Noch steckt der olympische Geist in der Flasche. Oberbürgermeister Thomas Kufen würde sie gerne entkorken und den Geist aus der Flasche lassen. Essens Stadtoberhaupt wirbt dafür, dass sich die Ruhrstadt um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele bewirbt, als eine von 17 Kommunen in der Rhein-Ruhr-Region. Das letzte Wort haben die Essenerinnen und Essener. Sie sollen beim Ratsbürgerentscheid am 19. April per Briefwahl darüber abstimmen, ob ihre Stadt dabei sein soll oder nicht. Der Rat der Stadt hat die Entscheidung in ihre Hände gelegt. Post aus dem Wahlamt ist in diesen Tagen unterwegs. Hier folgen die wichtigsten Fragen und Antworten rund um den Olympia-Entscheid.

Worüber wird abgestimmt?

Zur Abstimmung steht folgende Frage: „Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Essen an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele beteiligt, die entweder im Jahr 2036, im Jahr 2040 oder im Jahr 2044 stattfinden sollen?“

Wer darf an der Abstimmung teilnehmen?

Abstimmen dürfen alle Bürgerinnen und Bürger mit Hauptwohnsitz in Essen, sofern sie mindestens 16 Jahre alt sind und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen oder die Staatsbürgerschaft eines anderen Mitgliedsstaates der Europäischen Union. Laut aktuellem Wählerverzeichnis trifft dies auf 426.727 Essenerinnen und Essener zu

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Bis zum 29. März sollten alle stimmberechtigten Essenerinnen und Essener ihre Unterlagen erhalten haben

Wann werden die Unterlagen für die Abstimmung verschickt?

Die Unterlagen befinden sich aktuell im Druck, nach Angaben des Wahlamtes werden sie voraussichtlich ab Samstag (21.3.) verschickt. Spätestens am 29. März sollten alle Bürgerinnen und Bürger, die an der Abstimmung teilnehmen dürfen, ihre Unterlagen bekommen haben. Wer dann noch leer ausgegangen ist, sollte sich an das Wahlamt wenden, telefonisch unter der Rufnummer 8812345 oder per E-Mail an: wahl@essen.de.

Welche Unterlagen werden verschickt?

Abstimmungsberechtigte finden in ihrer Post neben Hinweisen zum Ratsbürgerentscheid einen Abstimmungsschein und einen Stimmzettel mit einem dafür vorgesehenen blauen Umschlag sowie einen hellroten Rücksendeumschlag. Mit ihrer Unterschrift unter dem Abstimmungsschein bestätigen sie, dass niemand sonst die Stimme abgegeben hat. Der unterschriebene Abstimmungsschein und der ausgefüllte Stimmzettel gehen im hellroten Umschlag zurück ans Wahlamt.

Mit der Post sollten die Unterlagen spätestens am 15. April verschickt werden, damit sie rechtzeitig im Wahlamt eintreffen. Nachzügler können ihre ausgefüllten Unterlagen auch noch am Tag der Abstimmung, dem 19. April, bis 16 Uhr am Rathaus oder am Wahlamt am Kopstadtplatz 10 in den Briefkasten werfen.

Wie wird abgestimmt?

Abgestimmt wird ausschließlich per Briefwahl. Die Stadt will damit Kosten sparen.

Wie teuer ist der Ratsbürgerentscheid?

Die Durchführung des Ratsbürgerentscheides kostet 1,2 Millionen Euro. Den Löwenanteil übernimmt das Land NRW, der Eigenanteil der Stadt Essen beträgt 180.000 Euro.

Unter welchen Bedingungen wird sich die Stadt Essen an der Olympia-Bewerbung beteiligen?

Die Stadt wird sich an der Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region beteiligen, wenn die Mehrheit der Abstimmungsberechtigten dafür ist und mindestens zehn Prozent der Abstimmungsberechtigten mit Ja stimmen. Erst dann ist das notwendige Quorum erfüllt. Ist das Quorum nicht erfüllt oder stimmte die Mehrheit mit Nein, wird sich die Stadt Essen nicht an der Bewerbung beteiligen.

Die Stadt Essen gilt im Kreise der Bewerberstädte als unverzichtbar

Was passiert dann?

Essen würde aus dem Kreis der Bewerberstädte gestrichen. Die für Essen vorgesehenen Sportarten würden auf die anderen Städte verteilt. Die Landesregierung setzt aber auf eine breite Zustimmung; die Teilnahme von Köln, Düsseldorf und Essen gilt, wie zu hören ist, für eine Bewerbung aber als unverzichtbar.

Welche Wettkämpfe sollen in Essen ausgetragen werden?

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BMX-Radfahren auf Zollverein, Boxen und Sitzvolleyball in der Grugahalle, Gewichtheben, Para-Gewichtheben und Para-Schießen in der Messe Essen und Fußball im Stadion an der Hafenstraße.

Wie würde es nach einem erfolgreichen Bürgerentscheid mit einer Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region weitergehen?

Neben der Rhein-Ruhr-Region zeigen auch Berlin, Hamburg und München Interesse an der Ausrichtung der Spiele. In München hat sich eine Mehrheit der Bevölkerung bereits für eine Bewerbung ausgesprochen. Alle vier haben bis Juni Zeit, ihre Konzepte dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vorzulegen. Der DOSB empfiehlt auf seiner Mitgliederversammlung dann einen der vier Kandidaten. Über die Vergabe der Olympischen und Paralympischen Spiele entscheidet das Internationale Olympische Komitee.