Trotz einer angespannten Lage beim Essener Stahl- und Industriegüterkonzern Thyssenkrupp ist das Gehalt von Vorstandschef Miguel López kräftig gestiegen. Wie aus dem Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2024/25 hervorgeht, erhöhten sich die Bezüge des Managers um mehr als eine Million Euro auf rund 3,44 Millionen Euro. Die prozentuale Steigerung beim Chefgehalt liegt damit bei 47 Prozent.

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Die Bezahlung für die Thyssenkrupp-Arbeitnehmer in Deutschland habe sich im Geschäftsjahr 2024/25 um durchschnittlich ein Prozent auf 73.000 Euro verbessert, berichtet das Unternehmen im Vergütungsbericht.

Neben López haben auch die vier weiteren Vorstandsmitglieder kräftige Gehaltszuwächse verbucht. So erhielten Ilse Henne und Volkmar Dinstuhl laut Vergütungsbericht für ihre zwölfmonatige Tätigkeit im Konzernvorstand jeweils rund 1,8 Millionen Euro. Für fünf Monate bei Thyssenkrupp sind dem neuen Finanzchef Axel Hamann rund 823.000 Euro zugesprochen worden.
Neuer Personalvorstand: 1,13 Millionen Euro innerhalb von sechs Monaten
Wilfried von Rath, der neue Personalvorstand, hat Unternehmensangaben zufolge für sechs Monate eine Gesamtvergütung von rund 1,13 Millionen Euro bekommen. Darin enthalten sei eine von insgesamt drei Zahlungen in Höhe von 200.000 Euro für einen „vertraglich zugesagten Ausgleich für aufgrund des Wechsels zu Thyssenkrupp beim Vorarbeitgeber verfallene Leistungen“, ist dem Vergütungsbericht zu entnehmen. Wilfried von Rath war zuletzt geschäftsführender Gesellschafter der Lynius GmbH, einer Restrukturierungs- und Strategieberatung mit Sitz in München.

Auch ehemalige Thyssenkrupp-Vorstandsmitglieder sind im zurückliegenden Geschäftsjahr mit Zahlungen bedacht worden. So erhielt die frühere Konzernchefin Martina Merz laut Vergütungsbericht rund zwei Millionen Euro – etwa 79 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Vertrag von Martina Merz bei Thyssenkrupp ist zum 31. Mai 2023 aufgelöst worden.
Dem ehemaligen Finanzchef Klaus Keysberg habe für das Geschäftsjahr 2024/25 eine Zahlung von rund 1,2 Millionen Euro zugestanden, erklärte Thyssenkrupp im Vergütungsbericht. Der frühere Konzernchef Heinrich Hiesinger, der im Sommer 2018 ausgeschieden ist, bezieht bei Thyssenkrupp Unternehmensangaben zufolge 808.000 Euro als Altersversorgung.
Thyssenkrupp-Vorstand erwartet wieder rote Zahlen im kommenden Jahr
Im zurückliegenden Geschäftsjahr hat Thyssenkrupp durch einen Firmenverkauf sowie einen bilanziellen Sondereffekt – eine Neubewertung der Konzern-Beteiligung am Aufzuggeschäft TK Elevator – schwarze Zahlen geschrieben. Der Jahresüberschuss lag Unternehmensangaben zufolge bei 532 Millionen Euro. Im Vorjahr war Thyssenkrupp mit einem Minus von 1,45 Milliarden Euro tief in die roten Zahlen gerutscht. Für das Geschäftsjahr 2025/2026, das im Oktober begonnen hat, erwartet das Management um Konzernchef Miguel López unter dem Strich einen Verlust von 400 bis 800 Millionen Euro.
Vor wenigen Tagen ist bei Deutschlands größtem Stahlkonzern Thyssenkrupp Steel nach monatelangen Verhandlungen der Sanierungstarifvertrag für den Abbau und die Ausgliederung von 11.000 Arbeitsplätzen besiegelt worden. In dem Vertragswerk, das die Arbeitgeber- und die Arbeitnehmerseite unterzeichnet haben, sind unter anderem Vereinbarungen zu Altersteilzeit, Abfindungen sowie zu einer Transfergesellschaft für die Beschäftigten fixiert. Bei der Bilanzpressekonferenz in der Essener Konzernzentrale führte Vorstandschef López aus, bis zum Jahr 2030 sei eine Verringerung der Personalkosten in der Stahlsparte um zehn Prozent geplant.





