Die Feuerwehr zieht an Neujahr die Bilanz einer „typischen Silvesternacht“, bei der es sich gelohnt habe, viele zusätzliche Kräfte im Einsatz gehabt zu haben. Wieder einmal stellten sich das Bergmannsfeld in Essen-Freisenbruch und die Steeler Straße im Südostviertel als Schwerpunkte heraus. Außerdem gab es einige größere Feuerwehreinsätze in anderen Stadtteilen.

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Am Philosophenweg in Freisenbruch zündeten Unbekannte gegen 0.30 Uhr große Mülltonnen an und beschossen die Feuerwehrautos bei der Anfahrt mit Raketen. Die Polizei meldet, dass auch deren Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern attackiert wurden. Da das dortige Bergmannsfeld schon in den vergangenen Jahren in der Silvesternacht für Aufsehen gesorgt hatte, war eine Einsatzhundertschaft vor Ort. Dadurch konnte die Lage schnell beruhigt werden und die Feuerwehr die Brände löschen.

Silvester an der Steeler Straße in Essen: Feuerwehrwagen beschossen

Auch an der Steeler Straße wurde Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr – in diesem Fall Rettungswagen – mit Feuerwerkskörpern beschossen. „Jeder Übergriff auf Einsatzkräfte ist einer zu viel, wir sind da, um zu helfen und verurteilen das ausdrücklich“, so Feuerwehrsprecher Nico Blum. Der Bereich rund um den Wasserturm, wo es vor drei Jahren zu einer „Straßenschlacht“ zwischen rund 200 Jugendlichen gekommen war, stand im Fokus der Einsatzkräfte. Dort war eine Videoüberwachung eingerichtet, die Live-Bilder in die Leitstelle sendete.

Silvester Jahreswechsel 2025/2026  Polizeieinsatz in Essen in der Silvesternacht
Die mobile Videoüberwachung an der Steeler Straße im Essener Südostviertel kam in der Silvesternacht zum Einsatz. © FUNKE Foto Services | Kerstin Kokoska

Die Polizei meldete zudem, dass auch auf der Altendorfer Straße und am Katernberger Markt Polizisten gezielt beschossen wurden, als sie Präsenz zeigten und gegen Randalierer vorgingen. Am Katernberger Markt explodierte ein Böller direkt in der Nähe eines 24-jährigen Polizeibeamten, wodurch dieser ein Knalltrauma erlitt und ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden musste.

Keine Tatverdächtigen ermittelt

„Zum jetzigen Zeitpunkt konnten in den Fällen noch keine Tatverdächtigen ermittelt werden“, sagt Polizeisprecher Hendrik Heyer und ergänzt, dass es ab Mitternacht vor allem aufgrund von nicht ordnungsgemäßer Nutzung von Pyrotechnik, mehreren Bränden, Sachbeschädigungen sowie Auseinandersetzungen und Körperverletzungsdelikten viele Einsätze gab.

Die Einsätze, vor allem im Brandschutz, sind laut Feuerwehr ab Mitternacht „schlagartig losgegangen“. Bis 0 Uhr sei der Abend „super ruhig“ gewesen, sagte Feuerwehrsprecher Nico Blum.

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Zu einem Großbrand sind die Einsatzkräfte um kurz nach Mitternacht in die Schwanenbuschstraße nach Huttrop gerufen worden. Dort war eine Rakete in eine Dachgeschosswohnung geflogen: „Das war leider eine Messie-Wohnung“, erklärt Blum. Die Räume waren extrem voll mit Möbeln, diversen Gegenständen und Müll. So sei viel Löschwasser erforderlich gewesen, was wiederum dazu führte, dass jetzt das komplette Haus unbewohnbar ist. Die Bewohner und Bewohnerinnen seien bei Freunden untergekommen, eine Familie lebt jetzt zunächst in einer Notunterkunft. Verletzt wurde laut Nico Blum niemand.

Feuer in Frohnhausen
Um kurz nach Mitternacht ist eine Rakete in eine Dachgeschosswohnung in Huttrop geflogen.© Essen | Feuerwehr

Silvesternacht in Essen: Schwerer Verkehrsunfall

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Ebenfalls keine Verletzten gab es, als Müll an der Frohnhauser Straße in Brand geraten war. Das Feuer griff jedoch auf einen Anbau über, was für eine starke Rauchentwicklung sorgte. Vier Personen mussten dort vom Rettungsdienst betreut, jedoch nicht ins Krankenhaus gebracht werden.

Feuer in Essen
Brennender Unrat in Frohnhausen: Hier musste die Polizei gegen 1.15 Uhr löschen.© Essen | Feuerwehr

Um 4.37 Uhr wurden Polizei und Feuerwehr schließlich noch nach Heidhausen gerufen. Dort war auf der Heidhauser Straße der Fahrer eines weißen Toyotas gegen einen Baum gekracht und schwer verletzt worden.

Polizei konnte schnell reagieren

Unterm Strich zählte die Feuerwehr zwischen 8 Uhr an Silvester bis 6 Uhr an Neujahr 109 Einsätze im Brandschutz und 125 Rettungsdiensteinsätze auf Essener Stadtgebiet. Damit gab es im Vergleich zum vergangenen Jahr kaum Unterschiede. Damals waren es 104 Brandschutz-Einsätze und 128 im Rettungsdienst.

Polizeisprecher Hendrik Heyer zieht das Resümee: „Die verstärkte Polizeipräsenz in den Stadtgebieten hat grundlegend Wirkung gezeigt. Durch die zahlreichen Einsatzkräfte konnte schnell auf die verschiedenen Einsatzlagen reagiert werden.“

Silvester Jahreswechsel 2025/2026  Feuerwerk in Essen von einem Hochhaus in der Sylviastraße in Essen Rüttenscheid
Eine Böllerverbotszone gab es in Essen nicht, so wurde das neue Jahr an vielen Orten mit Raketen und Silvesterkrachern begrüßt. © FUNKE Foto Services | Kerstin Kokoska