Nach jahrelanger Pause bekommt Gelsenkirchen seine Eishalle zurück: Am Samstag, 19. September, öffnet die Emscher-Lippe-Halle am Sportparadies wieder ihre Türen. „Die Euphorie ist groß“, sagt Betreiber Martin Brodde, der auch eine Eishalle in Bergkamen betreibt. Doch bis die ersten Schlittschuhläufer wieder aufs Eis können, war einiges an Arbeit nötig. Auch der Eishockeyverein EHC Gelsenkirchen packte bei den Vorbereitungen kräftig mit an.

Täglich (außer Samstag)
Gelsenkirchen-Newsletter: Jetzt anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Der Verein ist der Nachfolger des früheren Zweitligisten Schalker Haie, der bisher in Dorsten trainieren musste und sich nun „riesig freut“, endlich nach Gelsenkirchen zurückkehren zu können. Die Halle wurde gereinigt und gestrichen, kleinere Umbauten und Reparaturen waren nötig. „Wir waren an manchen Wochenenden mit 30 Mitgliedern vor Ort, damit zum Eröffnungstag alles fertig ist“, berichtet EHC-Geschäftsführer Matthias Begel.
Eishalle in Gelsenkirchen öffnet mit Eisdisco und Kids-Day
Das Programm am Samstag beginnt bereits mittags mit der Saisoneröffnung des EHC Gelsenkirchen. Von 12 bis 14 Uhr steht die Halle zunächst ganz im Zeichen des Nachwuchses: Beim „Kids-Day“ können Kinder kostenlos aufs Eis gehen und den Eishockeysport ausprobieren. „Das Angebot richtet sich ausdrücklich nicht nur an Vereinsmitglieder“, sagt Begel. Auch für das leibliche Wohl soll gesorgt sein.
Ab 14 Uhr stellt der EHC seine Mannschaften vor. Anschließend absolviert die erste Mannschaft ein öffentliches Training. Gegen 16 Uhr endet das Vereinsprogramm, damit die Halle für den Abend vorbereitet werden kann. „Das ist schon etwas ganz Besonderes“, sagt Begel über die Rückkehr in die frühere Heimspielstätte. „Man kann es noch gar nicht so richtig glauben.“

Am Abend übernimmt Eishallenbetreiber Martin Brodde. Einlass ist ab 17.15 Uhr, von 18 bis 22 Uhr steigt die erste Eisdisco. Neben Partymusik von einem DJ und Lichteffekten sind Auftritte einiger Freestyler geplant. „Es geht darum, dass Gelsenkirchen endlich wieder Eis unter den Füßen hat. Die Stadt braucht eine Eishalle“, sagt Brodde. Die Resonanz im Vorfeld sei bereits groß gewesen. „Da kommen bestimmt auch viele Erinnerungen hoch.“
Wenn das Angebot angenommen wird, versuche ich, das so lange zu machen, wie es irgendwie geht.
Martin Brodde, Betreiber der Eishalle Gelsenkirchen
Auch für die Zeit nach der Eröffnung gibt es konkrete Pläne: Die Halle soll freitags von 19 bis 22 Uhr, samstags von 14 bis 17 Uhr sowie von 20 bis 23 Uhr öffnen. Sonntags sind Laufzeiten von 10 bis 13 Uhr, 13.30 bis 16.30 Uhr und von 20 bis 22 Uhr vorgesehen. Der Eintritt soll sechs Euro für Kinder und Jugendliche sowie sieben Euro für Erwachsene kosten.
Euphorie in der Stadt ist groß – Zukunft bleibt ungewiss
Dass es überhaupt wieder feste Eiszeiten in Gelsenkirchen gibt, ist dabei keine Selbstverständlichkeit. Seit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 war die Emscher-Lippe-Halle nicht mehr als Eishalle in Betrieb. Zunächst wurde sie als Corona-Impfzentrum genutzt, später als Flüchtlingsunterkunft – und zwischendurch stand sie immer wieder leer. Im Juli machte der Sportausschuss den Weg frei: SPD, CDU, Grüne und FDP stimmten dafür, das Eis zurückzuholen. Die Stadt zahlt bis zu 65.000 Euro Zuschuss pro Jahr und einmalig bis zu 50.000 Euro Anschubfinanzierung.
Wie lange die Eishalle betrieben werden kann, ist allerdings offen. Der Pachtvertrag zwischen Brodde und den Stadtwerken läuft zunächst über zwei Jahre. Der Betreiber hofft auf eine deutlich längere Zukunft: „Wenn das Angebot angenommen wird, versuche ich, das so lange zu machen, wie es irgendwie geht“, so Brodde.
Langfristig soll die Eishalle jedoch dem geplanten Neubau der Gesamtschule Berger Feld weichen. Wann dieser beginnt, steht noch nicht fest. Bis dahin will Brodde zeigen, dass sich der Eissportstandort dauerhaft trägt. Auch der EHC setzt darauf. Wie groß der Andrang tatsächlich wird, könne der Verein bisher kaum einschätzen, sagt Begel. Im Internet sei das Interesse jedenfalls enorm: „Das kann wirklich richtig hochgehen.“





