Der Ärger um den Hund des Schalke-Topstürmers Moussa Sylla erhitzt die Gemüter – nicht nur S04-Fans ereifern sich heftig, in die eine oder andere Richtung. Vor allem in sozialen Medien kocht die Diskussion hoch, nachdem diese Redaktion am Montag (11. August) erstmals ausführlich über den Fall berichtet hat. Der American Bully Ghosty, ein Listenhund, wurde von einer Hundesitterin ins Essener Tierheim gebracht, weil der Schalke-Star ihn nicht mehr haben möchte und nicht abgeholt hat. Das Düsseldorfer Ordnungsamt prüft jetzt, ob Ghosty möglicherweise illegal eingeführt wurde. Ein entsprechendes Verfahren läuft.

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Am späten Dienstagabend (12. August) hat sich Moussa Sylla über einen französischen Anwalt zu Wort gemeldet. Die Stellungnahme wurde unter anderem über seinen Instagram-Account veröffentlicht, der rund 67.800 Follower hat. Darin ist die Rede von einer „Medienkampagne“, die auf „falschen, verzerrten und aus dem Zusammenhang gerissenen Informationen basiert“.
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Anwalt des Schalke-Profis hat eine Stellungnahme veröffentlicht
Weiter wird erklärt, die Betreuerin des Hundes habe sich „bewusst dafür entschieden, jeglichen Kontakt zur Familie Sylla abzubrechen, trotz deren wiederholter Bitten, ihr Tier zurückzubekommen“. Und: „Es ist wichtig zu betonen, dass Ghost niemals ausgesetzt wurde.“ Der Betreuerin wird vorgeworfen, „unrechtmäßig die Herausgabe des Hundes zusammen mit allen offiziellen Dokumenten, die ihn betreffen“ zu verweigern. Sie habe sogar Geld gefordert, „getarnt als Spende an ihren Tierschutzverein – als Bedingung dafür, dass meine Mandanten ihren Hund zurückbekommen“.
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Diese Handlungen hätten „eine Welle persönlicher Angriffe ausgelöst, oft durchsetzt mit rassistischen Bemerkungen, die weit über den Bereich des Sports hinausgehen und in das Privatleben sowie die moralische Integrität von Herrn Sylla und seiner Familie eingreifen“, heißt es in der anwaltlichen Stellungnahme weiter. Der wirkliche Name des Hundes sei „Luffy“.
Die Problematik, dass ein Listenhund eingeführt und gehalten wurde, wird in dem Statement nicht angesprochen.
„Ghost“ ist offiziell als Name des American Bullys eingetragen
„Luffy, nicht Ghosty“ hatte auch Syllas Partnerin bereits auf Instagram gepostet. Der Name „Ghost“ ist allerdings offiziell im EU-Heimtierpass des Hundes eingetragen, der auch den Mikrochip-Code und Halterdaten enthält. Eine abfotografierte Kopie liegt dieser Redaktion vor. Danach ist der American Bully knapp drei Jahre alt. Syllas Partnerin hat die Hundesitterin in einem Instagram-Post sogar als „Hundediebin“ bezeichnet.

Auf mehrfache Anfragen dieser Redaktion haben bisher weder Moussa Sylla noch der FC Schalke 04 offiziell geantwortet. Die erste Anfrage, verbunden mit einem konkreten Fragenkatalog zum Hunde-Vorfall, datierte vom 5. August.
Hundesitterin erwägt ihrerseits rechtliche Schritte
Die Hundesitterin weist alle Vorwürfe, sie habe Ghosty unrechtmäßig behalten, zurück. Die Behauptungen seien „unsäglich“. Sie erwägt inzwischen ihrerseits juristische Schritte, wie sie im Gespräch mit dieser Redaktion andeutet.
Sie kann Chatverläufe vorlegen, mit Moussa Sylla persönlich sowie mit einem Mitarbeiter von Schalke 04. Daraus geht auch hervor, dass sie bei dem Fußballprofi mehrfach Bezahlung angemahnt hat, rückwirkend für mehrere Monate, für die Betreuung und für spezielles, antiallergisches Hundefutter. Schließlich sei letztmalig am 14. Juli Geld kommentarlos überwiesen worden.
Im Essener Tierheim war Moussa Sylla noch nicht
Im Essener Tierheim, wo Ghosty weiterhin untergebracht ist, sei Moussa Sylla bislang nicht erschienen, versichert das Team. Er müsse sich auch an das Düsseldorfer Ordnungsamt wenden, den Hund offiziell von dort freigeben lassen, um den American Bully zurückzubekommen. Und er müsste eine Haltegenehmigung für den Listenhund vorlegen. „Die Betreuerin hätte machen sollen, was wir jetzt gemacht haben“, heißt es aus dem Tierheim: den Hund den Ordnungsbehörden melden. Man habe ihr im Grunde einen Gefallen getan.
Aus den privaten Streitigkeiten, die sich jetzt am Hundeskandal heftig entzünden, hält sich das Essener Tierheim-Team ausdrücklich heraus. „Wir fühlen uns langsam auch schon als Opfer.“ Man kümmere sich lediglich um den Hund - „egal, ob er einem Herrn Sylla gehört oder einem Herrn Müller“.








