„Das war so ekelhaft, ich habe mich so ohnmächtig gefühlt“, sagt Alexandra Schultz im Gespräch mit der WAZ. Die 36-Jährige meint damit ein Sexualdelikt, das sich am 1. März in einem Dampfbad im Gesundheitspark Nienhausen in Gelsenkirchen an der Stadtgrenze zu Essen ereignet haben soll. Nach Angaben der Polizei saß die Essenerin an jenem Abend in einer Sauna, als sich ein Mann, der ebenfalls ein Dampfbad nahm, anfing, sich selbst zu befriedigen.

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Wie die Polizei berichtete, schmiss die Essenerin den Mann aus der Sauna und dieser kam davon, ohne, dass seine Personalien aufgenommen worden wären. Betriebsleiter Franz Dümenil erklärte vor einigen Wochen gegenüber der Redaktion, dass der Vorfall vom Personal nicht unbemerkt geblieben sei, die Mitarbeitenden bei der Suche nach dem Mann aber erfolglos geblieben sind. „Der Mann ist leider unerkannt untergetaucht“, so Dümenil.
„Mir wurde sofort übel vor Ekel und Wut“
Dieser Darstellung widerspricht Alexandra Schultz nun entschieden und formuliert einen dringenden Appell.
„Ich war in einer Sauna und wollte im Dampfbad entspannen. Als ich mich hinsetzte, hörte ich neben mir einen Mann schwer atmen. Zunächst dachte ich, er hätte vielleicht Kreislaufprobleme. Doch dann fiel mir auf, dass er stöhnte. Als ich genauer hinsah, wurde mir klar: Er masturbierte – und das direkt neben mir, während er mich dabei ansah.“ Zunächst sei sie geschockt gewesen, fühlte sich geradezu „ohnmächtig“, sagt die junge Frau.
Das Stöhnen sei dann schnell lauter geworden und die Bewegungen des Mannes immer schneller. „Mir wurde sofort übel vor Ekel und Wut. Ich schrie ihn an: „Raus hier! Was fällt Ihnen ein!“ Erschrocken sei der Mann daraufhin aufgestanden und habe das Dampfbad verlassen. „Ich folgte ihm sofort und suchte das Personal auf. Gemeinsam machten wir den Mann ausfindig. Während die Angestellten ihn zur Rede stellten, zog ich mich kurz zurück, weil die Situation mich extrem belastete“, erinnert sich Alexandra Schultz.
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Kurz darauf habe die Essenerin das Personal erneut aufgesucht, um zu erfahren, welche Konsequenzen den Täter nun erwarten würden. „Was ich hörte, machte mich fassungslos: Sie hatten ihm lediglich ein Verbot für das Dampfbad ausgesprochen, aber kein Hausverbot. Als Begründung hieß es zunächst, es gebe keine Zeugen.“ Schultz widerspricht dem.
„Dieser Vorfall hat mich zutiefst erschüttert. Nicht nur die Tat selbst, sondern auch das Verhalten des Personals. Es kann nicht sein, dass Täter geschont werden, während Betroffene allein gelassen werden.“ Alexandra Schultz appelliert an Schwimmbäder, Saunen und ähnliche Einrichtungen, dass diese verbindliche Handlungskonzepte für solche Vorfälle entwickeln sollen. Und sie hofft auf mehr Zivilcourage.






