In knapp zwei Monaten steht die Kommunalwahl an. Dann wird nicht nur ein neuer Stadtrat, sondern auch ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Jetzt steht fest, wer in Gladbeck alles um das Amt ins Rennen geht.

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Am Montag, 18 Uhr, endete die Meldefrist für Vorschläge für die Kommunalwahl am 14. September, am Mittwochabend stand das Thema dann schließlich im städtischen Wahlausschuss auf der Agenda. Demnach gibt es acht Kandidaten, die bei der Kommunalwahl antreten. Das bedeutet sieben Kandidaten, die Amtsinhaberin Bettina Weist (SPD) herausfordern werden. Um die Mandate für den Rat bewerben sich neun Parteien.

Bettina Weist (SPD) tritt erneut an, Peter Rademacher erstmals für die CDU

Das sind die Kandidaten für das Amt der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters in Gladbeck:

  • Bettina Weist (SPD)
  • Peter Rademacher (CDU)
  • Sebastian Lemanski (AfD)
  • Rüdiger Jurkosek (Die Linke)
  • Sebastian Steinzen (FDP)
  • Süleymann Kosar (ABI)
  • Markus Kellermann (BIG)
  • Gerhard Dorka (DKP)

Stichwahl am 28. September, wenn am 14. September keine Mehrheit erzielt wird

Sollte am 14. September kein Kandidat und keine Kandidatin die absolute Mehrheit erzielen, findet zwei Wochen später, also am 28. September, eine Stichwahl statt. Auch bei der vergangenen Kommunalwahl kam es zur Stichwahl, die Bettina Weist schließlich für sich entscheiden und sich somit gegen ihren damaligen Konkurrenten Dietmar Drosdzol (CDU) mit 62,9 Prozent zu 37,1 Prozent durchsetzen konnte.

Bei der Kommunalwahl 2020 setzte sich Bettina Weist (SPD) in der Stichwahl durch.
Bei der Kommunalwahl 2020 setzte sich Bettina Weist (SPD) in der Stichwahl durch. © FUNKE Foto Services | Lutz von Staegmann

Bettina Weist hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres angekündigt, noch einmal antreten zu wollen. Es wäre die zweite Amtszeit für die 57-Jährige. Ihr wohl größter Herausforderer Peter Rademacher (CDU) tritt erstmals als Bürgermeister-Kandidat an. Der 47-Jährige gehört dem Rat der Stadt bereits seit über 20 Jahren an, war zeitweise Fraktionsvorsitzender.

AfD-Kandidat ist bisher in Gladbeck eher unbekannt

AfD-Kandidat Sebastian Lemanski ist in Gladbeck noch eher unbekannt. Er ist Informatiker und Jahrgang 1982. Das bisherige Gesicht der Partei, Marco Gräber, tritt nicht erneut als Bürgermeister-Kandidat an. Er steht allerdings für den Zweckeler Norden auf der AfD-Liste. Auch für die Lokalredaktion war Gräber zuletzt nicht mehr zu erreichen. Ende vergangenen Jahres hatte es Vorwürfe gegen ihn gegeben, Geld unrechtmäßig verwendet zu haben. Diese Vorwürfe konnten letztlich nicht bestätigt werden.

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Außerdem auffällig: Die Grünen stellen keinen eigenen Kandidaten auf. Parteichef Bernd Lehmann kündigte bereits im Mai auf Nachfrage der Lokalredaktion an, dass sich die Partei noch nicht entschieden habe, ob sie einen eigenen Kandidaten aufstellen wird. „Wichtiger sind Ratssitze und die Fraktionsarbeit. Daher wollen wir uns darauf konzentrieren“, so Lehmann nun auf Nachfrage. Ein eigener Kandidat habe ohnehin kaum Aussichten auf einen Sieg. Bei einer eventuellen Stichwahl wolle die Partei noch überlegen, ob sie dann einen der beiden Kandidaten unterstützen werde.

Alle Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten der Parteien wird unsere Redaktion in den kommenden Wochen noch ausführlich vorstellen.

Die AfD wurde bei der Bundestagswahl im Februar in Gladbeck drittstärkste Kraft

Beim Kampf um die Mandate im Rat treten in den 22 Bezirken folgende Parteien an:

  • Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
  • Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
  • Bündnis 90 Die Grünen
  • Alternative für Deutschland (AfD)
  • Die Linke
  • Freie Demokratische Partei (FDP)
  • Alternative Bürger Initiative (ABI)
  • Bürger in Gladbeck (BIG)
  • Deutsche Kommunistische Partei (DKP)

Bei der vergangenen Kommunalwahl 2020 blieb die SPD mit 36,38 Prozent stärkste Kraft, musste aber im Vergleich zu 2014 (47,27 Prozent) starke Verluste hinnehmen. Die CDU kam mit 26,27 Prozent auf den zweiten Platz. Die AfD lag damals noch bei 9,68 Prozent, dürfte bei dieser Wahl aber deutlich zulegen. Bei der Bundestagswahl im Februar kam sie bereits auf 22,37 Prozent und wurde drittstärkste Kraft. Die CDU gewann mit 25,75 Prozent der Stimmen, die SPD kam auf 24,62 Prozent.