Zusammenfassung
- Gladbecker Bürger äußern im Stadtcheck der WAZ sowohl positive als auch kritische Meinungen zu ihrer Stadt, insbesondere zur Sicherheit an öffentlichen Plätzen.
- Vor der Kommunalwahl am 14. September präsentieren Parteien ihre Positionen zu zwölf Themengebieten, darunter Sicherheit, an.
- Es gibt Parteien unterschiedliche Ansätze zur Verbesserung der Sicherheit.
Beim Stadtcheck der WAZ Gladbeck haben Menschen aus der Stadt die Chance gehabt, ihre Meinung zu vielen verschiedenen Themengebieten abzugeben. Dabei wurde klar: Etliche Gladbecker erkennen viel Gutes in ihrer Heimat, vor allem wurde aber jede Menge Kritik laut.
Im Vorfeld der Kommunalwahl hat die Redaktion die im Rat der Stadt vertretenen Parteien gebeten, Fragen zu den zwölf Themengebieten (Kommunalpolitik, Sicherheit, Sauberkeit, Nahverkehr, Parkplätze, Medizinische Versorgung, Kinderfreundlichkeit, Einkaufen, Gastronomie, Freizeit, Gemeinschaft und Integration) zu beantworten. So können sich die Wählerinnen und Wähler in Vorbereitung auf die Kommunalwahl am 14. September schnell einen Überblick über die Positionen der einzelnen Parteien verschaffen. Die WAZ hat die Parteien zudem gebeten, sich in ihren Antworten auf 500 Zeichen zu beschränken – so können die Leser zumindest einen groben, ersten Eindruck gewinnen.
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In den kommenden Tagen und Wochen – bis zur Kommunalwahl – veröffentlicht die Redaktion die weiteren Stücke mit den Antworten der Parteien zu den einzelnen Themengebieten aus dem Stadtcheck. Heute: Sicherheit.
Einige Menschen in Gladbeck fühlen sich an bestimmten Orten in der Stadt unsicher
Die Frage lautete: „Im Stadtcheck wurde vielfach kritisiert, dass sich die Menschen an einigen öffentlichen Plätzen unsicher fühlen – unter anderem aufgrund mangelnder Ordnungskräfte, schlechter Beleuchtung und ‚kleinerer Brennpunkte‘. Wo würde Ihre Partei konkret mit Verbesserungsversuchen ansetzen? (Welche Schritte halten Sie für realistisch, um die Präsenz von Polizei und KOD zu erhöhen?)“
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Das sind die Antworten der Parteien beziehungsweise ihrer Bürgermeisterkandidaten:
- SPD: „Die SPD setzt sich seit vielen Jahren für eine Stärkung des kommunalen Ordnungsdienstes ein. Mehr Präsenz schafft mehr Sicherheitsgefühl. Zudem begrüßen wir sehr die Initiative der Bürgermeisterin „Es werde Licht“, mit dem unter Bürgerbeteiligung dunkle Orte gemeldet werden können, die dann aufgewertet werden. Darüber hinaus möchten wir regelmäßige Sprechstunden des KODs in den Stadtteilen etablieren, die ein niederschwelliges Angebot zum Austausch mit dem Ordnungsamt darstellen sollen.“
- CDU: „Mehr Personaleinsatz und bessere Personalplanung beim KOD, weitere technische Ertüchtigung des KOD, höherer Technikeinsatz, z. B. Radarüberwachung, technische Überarbeitung von Angsträumen (Beleuchtung), bessere Pflege von Grünanlagen, gezielte Ansprache bei Gruppenbildung und ggf. Einbindung von Nachbarschaften in Wohnquartieren (Stichwort: soziale Kontrolle), weitere Intensivierung der Kontakte zwischen Stadtverwaltung und Polizeibehörde.“
- AfD: „Die AfD-Ratsfraktion fordert konsequente Durchsetzung von Recht und Ordnung. Streetwork ersetzt keine Polizei. Wir wollen den KOD personell aufstocken, einen Kontrollpunkt am Goetheplatz einrichten, Kameras an Brennpunkten installieren und die Zusammenarbeit mit Polizei und KOD stärken. Polizeipräsenz wäre besser, liegt aber nicht in unserem Einfluss. Sicherheit ist Grundvoraussetzung, kein Luxus.“
- Grüne: „Gladbeck gilt laut Kriminalstatistik als sicher. Trotzdem nehmen wir das Unsicherheitsgefühl ernst. Statt mehr Ordnungskräfte zu fordern, setzen wir auf Prävention mit Streetwork und Sozialarbeit. Ein gepflegtes, lebendiges Umfeld mit sozialen Angeboten stärkt das Sicherheitsgefühl nachhaltig – das ist unser Ansatz für mehr Lebensqualität.“
- FDP: „Wir setzen auf mehr sichtbare Polizeipräsenz, einen rund um die Uhr besetzten Standort in Innenstadtnähe und Stadtteilpolizisten. Brennpunkte wie dunkle Tunnel (z. B. Oberhof) sollen sicher gestaltet werden. Die FDP-Ratsfraktion hat sich für mehr Personal beim KOD eingesetzt. Nach den Erfahrungen in Nachbarstädten (Gelsenkirchen, Essen) wollen wir den Einsatz von Diensthunden zur Unterstützung des KOD prüfen.“
- Linke: „Sicherheit ist wichtig – aber sie darf nicht zum politischen Spielball werden. Die Kriminalitätszahlen zeigen: Gladbeck ist keine unsichere Stadt. Dennoch wird Unsicherheit oft geschürt. Wir lehnen diese Angstrhetorik ab, weil sie spaltet statt schützt. Wir setzen auf Aufklärung über die reale Sicherheitslage, kluge Stadtgestaltung mit guter Beleuchtung und die Stärkung des sozialen Miteinanders im öffentlichen Raum. Wir setzen uns ein für: offene Anlaufstellen, präventive Sozialarbeit und eine Stadtplanung, die Angsträume reduziert.“
- ABI: „Die Kriminalitätslage hat sich laut Statistik zwar verbessert – doch das Sicherheitsempfinden vieler Bürger bleibt besorgniserregend. Gerade an Bushaltestellen, in Parks oder auf Schulwegen gibt es Unsicherheiten. Deshalb will ich: bessere Beleuchtung an Brennpunkten (z. B. Nordpark, Schillerstraße, Steinstraße); gemeinsame Streifen von Polizei und KOD; eine regelmäßige Sicherheitskonferenz mit Bürgerbeteiligung; aktive Präsenz des KOD auch in den Abendstunden, besonders in sensiblen Stadtteilen.“
- BIG: „Die BIG fordert in den Haushaltsberatungen immer wieder eine Aufstockung des KOD. Darüber hinaus muss die Ausstattung des Personals verbessert werden. Bodycams, die lange Zeit in der Verwaltung lagen und wegen angeblichem Personalmangel zur Schulung nicht eingesetzt werden können, sind keine Lösung. Zudem haben wir den Einsatz von Hunden gefordert. Mit dem Polizeipräsidium müssen Gespräche über die Aufstockung der Polizisten und Streifenfahrzeuge gefordert werden. Die Polizeiwache sollte wieder in den geregelten Betrieb wechseln.“
- DKP: „Wenn mehr Geld für Präventionsarbeit und für sozialen Ausgleich zur Verfügung stünde, würde sich die Frage so nicht stellen. Doch solange Bund und Land die Städte finanziell ausbluten lassen, eine Altschulden-Regelung nicht zu Stande kommt und Unsummen in die Rüstung fließen, wird sich auch das Problem der inneren Sicherheit nicht wirklich lösen lassen.“



