Der Zoo Duisburg hat ein weiteres Projekt fertiggestellt: Für die Fischkatzen im Tierpark am Kaiserberg ist ein neues Areal entstanden. Mit der Fertigstellung können die Zoogäste auch wieder einen Vertreter der bedrohten Tierart beobachten, die am Kaiserberg eine lange Tradition hat.

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Katzentypisch hoch oben sitzt er, in einem ausgehöhlten Baumstamm, und beobachtet die Gäste und Pressevertreter auf der anderen Seite der Glasscheibe. Fischkater „Narok“ lebt seit Anfang Oktober in seinem neuen Gehege. Er ist schon vor einem Jahr aus Italien nach Duisburg gekommen. Schrittweise wird das zweieinhalb Jahre alte Tier nun an die neue Umgebung gewöhnt.

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Neues Gehege im Zoo Duisburg: Fischkatzenzucht hat lange Tradition

„Der Kater ist zurückhaltend und liegt gerne oben“, sagt Janine Riesener, die als Kuratorin für das Revier zuständig ist. Ein Weibchen soll nach ihren Worten hoffentlich noch in diesem Jahr in den Tierpark ziehen. Dann kann der Zoo auch an die erfolgreiche Zucht der bedrohten Tiere anknüpfen. Bereits 2012 haben Fischkatzen am Kaiserberg gelebt, mehrfach hat es Nachwuchs gegeben.

Zoo Duisburg hat eine neue Anlage für Fischkatzen
Janine Riesener ist als Kuratorin für das Revier zuständig.© FUNKE Foto Services | Christoph Wojtyczka

Ein Blick ins Gehege zeigt: Es gibt verschiedene Höhlen und Versteckmöglichkeiten, Baumwurzeln und Stämme zum Klettern sowie einen Teich, denn wasserscheu, so wie viele Hauskatzen, sind die Tiere nicht. Das verrät auch schon der Name. Die Tiere haben kurze Schwimmhäute zwischen ihren Zehen, so können sie selbst Fische fangen und sind perfekt an das Leben im und am Wasser angepasst. Ihr Fell ist zudem besonders dicht und wasserundurchlässig.

Zoo Duisburg: Mehr Themen aus dem Tierpark

Der Zoo hofft, dass die Gäste die Tiere auch beim Schwimmen und Tauchen beobachten können. Dafür gibt es eine Panoramascheibe direkt am Wasser. Im Innen- und Außenbereich sind weitere Einsichtsmöglichkeiten, trotzdem gibt es auch Winkel, in denen sich die Tiere verstecken können. Das Gehege hat zudem eine moderne Holzverschalung bekommen.

Zoo Duisburg hat eine neue Anlage für Fischkatzen
Besucher können die Tiere beim Schwimmen und Tauchen beobachten. Gleichzeitig gibt es auch viele Verstecke.© FUNKE Foto Services | Christoph Wojtyczka

„Die Fläche für die Tiere hat sich mehr als verdoppelt“, sagt Janine Riesener. Dafür hat der Tierpark auch Teile des Besucherwegs erschlossen. Im Außengehege stehen den Tieren 138 Quadratmeter zur Verfügung, im Innenbereich sei es ähnlich. Das Gehege sei auch zeitweise trennbar, einen Zugang zum Wasser gebe es immer, erklärt die Kuratorin.

Die Fläche für die Tiere hat sich mehr als verdoppelt

Janine Riesener, Kuratorin des Reviers

Das neue Gehege im Raubtierhaus hat auch eine neue und interaktive Beschilderung bekommen. Sie soll über die Bedrohung der Tiere aufklären und für ihren Schutz sensibilisieren (siehe Infobox).

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Um den Bauarbeiten den Weg zu ebnen, verließ Fischkatze Kumi den Kaiserberg im November 2024. Ein auf Tiertransporte spezialisiertes Unternehmen brachte das Weibchen in den Tiergarten Nürnberg. Am Kaiserberg zog die Fischkatze sieben Mal erfolgreich Jungtiere auf. Für die Population in Tierparks ist das ein Erfolg, denn in Zoos werden Fischkatzen bislang nur selten gehalten.

Ein auf Tiertransporte spezialisiertes Unternehmen brachte das Weibchen im November 2024 vom Kaiserberg in den Tiergarten Nürnberg. 
Ein auf Tiertransporte spezialisiertes Unternehmen brachte das Weibchen im November 2024 vom Kaiserberg in den Tiergarten Nürnberg. © jap

Verein der Freunde des Duisburger Tierparks finanziert die Anlage

Die Sanierung der Anlage für Fischkatzen war Teil des Masterplans. Zur Erinnerung: In den nächsten Jahrzehnten wird ein dreistelliger Millionenbetrag in die Modernisierung des Zoos investiert, um Haltungsbedingungen der Tiere zu verbessern und die Attraktivität für Besucher zu steigern. In diesem Zuge bekommen auch Seelöwen und Zwergflusspferde ein neues Gehege.

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Umgesetzt werden konnte das Projekt nur durch das Engagement des Vereins der Freunde des Duisburger Tierparks. Der Förderverein stellt einen Betrag in Höhe von rund 200.000 Euro zur Verfügung. Der Verein sei stolz, „ein neues Stück Zoogeschichte mitgeschrieben zu haben“, erklärt Mirco Höfferling, 1. Vorsitzender des Vereins mit mehr als 9000 Mitgliedern. Er sichert auch gleich die finanzielle Unterstützung für weitere Projekte in den kommenden Jahren zu.

Fischkatzen gelten als bedroht

Fischkatzen leben ursprünglich in den Regenwäldern Asiens, doch ihr Verbreitungsgebiet ist in den vergangenen Jahren zunehmend geschrumpft. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion wird die Art als gefährdet eingestuft.

Den Tieren setzt etwa der Bau von Straßen und Siedlungen sowie die Abholzung der Wälder zu. Die Populationen werden so voneinander isoliert, da es keine Korridore gibt, die das Finden von Partnern und neuen Lebensräumen ermöglichen. Weltweit gibt es schätzungsweise weniger als 10.000 ausgewachsene Tiere.