Die drei Elefanten, die den Zoo Duisburg am Dienstag verlassen haben, sind am Mittwoch „sicher in ihrer neuen Heimat“ in Polen angekommen. Das berichten der Tierpark am Kaiserberg sowie der Zoo Posen. Drei langjährige Duisburger Tierpfleger haben Saiwa, Etosha und Daisy begleitet. Sie bleiben noch einige Wochen vor Ort, um den Tieren die Eingewöhnung so leicht wie möglich zu machen.

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„Natürlich vermissen wir unsere Elefanten schon jetzt – der Abschied fällt uns schwer“, sagt Zoodirektorin Astrid Stewin. Doch umso mehr tröste sie der Gedanke, dass die Kühe in Posen ein neues Zuhause gefunden haben und zukünftig in einer modernen Anlage leben werden. „Das Wohl der Tiere steht klar im Fokus der Entscheidung, die Elefanten abzugeben.“ In Posen können die Tiere weiterhin in ihrer Herde leben.

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Es ist ein Abschied für immer: Die Elefantenkühe Saiwa, Etosha und Daisy haben den Zoo Duisburg verlassen. Am Dienstag haben die drei Dickhäuter ihre rund 800 Kilometer lange Reise nach Polen angetreten – jede in einer eigenen Transportkiste, begleitet von vertrauten Tierpflegern. Mit der Abgabe endet im Tierpark am Kaiserberg vorerst eine fast 90 Jahre andauernde Tradition.

Der Zoo Duisburg gibt die Elefanten ab: Der Transport für die Tiere findet am Dienstag statt. Mit einem Kran wird gerade eine der drei Kühe in ihrer Box auf den Tieflader verladen.
Der Zoo Duisburg gibt die Elefanten ab: Der Transport für die Tiere findet am Dienstag statt. Mit einem Kran wird gerade eine der drei Kühe in ihrer Box auf den Tieflader verladen.© Jory Aranda

Schon um 7 Uhr sind sie da: Mitarbeiter des Zoos, dazu die Leute der Transport- und Logistikfirmen. Ein großer Kran ragt über den Bauzaun an der Mülheimer Straße. Mit ihm werden die Elefanten später in ihren Transportboxen auf die beiden Tieflader gehoben. Den Bereich der abgerissenen Zooterrassen haben Mitarbeiter schon am Vortag mit Schotter aufgeschüttet.

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Von der Hauptstraße aus, die Duisburg und Mülheim verbindet, ist die Szenerie gut zu sehen. Im Zoo selbst bleibt der Bereich rund um das Elefantenhaus hinter Bauzäunen verborgen, Besucher kommen nicht heran. „Das Elefantenhaus und das Aquarium bleiben heute geschlossen“, heißt es deshalb auch auf einem Schild an der Kasse.

Auch die Presse erfährt das Transportdatum vorab nicht – um den Tieren möglichst viel Ruhe zu ermöglichen, wie eine Sprecherin des Zoos erklärt. Das war die klare Empfehlung der Veterinärinnen. Sogar die Sprecherin des Zoos ist selbst nicht im Elefantenhaus, um den Kreis der fremden Menschen gering zu halten.

Die Transportboxen werden direkt an das Elefantenhaus gehoben. Die Tiere werden dann in die Boxen geleitet.
Die Transportboxen werden direkt an das Elefantenhaus gehoben. Die Tiere werden dann in die Boxen geleitet.© Jory Aranda

Elefant schwebt in einer Transportbox durch die Luft

Der Kran hebt die Boxen nacheinander ans Elefantenhaus, die Pfleger leiten die Tiere aus den Stallungen hinein. Um kurz nach 10 Uhr steigt die erste Box langsam und Zentimeter für Zentimeter in die Luft. Wenige Meter über dem Boden schwebt die Transportbox. Im Container befindet sich Elefantendame Saiwa, erklärt die Zoosprecherin. Sie soll nach Ablaufplan zuerst verladen werden. Dieser ist auf den Charakter der Tiere abgestimmt.

Die Transportboxen sind auf die Größe der Elefanten angepasst. Sie können frei stehen, sich während des Transportes aber nicht drehen. Mit einer Fußkette sind sie zusätzlich gesichert. Um die Elefanten auf den Transport vorzubereiten, wurde in den vergangenen Wochen schon das normale Training mit den Tieren intensiviert. Rund ein Jahr hat der Zoo den Transport vorbereitet, wie er mitteilt.

Die drei Elefanten wurden an den Ketten in die Transportcontainer hineingeführt. Für die Verladung sedierte der Zoo die Tiere, um den Transport so stressarm wie möglich zu gestalten, teilt er auf Nachfrage mit. „Während der Transportzeit selbst war keine Sedierung vonnöten“, erklärt eine Zoosprecherin.

„Tiertransporte sind immer aufwendige Vorhaben, die viele Herausforderungen mit sich bringen. Grundlage für den erfolgreichen Transport war das enge Vertrauensverhältnis zwischen den Elefanten und ihren Pflegern“, sagt Kuratorin Janine Riesener, die den Transport organisiert hat.

Am Dienstagnachmittag haben die drei Elefanten den Zoo Duisburg verlassen. In der Nacht sind sie in Polen angekommen.
Am Dienstagnachmittag haben die drei Elefanten den Zoo Duisburg verlassen. In der Nacht sind sie in Polen angekommen.© Zoo Duisburg

Elefanten im Zoo Duisburg: Zucht scheitert trotz großer Bemühungen

Im November 1996 kamen Saiwa und Etosha gemeinsam mit dem jungen Bullen Shaka aus dem Zoo Lissabon an den Kaiserberg. Ein Jahr später wurde die Elefantenanlage eröffnet, die jetzt abgerissen werden soll. Mit dem Einzug der Tiere hofften die Verantwortlichen inständig auf Nachwuchs, der sich trotz größter Bemühungen nie einstellen sollte.

Bulle Shaka wurde 2016 an den Wiener Zoo weitergegeben. Bereits 2001 stieß Daisy vom Zirkus Samel zur Duisburger Herde hinzu. Alle drei Kühe haben das 30. Lebensjahr und damit die Grenze für eine verantwortungsvolle Erstgeburt überschritten. Für eine Zucht sind die Dickhäuter deshalb vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) nicht mehr vorgesehen.

Gesucht wurde vielmehr ein Altersruhesitz, an dem die Elefantenkühe ihren Lebensabend in vertrauter Herdenstruktur verbringen können. „Wir sind uns sicher, in Polen einen geeigneten Platz für die drei Duisburger Elefantenkühe gefunden zu haben“, erklärte EEP-Koordinator Dr. Arne Lawrenz aus dem Zoo Wuppertal.

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Die Anlage für die Elefanten im Nowe Zoo Posen zählt laut den Verantwortlichen am Kaiserberg „zu den größten und modernsten ihrer Art“. Alleine das Außengehege misst über 2500 Quadratmeter.

Der Posener Zoodirektor Piotr Przyłucki freut sich über die Neuzugänge: „Die Vorbereitungen haben über ein Jahr gedauert. Nun verfügen wir über ein gut ausgestattetes Elefantengehege und erfüllen alle Tierschutzanforderungen. Wir hoffen, dass sie sich hier wohlfühlen werden, und der mehrwöchige Aufenthalt ihrer deutschen Pfleger in unserem Zoo wird ihnen sicherlich dabei helfen, sich in ihrer neuen Heimat einzuleben.“ In Posen leben jetzt insgesamt fünf Elefanten, vier Kühe und ein Bulle.

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Das Elefantenhaus in Duisburg war hingegen nicht mehr zeitgemäß. Zudem braucht der Tierpark die Fläche für die neue Savannenanlage, die für Millionen und samt spektakulärer Gastronomie mit einem Ausblick auf Tiere entstehen soll.

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Elefanten im Zoo von Duisburg.
Daisy, hier im Vordergrund, lebte seit 2001 im Tierpark am Kaiserberg. (Archivfoto)© FUNKE Foto Services | STEFAN AREND

Elefanten am Kaiserberg: Von Provisorien zum eigenen Elefantenhaus

Die Haltung der Dickhäuter, die bereits im Jahr 1937 und kurz nach der Gründung des Tierparks begann, wird damit vorerst beendet. In den Anfängen hatte der Zoo am Kaiserberg nicht mal ein eigenes Gehege für die imposanten Tiere. Denn die ersten Elefanten waren nur zu Besuch und blieben wenige Wochen. Den Anfang machte der dreijährige indische Elefant Rani, der tagsüber bei den Wasserbüffeln und nachts im Vogelhaus untergebracht war.

Unter dem ehemaligen Direktor Dr. Hans-Georg Thienemann entstand 1953 auch das erste Elefantenhaus, das sich die Dickhäuter über mehrere Jahrzehnte mit Giraffen teilten. Vom Publikum waren die Elefanten durch einen Absperrgraben und auf der Besucherseite durch ein niedriges Eisengitter getrennt. In den 60er Jahren hielt der Tierpark gleich drei verschiedene Elefantenarten: Neben zwei Indischen lebten ein Waldelefant sowie ein Afrikanischer Elefant am Kaiserberg.

Ein historisches Foto aus dem Zoo Duisburg aus den 60er Jahren. Damals hielt der Tierpark am Kaiserberg gleich drei verschiedene Elefantenarten.
Ein historisches Foto aus dem Zoo Duisburg aus den 60er Jahren. Damals hielt der Tierpark am Kaiserberg gleich drei verschiedene Elefantenarten.© Unbekannt | Stadtarchiv Duisburg

Die Zeit der Elefanten im Zoo Duisburg endet nicht für immer

Mit der Abgabe der drei Kühe soll die Tradition der Dickhäuter am Kaiserberg aber nicht für immer enden: Der Zoo plant perspektivisch an einer anderen Stelle im Tierpark den Bau einer neuen Elefantenanlage. Erste Gespräche für die Umsetzung hat es bereits gegeben.

Das in den 70er Jahren eröffnete Afrikanum gilt als wahrscheinliche Fläche für eine Realisierung. Seit dem Abschied des letzten Nashorns wird das große Areal von Zebras genutzt. Die Tiere sind aber für die geplante Savannenanlage vorgesehen, die mit dem Umzug der Elefanten weiter baulich umgesetzt werden kann. Eine Baugenehmigung liegt dem Zoo Duisburg bereits vor.

Die Savannenanlage entsteht auf der Fläche der heutigen Elefantenanlage, der ehemaligen Giraffenanlage sowie kleineren angrenzenden Wegeflächen. Damit schafft der Zoo nach eigenen Angaben auch die Voraussetzungen dafür, dass sich künftig wieder Giraffen am Kaiserberg beobachten lassen. Das bestehende Giraffenhaus bleibt stehen.

Auf diesem Areal entstehen die Zooterrassen sowie die neue Savannenanlage am Kaiserberg. Das alte Elefantenhaus soll abgerissen werden. Die Aufnahme entstand Ende Mai.
Auf diesem Areal entstehen die Zooterrassen sowie die neue Savannenanlage am Kaiserberg. Das alte Elefantenhaus soll abgerissen werden. Die Aufnahme entstand Ende Mai. © FUNKE Foto Services | Hans Blossey

Nach Saiwa am Morgen hat der Tierpark gemeinsam mit dem Transportunternehmen zunächst Etosha und dann Daisy verladen, berichtet die Zoosprecherin am Dienstagnachmittag, kurz nachdem sich der Konvoi in Bewegung gesetzt hat. Auf dem Weg gab es für die Tiere mehrere Stopps, damit sie mit Wasser und Futter versorgt werden konnten.