Wer derzeit das Consol-Gelände in Gelsenkirchen-Bismarck betrachtet, bekommt eine Ahnung davon, was hier entstehen soll: Die von einem Holzzaun umfasste Fläche ist beeindruckend. Sechs Klassen in den einzelnen Jahrgängen, eine 1,5-fach-Sporthalle, eine Mensa für irgendwann einmal knapp 1000 Kinder und Jugendliche – auf dem einstigen Gelände der Zeche Consolidation wird in den kommenden drei Jahren eine der größten Schulen Gelsenkirchens entstehen. Die Pläne sind ehrgeizig und ambitioniert: Im Sommer 2029 soll die neue Gesamtschule auf Consol übergeben werden, nun war offizieller Baustart.
Schulbauoffensive geht weiter: Neue Projekte und Partner in Gelsenkirchen
Damit geht die von der Verwaltung so genannte „Schulbauoffensive“ in die nächste Runde. Seit Anfang des Jahrzehnts baut Gelsenkirchen neue Schulen, um dem stark gestiegenen Bedarf gerecht zu werden – und das zumeist in vergleichsweise kurzer Bauzeit.
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Die Grundschulen an der Gräfte und Ebersteinstraße sind bereits in Betrieb, andere Großprojekte laufen noch: An der Europastraße in Bulmke-Hüllen entsteht derzeit das Hauptgebäude der Gesamtschule Europastraße, nach den Sommerferien startet im bereits fertig gestellten Gebäudeteil die fünfte Klasse. Nur einen Steinwurf entfernt am Wildenbruchplatz wird eine weitere Grundschule folgen.
„Wir haben den Ehrgeiz, das Projekt in drei Jahren abzuwickeln“, erklären Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung und Vincent Kruse vom Immobilien-Projektentwickler Kruse GmbH an diesem regengrauen Morgen in Bismarck. Dieses Mal läuft es anders als bei den Vorhaben zuvor: Nicht die Gelsenkirchener Entwicklungsgesellschaft, die GE GmbH, wird die Schule realisieren, sondern die Ruhrkohle AG (RAG) gemeinsam mit eben jener Kruse GmbH, die ihren Sitz in Essen hat. Das Grundstück auf Consol gehört der RAG.

„Ab heute geht es nicht mehr nur um Pläne, sondern um die Umsetzung. Im August 2029 kommt der erste Jahrgang durch die Tür. Dass wir heute hier stehen und nicht erst in einem Jahr, liegt an einer sehr guten Zusammenarbeit mit einer Stadt, die Schulbau zur Priorität macht, verbindliche Ansprechpartner hat und Entscheidungen trifft, wenn sie anstehen“, so Vincent Kruse.
„Für die RAG-Stiftung ist der Schulneubau Teil unserer Kapitalanlagestrategie. Aus den Erträgen unserer Kapitalanlage finanzieren wir die Ewigkeitsaufgaben des ehemaligen Steinkohlenbergbaus – in Summe mehr als zwei Milliarden Euro seit Anfang 2019“, sagte Tönjes.
Neuer Schulstandort auf Consol verbindet Industriegeschichte und Moderne
Der Standort Consol stellt dabei besondere Anforderungen – in unmittelbarer Nähe zu einem Industriedenkmal, das viele Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener nur zu gut kennen und gerne in ihrer Freizeit nutzen. Der neue Schulstandort verbindet somit die Vergangenheit mit der Zukunft, dazu noch Schule und Kultur auf einem Gelände.
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Die Architektur des neuen Schulgebäudes soll demnach auch die Geschichte des Ortes aufgreifen. Für die Fassade sind Klinkerriemchen und farbige Akzente in Rot vorgesehen – eine Anspielung auf die industrielle Vergangenheit des Ortes im Süden der Stadt. Photovoltaikanlagen, Wärmerückgewinnung und nachhaltige Baustoffe sollen den Energieverbrauch senken. Dazu kommen großflächige Verglasungen, ein Atrium und eine Sporthalle, die sich teilen lässt. Noch dazu ist die Sporthalle in das Gebäude integriert. Die Mensa bekommt eine eigene Küche und eine Bühne; für Veranstaltungen kann sie mit dem Foyer verbunden werden.
Pädagogisches Kernstück wird das moderne Clusterprinzip: Jede Jahrgangsstufe erhält einen eigenen, räumlich zusammenhängenden Lernbereich mit flexibel nutzbaren Unterrichtsräumen. Die offene und transparente Gestaltung soll kooperatives Lernen fördern und soziale Interaktion und individuelle Betreuung möglich machen.

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Oberbürgermeisterin Andrea Henze ordnet den Bau in einen weiteren Zusammenhang ein: „Das ist ein großer Meilenstein, aber auch eine Mammutaufgabe, die uns fordert.“ Aber am Ende sei es auch eine schöne Herausforderung: „Denn eine Stadt, die Schulen baut, ist eine Stadt, die ihre Zukunft gestaltet“, ist Henze überzeugt.







