Auch fast drei Monate nach Schüssen auf einen Familienvater (37) im Essener Stadtteil Altendorf fehlt von dem mutmaßlichen Schützen jede Spur: Die Clan-Größe ist weiter untergetaucht. Der damals 57-Jährige soll an einem Montagabend (14.7.) von einem Hinterhof aus auf einen Kontrahenten geschossen haben.

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Dieser befand sich zu dem Zeitpunkt hinter einem Fenster im ersten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses, heißt es seitens der Polizei. Glücklicherweise verfehlten die Schüsse ihr Ziel. Ein Umstand der viele Menschen aufwühlte: Als die Schüsse fielen, fand in dem Hinterhof zeitgleich ein Kindergeburtstag statt.

Essener Clan-Experten fahnden weiter nach Verdächtigem

Die Clan-Experten der Essener Polizei gingen schnell von einer Auseinandersetzung im Milieu aus. Da der Tatverdächtige möglicherweise bewaffnet ist, veröffentlichten die Ermittler schnell dessen Klarnamen und mehrere Fotos. Diese wurden nach der Tat auch auf digitalen Werbetafeln im Stadtgebiet gezeigt. Der mutmaßliche Schütze blieb aber verschwunden und konnte von der Polizei immer noch nicht gefasst werden.

Altendorf Innenhof Siemensstraße Tatort Schüsse
In diesem schmucklosen Hinterhof soll der Täter zusammen mit einem Begleiter aufgetaucht sein. Dann fielen Schüsse.© WAZ | jop

Trotzdem laufen die Ermittlungen weiterhin „intensiv“, wie Polizeisprecher Hendrik Heyer im Gespräch mit unserer Redaktion bekräftigt. Der Tatverdächtige ist laut der Behörde tief in Clanstrukturen und seit vielen Jahren in der -Kriminalität verwurzelt. Er ist wegen Kokainhandels und anderer Delikte einschlägig vorbestraft.

Vor der Tat Mitte Juli sollen der Libanese und sein Kontrahent Streit gehabt haben. Gegen 19.30 Uhr sei die Clan-Größe dann mit einer scharfen Waffe und einem Begleiter in dem Hinterhof aufgetaucht. Laut Polizei soll er von dort aus dann mehrfach erfolglos auf den 37-jährigen Syrer geschossen haben, der hinter einem Fenster im Obergeschoss gestanden hatte.

Danach seien der Schütze und dessen Begleiter in einem grauen Mercedes mit dem Kennzeichen E-QH2756 vom Tatort in der Siemensstraße geflüchtet. Mithilfe von Videoaufzeichnungen hätte die Route des Fluchtautos rekonstruiert werden können, hieß es kurz danach. Eine anschließende Wohnungsdurchsuchung bei dem Tatverdächtigen, ebenfalls in Altendorf, war nicht von Erfolg gekrönt. Und auch fast drei Monate nach der Tat ermitteln die Essener Clan-Experten weiter wegen versuchten Totschlags.