Zusammenfassung

  • In Gladbeck soll ein Wolf unterwegs sein. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima prüft das gerade.
  • Experten empfehlen bei einer Begegnung mit Wölfen, ruhig zu bleiben und Abstand zu halten.
  • Was vermieden werden sollte, damit das Wildtier kein problematisches Verhalten entwickelt.

Ein wenig neugierig, vor allem aber auch sehr ängstlich habe das Tier gewirkt. „Da war keine Aggressivität zu spüren, vielmehr hat der Wolf immer einen Sicherheitsabstand zu uns eingehalten.“ Das erzählt eine Anwohnerin vom Grünen Weg über ihre Begegnung mit einem vermeintlichen Wolf am späten Dienstagnachmittag in Zweckel.

Anwohnerin in Gladbeck geht von einem jungen Wolf aus

Das Tier sei sichtbar überfordert gewesen mit der Situation und offensichtlich sehr erleichtert, als es wieder „im Wald verschwinden konnte“. Vor allem die vorbeifahrenden Autos hätten den vermeintlichen Wolf ganz offensichtlich sehr gestresst. Die Zwecklerin vermutet, dass es sich um ein Jungtier handeln könnte.

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Doch wie verhalte ich mich richtig bei einer plötzlichen Begegnung mit diesem Wildtier? Und was ist über das Verhalten von Wölfen in einer solchen Situation bekannt? Dazu gibt es Tipps von Experten, zum Beispiel auch vom Lanuk, dem zuständigen Landesamt für Natur, Umwelt und Klima in NRW.

  1. Wolf und Mensch: Von einem wildlebenden Wolf gehe in der Regel keine Gefahr für Menschen aus. Wölfe seien von Natur aus vorsichtige Tiere, die normalerweise Begegnungen mit Menschen meiden. Sie interessierten sich einfach nicht für Menschen, weder als Beutetier noch als Artgenossen. Möglich sei, dass die Tiere „bei einer Begegnung erst sichern, um die Situation besser einschätzen zu können“, bevor sie sich zurückziehen. Der Rückzug sei in der Regel auch keine panische Flucht, sondern Wölfe würden eher gelassen reagieren. Und: „Welpen können sich dabei neugieriger und unbedarfter verhalten als ältere Wölfe.“
  2. Die instinktive Vorsicht, die Wölfe Menschen gegenüber zeigten, könne sich allerdings deutlich verringern, wenn die Tiere angelockt oder angefüttert werden – absichtlich oder unbewusst. Dann könne es zu problematischem Verhalten kommen. Um Wölfe und andere Wildtiere nicht in die Nähe von Häusern zu locken, sollten Anwohnerinnen und Anwohner in Wolfsgebieten besonders sorgfältig darauf achten, dass Fleisch- und Essensreste nicht auf dem Kompost oder auf Misthaufen, sondern vielmehr in der Restmülltonne entsorgt werden.
  3. Begegnung beim Hundespaziergang: In Wolfsgebieten sollte ein Hund grundsätzlich immer angeleint sein. Wenn auch selten, könne es vorkommen, dass sich Wölfe für einen Hund interessieren würden, etwa, weil sie in ihm einen Artgenossen sehen. Je nach Situation könnten Wölfe auf Hunde unterschiedlich reagieren: neutral (dies ist meist der Fall), positiv (z.B. als Spielgefährte) oder negativ (als Konkurrent). Auch in den ersten beiden Fällen sei es wichtig, dass der Hund dicht beim Halter sei. Sollte der Wolf negativ auf den Hund reagieren, sei ebenfalls sein Mensch der „beste Schutz“.

Grundsätzlich gelte bei der Begegnung mit einem Wolf: Der Mensch sollte sich ruhig verhalten – und Abstand halten. In der Regel verschwinde der Wolf rasch wieder. (Die Ratschläge findet man auf wolf.nrw.de)