tempo-30-Zonen, Bodenschwellen und Blitzer. Zudem setzen wir uns für den Ausbau sicherer Querungshilfen wie Zebrastreifen und Verkehrsinseln ein. Nur so können wir gewährleisten, dass Kinder sicher und selbstständig am Straßenverkehr teilnehmen können.“
- Grüne: „Sichere Wege für Kinder sind uns wichtig. Wir setzen uns seit langem für Schulstraßen ein – zeitweise Sperrungen bringen mehr Sicherheit und Ruhe. An der Mosaik-Schule wurde das bereits erfolgreich getestet, weitere Schulen wie die Regenbogenschule sollen folgen. Wir fordern flächendeckend Tempo 30 und breite Geh- und Radwege, auf denen sich Kinder frei und geschützt bewegen können.“
- Linke: „Kinder wurden in den letzten Jahrzehnten weitgehend aus dem öffentlichen Raum verdrängt. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf die Entwicklungschancen, weil wichtige Lernfelder fehlen. Elterntaxis sind letztlich nur Ausdruck der Ängste von Eltern in einer kinderfeindlichen Umgebung. Was nutzt der schöne Spielplatz drei Straßen weiter, wenn ein Besuch ohne Begleitung und Überwachung von Erwachsenen unmöglich scheint? Schulwege müssen auf Sicherheitsmängel überprüft und vorrangig verändert werden, dazu müssen alle vorhandenen Möglichkeiten genutzt werden.“
- FDP: „Die Tempo-30-Zonen vor Kitas und Schulen müssen konsequent kontrolliert und auch sanktioniert werden. Dazu wollen wir kreative Lösungen wie Elterninitiativen und Gehgemeinschaften (z. B. Walking Bus), in denen Eltern die Kinder ein kurzes Stück begleiten und dann an andere Eltern übergeben. Elterntaxis sollen möglichst vermieden werden.“
- ABI: „Jeder Schulweg muss sicher sein. Ich werde in einem 100-Tage-Programm alle Schulstandorte überprüfen lassen – auf Zebrastreifen, Tempo-30-Zonen und sichere Radwege. Gemeinsam mit Eltern und Schulleitungen entwickeln wir Schulwegpläne, inkl. Elternhaltestellen nach dem Drop-off-Prinzip.“
- BIG: „Zebrastreifen gehören an jede Schule und an jede Kita. Das ist ein absolutes MUSS.
Tempo 30 natürlich als Minimum. Warnhinweise, wie es in anderen Städten und auch
im europäischen Ausland gibt, sind sinnvolle Zusätze, die kostengünstig und schnell
umgesetzt werden können und sollten. Kontrollen und Aufklärung von KOD, Polizei und
den Betroffenen sollten mit an erster Stelle stehen. Aufklärung ist besser als Bußgelder.“ - DKP: „Die Sorgen der Eltern sind zumindest teilweise berechtigt. Elterntaxen sind jedoch eine Fehlentwicklung. Kinder sollen früh lernen, ihre Wege eigenständig gehen zu können. Erforderlichenfalls sind weitere Tempobegrenzungen beziehungsweise Schulstraßen einzuführen.“




